Eine weitere Innungsversammlung nach der Fusion der ehemaligen Textilreiniger-Innungen aus Niederbayern und der Oberpfalz hat im November in Straubing stattgefunden. Im Mittelpunkt stand die fachliche Information der Mitglieder. Außerdem sprachen verschiedene Referenten zu aktuellen Themen.
Obermeister Armin Stöckel, Straubing, sprach in seinem umfangreichen Jahresbericht die Aktivitäten auf Innungs- sowie auf Landes- und Bundesebene des Fachverbandes an.
Stöckel informierte die Berufskollegen zudem über die Unternehmenssteuerreform 2008. So wurde z.B. die Grenze für sofort abzugsfähige geringwertige Wirtschaftsgüter von 410 auf 150 Euro gesenkt. Seit Jahresbeginn sind Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 150 Euro bis 1.000 Euro in einem Abschreibungspool über fünf Jahre zu verteilen.
Die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen in der Europäischen Union wurde, wie Stöckel ausführte, durch die EU-Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen geregelt. Es sei gelungen, dass alle deutschen Meisterberufe auf die Niveaustufe drei des fünfstufigen EU-Schemas zur Unterscheidung von Berufsabschlüssen eingestuft wurden. Diese Einstufung werde der hochwertigen Qualifikation der deutschen Handwerksmeister gerecht. Der Meisterbrief sei als personenbezogene Spitzenqualifikation auch Vorbild für andere Länder.
Der Obermeister sprach auch die Zusammenarbeit der Hauptschulen mit der Wirtschaft an. So vereinbarten die Spitzenverbände der bayerischen Wirtschaft, der Bayerische Handwerkstag und die bayerische Staatsregierung, vertreten durch den Bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus, den Pakt „Hauptschule und Wirtschaft – gemeinsam zum Erfolg!“. Das zentrale Ziel sei einerseits die Erhöhung der Ausbildungsreife der Schulabgängerinnen und Schulabgänger durch die Schule sowie andererseits die Unterbreitung eines Ausbildungsplatzangebotes für die Jugendlichen durch die Wirtschaft.
Was das Betreiben von Chemischreinigungsanlagen betrifft, berichtete der Obermeister, dass nach den Vorschriften der Berufsgenossenschaft diese Maschinen nur von sachkundigen Personen bedient und gewartet werden dürfen. Diese Sachkunde müsse nachgewiesen werden. Mit der Ablegung der Meisterprüfung sei diese nachgewiesen, beauftragte Mitarbeiter müssten entsprechende Ausbildungen absolvieren.
Textilreinigermeister Jochen Bittner sowie Textilreinigermeister und Obermeister der Innung Mittelfranken, Gerhard Fürbacher, berichteten als Fachlehrer über die Unterrichtung der Lehrlinge an der Berufsschule in Nürnberg. Seit 1991 werden die Auszubildenden aus ganz Bayern in Nürnberg unterrichtet. Derzeit stünden 88Lehrlinge in einem Berufsausbildungsbildungsverhältnis zum Textilreiniger.
Ewald Seifert von der AOK Bayern, Direktion Straubing, beantwortete aktuelle Fragen zur Gesundheitsreform und erläuterte das Wirtschaftlichkeitsstärkungsgesetz.
Obermeister Stöckel, der auch die Meisterprüfung im Zentralheizungs- und Lüftungsbauer-Handwerk absolviert hat, informierte die Berufskollegen über das Abdichten von Gewinden und Verschraubungen anhand praktischer Beispiele. F
RWT