Dystar

Kaufvertrag unter Dach und Fach

 
08.02.2010
 
Kaufvertrag unter Dach und Fach
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Bei den Verhandlungen um die Übernahme des Textilfarbenherstellers Dystar ging es hart zur Sache.

Nach monatelangen, zähen Verhandlungen steht seit letzter Woche fest: der insolvente Textilfarbenhersteller Dystar gehört nun zur indischen Kiri Dyes & Chemicals Ltd (KDCL). Die Standorte in Ludwigshafen, Brunsbüttel, Frankfurt und Leverkusen sollen erhalten bleiben – vorerst.

Die Dystar Insolvensverwalter Miguel Grosser und Stephan Laberau teilten am 03.02.2010 mit, dass der Hersteller von Textilfarben und Hilfsmitteln, Kiri Dyes, die Finanzierung sichergestellt und auch andere Bedingungen erfüllt habe. Laut Informationen der RP Online wurde am Mittwoch um 21:14 Uhr der mehrere hundert Seiten umfassende Vertrag besiegelt.


Über die Höhe des Kaufpreises kann nur spekuliert werden. Experten sprechen nach Informationen der Financial Times Deutschland jedoch von bis zu 50 Millionen Euro die für den Kauf geflossen sein sollen. Dystar hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 800 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Geschäft mit Textilfarben (RWTextilservice berichtete in der Februarausgabe) steht jedoch unter hohem Preisdruck durch asiatische Billiganbieter.


Mit der Übernahme bleiben bei Dystar nach eigenen Angaben vorerst 750 Arbeitsplätze in Deutschland und 2000 weltweit erhalten. Wie lange dies so bleibt, ist allerdings fraglich. Arbeitnehmervertreter äußerten sich enttäuscht über den Verkauf an den indischen Konkurrenten, allen voran weil Kiri Dyes plane, die Produktion langfristig nach Asien auszulagern. Bereits die Schließung der Produktionsstätte in Geretsried im Dezember sorgte für enormen Unmut, denn sie entließ 230 ehemalige Dystar Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit. Man habe auf den Zuschlag für den chinesischen Investor Hubai Chuyuan gehofft, der zwar Interesse bekundete, letztendlich jedoch kein Angebot unterbreitete


Nach dem Insolvenzantrag der deutschen Dystar-Gruppe Ende September 2009 war die Produktion an den Standorten Brunsbüttel und Leverkusen komplett eingestellt und die Mitarbeiter vorerst freigestellt worden.

Die Produktion soll jedoch noch im ersten Quartal des aktuellen Jahres wieder aufgenommen werden.


Kiri Dyes hatte bereits im Dezember letzten Jahres eine mögliche Übernahme des mehr als doppelt so großen Unternehmens Dystar in Aussicht gestellt. Die Finanzierung bereitete dem indischen Anbieter jedoch Schwierigkeiten. Den Nachweis für das nötige Kapital wollte der Interessent nach Informationen der Financial Times Deutschland zunächst bis Anfang Januar, dann bis Mitte des Monats erbringen – beide Termine ließ Kiri Dyes jedoch vertreichen.


Die Firma Kiri Dyes & Chemicals Ltd wurde 1998 in Ahmedabad (sechstgrößte Stadt Indiens) gegründet und zählt weltweit zu den führenden Herstellern, Lieferanten und Händlern von Textilfarben und Herstellern. Bisher war das Unternehmen vorrangig auf dem asiatischen und nordamerikanischen Markt aktiv.


Jennifer Zimmermann