Klimaschutz

Stromverbrauch soll sinken

 
Heft 1/2010
 

Als eine von mehreren Maßnahmen zum europaweiten Klimaschutz beschlossen die EU-Mitgliedstaaten am 8. Dezember 2008 auf Vorschlag der EU-Kommission Mindesteffizienzanforderungen an Haushaltslampen. Somit sollen Lampen mit geringerer Effizienz vom Markt verschwinden. Mit den beschlossenen Maßnahmen soll der Stromverbrauch der Privathaushalte EU-weit bis 2020 um fünf Prozent sinken. Rund 15,5 Millionen Tonnen klimaschädlichen Kohlendioxides lassen sich so jährlich sparen (Quelle: Deutsches Umweltbundesamt, Dez. 2008).

Der Einsatz energieeffizienterer Lampen trägt nicht nur dazu bei, das Klima zu schützen. Durch die längere Lebensdauer und den geringeren Stromverbrauch sparen Verbraucherinnen auch bares Geld. Ein Privathaushalt kann bei einer Umstellung auf Energiesparlampen bis zu 100,00 Euro pro Jahr einsparen, da Energiesparlampen rund 80 Prozent weniger Strom als Glühbirnen verbrauchen. Eine Glühlampe kann nur etwa fünf Prozent zur Lichterzeugung nutzen, ein großer Teil sind Wärmeverluste. Mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 8.000 Stunden halten Energiesparlampen deutlich länger als herkömmliche Glühbirnen, die rund 1.000 Stunden Leuchtkraft schaffen. Energiesparlampen rechnen sich somit auch trotz höherer Anschaffungskosten schon im ersten Jahr.

Herkömmliche Glühlampen enthalten feine Drähte, die in den Zerkleinerungsanlagen der Glasaufbereitung fast unsichtbar an den Scherben hängen bleiben. Sie führen beim Einschmelzen und Formen von neuen Glasgegenständen zu Einschlüssen, die Flaschen und Gläser unbrauchbar machen würden. Aus diesem Grund gehören konventionelle Glühbirnen in den Restmüll – und nicht in das Altglas. Die Altglascontainer dienen ausschließlich zur Sammlung von Glasverpackungen. Energiesparlampen hingegen enthalten auch Quecksilber und recycelbare wertvolle Rohstoffe. Sie gehören zur Kategorie der Gasentladungslampen und fallen daher unter die Elektroaltgeräteverordnung. Um ausgediente Energiesparlampen umweltfreundlich zu entsorgen und gleichzeitig wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen, müssen sie von anderen Abfällen getrennt gesammelt werden. Das heißt: Energiesparlampen sind zu wertvoll für den Restmüll und müssen daher bruchsicher und getrennt von anderen Abfällen erfasst werden. Die ausgedienten Lampen können kostenlos entweder bei einem Altstoffsammelzentrum der Gemeinde (Recyclinghof, Mistplatz, Problemstoffsammelstelle) oder kostenlos im Supermarkt bzw. beim Elektrofachhändler beim gleichzeitigen Neukauf einer Energiesparlampe abgegeben werden.

Was passiert, wenn eine Energiesparlampe zerbricht? Eine neue Markenenergiesparlampe enthält nur geringe Mengen an Quecksilber, rund 2 mg, ältere bzw. Billigprodukte maximal 5 mg. (das ist der gesetzliche Grenzwert). Wenn eine Lampe zu Bruch geht, reicht es aus, die Scherben zusammen zu kehren und in einem Behältnis aufzubewahren (nicht saugen oder mit bloßen Händen berühren!) Das ist unbedenklich für die Gesundheit. Nach dem Wegräumen der Bruchstücke ist empfohlen, den Raum kurz zu lüften. Grundsätzlich gehören Energiesparlampen, auch wenn sie zerbrochen sind, in jedem Fall zum Altstoffsammelzentrum und nicht in den Restmüll. Eine Lampe, die in Betrieb ist oder herausgenommen wird, gibt natürlich überhaupt kein Quecksilber ab, es entweicht nur in geringsten Mengen, wenn die Energiesparlampe bricht.

Bei einer umweltgerechten Entsorgung kommt das so genannte Schredder- oder Glasbruchwaschverfahren zum Einsatz. Ziel ist eine Trennung der Gasentladungslampen in ihre Einzelbestandteile, so dass diese im Anschluss ordnungsgemäß verwertet werden können.

Wer eine Energiesparlampe anstelle einer Glühbirne verwendet, benötigt durchschnittlich nur ein Fünftel der Wattleistung einer Glühbirne. Je nach Form und Ausführung können die Lampen verschiedenen Leistungen entsprechen, die sich um ganz wenige Watt unterscheiden (bitte beachten Sie hierzu unseren Kasten).

Technisch betrachtet ist die Energiesparlampe eine kompakte, d.h. ein- bis vierfach gefaltete Leuchtstofflampe, also eine Glasröhre gefüllt mit einem Edelgas. An den Enden befinden sich Elektroden, die, sobald eine Spannung angelegt wird, Elektronen aussenden. Die Elektronen werden auf dem Weg zwischen den Elektroden beschleunigt, treffen auf Quecksilberatome und regen diese zum Leuchten an. Dabei entsteht ultraviolettes Licht, das prinzipiell für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Trifft dieses ultraviolette Licht allerdings auf die Leuchtstoffschicht, die an der Innenwand der Glasröhre angebracht ist, wird es in sichtbares Licht umgewandelt. Um die Energiesparlampe zu zünden und den Stromfluss durch die Röhre zu regeln, sind die Lampen mit so genannten elektronischen Vorschaltgeräten ausgerüstet. Sie befinden sich im Sockel der Lampe und stellen nach der Zündung sicher, dass der

Stromfluss und damit die Leuchtkraft der Lampe konstant gehalten wird. Mit dieser Technologie setzt die Energiesparlampe fünfmal mehr Energie in Licht um als eine Glühbirne. Der Schraubsockel in den zwei Standardgrößen E14 und E27 stellt sicher, dass Energiesparlampen heute jede Glühbirne ersetzen können. Durch Anwendung von matten Außenglaskolben sehen viele Typen wie die bekannten Glühbirnenformen aus. WKÖ

Information | Beleuchtung

Lampenleistung im Vergleich

Glühbirne Energiesparlampe

25 bis 35 W 5 W

40 W 7 bis 8 W

40 bis 50 W 8 W

60 W 11 bis 12 W

75 W 14 bis 16 W

85 W 15 W

100 W 18 bis 21 W

120 W 23 W

130 W *) 24 W

*) Eine 130-W-Glühbirne gibt es nicht, allerdings würde die Leistung der Energiesparlampe solch einer Glühbirne entsprechen.


 
 

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