Mindestlohn

Evaluation der Wäschereilöhne

 
Heft 1/2012
 

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ließ die Wirkung von den bestehenden Mindestlöhnen untersuchen. Ziel der Evaluation war es, die Wirkung der bestehenden gesetzlichen Regelungen auf die Zahl der Arbeitsplätze zu überprüfen. Außerdem stellten die Experten Fragen zum Schutz der Arbeitnehmer und der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Branchen. Den Mindestlohn für Wäschereidienstleistungen im Objektkundengeschäft untersuchte im Auftrag des BMAS das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.

Das IAQ wertete Daten der Bundesagentur für Arbeit aus und führte 327 Interviews mit Wäschereien. Von den Befragten galt für 181 der Branchenmindestlohn. 146 der Gespräche waren mit Wäschereien, für die er nicht gilt. Der Branchenmindestlohn bindet nur Betriebe, die mehr als 80 Prozent des Umsatzes im Objektkundengeschäft erwirtschaften. Außerdem führte das IAQ zehn Betriebsfallstudien durch.

Gut ein Drittel der Betriebe, die unter die Mindestlohnregelungen fallen, mussten ihre Löhne erhöhen. Durchschnittlich lag die Lohnerhöhung bei 0,56 Euro pro Stunde. Rund 31 Prozent der Betriebe mit Lohnerhöhungen steigerten auch die Gehälter in den höheren Lohngruppen.

In knapp 74 Prozent der mindestlohnpflichtigen Wäschereien stieg die Beschäftigung (knapp 21 Prozent) oder blieb konstant (gut 53 Prozent) seit Einführung der verbindlichen Lohnuntergrenze. Somit legen die Ergebnisse der Betriebsbefragung nahe, dass es nach der Einführung der Regelungen nicht zu sichtbaren Beschäftigungsrückgängen kam.

Mehrere Betriebe reagierten mit Umstrukturierungen auf den Branchentarif. So stoppte z.B. ein Betrieb die Beschäftigung von Ferienjobbern, da diese gemessen an ihrer Produktivität nun zu teuer seien. Hinzu kommt, dass sie durch die Abgabenfreiheit von Minijobs einen höheren Nettolohn als die Stammbeschäftigten erhalten würden.

Mehr als drei Viertel der Wäschereien haben keine befristeten Beschäftigten. Bundesweit bezeichneten fast 60 Prozent der befragten Betriebe die Wirkungen der Mindestlöhne als überwiegend positiv.