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Für gesunde, motivierte Mitarbeiter Ergonomie in Textilreinigung, Wäscherei und Textilservice

Textilpflegebetriebe profitieren von leistungsfähigen, gesunden Mitarbeitern. Eine ergonomische ­Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Prozesse sollte in Textilreinigungen, Wäschereien und Textilservicebetrieben im Fokus stehen. Doch welche Maßnahmen können Unternehmen ergreifen? RWTextilservice hält Sie zu ergonomischen Lösungen und Konzepten aus der Branche und für die Branche auf dem Laufenden.

Ergonomie in Textilreinigung, Wäscherei und Textilservice
Ob Stehen, Bücken, Heben oder Tragen - einseitige Belastungen sind für den menschlichen Körper auf Dauer nicht gesund. Ergonomisches arbeiten sollte in Textilpflegebetrieben ein wichtiger Punkt sein. -

Einen großen Teil unseres Lebens verbringen wir auf der Arbeit und erledigen dort meist dieselben Tätigkeiten – und das fast immer in der gleichen Körperhaltung. Das kann – nicht erst im Alter – zu gesundheitlichen Problemen führen; deshalb werden in Unternehmen das betriebliche Gesundheitsmanagement und das Arbeiten nach ergonomischen Kriterien immer wichtiger. Doch was bedeutet eigentlich Ergonomie? Wie können Textilreinigungen, Wäschereien oder Textilservice-Betriebe mit Ergonomie umgehen? Und welche Vorteile ergeben sich durch die Berücksichtigung derer für den Arbeitgeber?

Arbeit auf den Mensch ausrichten

Ergonomie ist laut Duden eine Zusammensetzung aus dem griechischen Wort für Arbeit (érgon) und Sachkunde (nomía). Der Begriff bezieht sich also auf den arbeitenden Menschen, und zwar konkret auf seine Leistungsmöglichkeiten und -grenzen. Nach dem Duden meint Ergonomie in diesem Zusammenhang auch die optimale wechselseitige Anpassung zwischen Mensch und Arbeitsbedingungen. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherungen (DGUV) beschreibt, wie diese Anpassung gemeinhin verstanden wird: Nämlich vom Menschen aus gesehen. Das bedeutet, dass die Arbeit sich an „die Eigenschaften und Fähigkeiten des arbeitenden Menschen“ anpassen muss – und nicht umgekehrt (Quelle: www.dguv.de/ifa/Fachinfos/Ergonomie/index.jsp).

In Bewegung bleiben

Häufig stolpert man über das Wort Ergonomie, wenn es um das Arbeiten am Schreibtisch mit Hilfe eines Computers geht. Hier sind die richtige Höhe des Tisches von Bedeutung sowie Höhe und Verstellbarkeit des Stuhls und nicht zuletzt der Abstand zwischen Auge und Bildschirm. Gemeinhin wird das Sitzen als problematisch angesehen und es werden ergonomische Sitzgelegenheiten angeschafft. Doch das bedeutet nicht, dass etwa das Stehen gesünder ist. Generell ist es für den Menschen ungesund, in einer Position zu verharren, sei es nun im Sitzen oder im Stehen. Daher empfehlen Experten, dass Menschen abwechselnd im Stehen und im Sitzen arbeiten sollen. Zudem ist es ratsam, auch einmal ein paar Schritte zu gehen. Kurzum: Der Mensch sollte in Bewegung bleiben.

Abhilfe für Dauersteher

Maschinen bedienen, bügeln, detachieren – in Textilreinigungen, Wäschereien und Textilservicebetrieben wird häufig im Stehen ­gearbeitet. Was das für Folgen haben und was man vorsorglich tun kann, erklärt ein Ergonomie­experte für Stehberufe, Dominik Bonin, im Folgenden.

Jeder kennt das Gefühl, wenn man lange in einer Schlange steht und sich nicht hinsetzen kann: Schmerzende Füße und Wirbelsäule oder sogar ein schmerzendes Hüftgelenk. Wenn das nicht allzu oft vorkommt, ist das nicht weiter tragisch. Doch viele Menschen müssen in Betrieben ihre Arbeitszeit buchstäblich durchstehen. Nach einer Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) geben 54 Prozent der befragten 20.000 Erwerbstätigen an, häufig im Stehen arbeiten zu müssen. Manchmal gehen solche Belastungen mit anderen körperlichen Anstrengungen wie mit schwerem Heben einher. Welche Folgen hat das lange Stehen und hört man im Allgemeinen nicht häufiger von Problemen, die durch langes Sitzen entstehen? Ist permanentes Stehen sogar gesünder als ständiges Sitzen?

Keine Zwangshaltung einnehmen

Geht es nach Dominik Bonin, Ergonomieexperte für Stehberufe der BAuA, ist weder das eine noch das andere gesund. „Eine einseitige Belastung oder Zwangshaltungen am Arbeitsplatz sind grundsätzlich nicht gesundheitsförderlich. Dies gilt sowohl für reine Steh- als auch Sitzarbeitsplätze“, weiß Bonin. Was also tun? „Optimal ist ein Wechsel zwischen Stehen, Sitzen und Fortbewegen, ggf. sogar Liegen“, rät der ­Ergonomieexperte.

Generell wird in der Literatur zu Ergonomie empfohlen, Tätigkeiten – wenn möglich – beim Gehen zu verrichten. Daher ist es ratsam, sich bei jedem Arbeitsschritt zu überlegen, in welcher Position dieser erledigt werden kann und die Tätigkeiten so zu organisieren, dass die Körperhaltung möglichst häufig geändert wird. Für die Textilpflegebranche empfiehlt Bonin, die Belastungen im Team variabel zu verteilen, z. B. durch ein Jobrotationssystem. „Hier können Angestellte in regelmäßigen Abständen, z.B. zwischen den Arbeitsplätzen, zum Reinigen, Waschen, Detachieren, Bügeln, Pressen, Mangeln, Färben, zur Materialbereitstellung und dem Kundenkontakt etc. wechseln, um somit einseitigen und vor allem statischen Belastungen entgegenzuwirken“, schlägt er vor.

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Denn wer beim Arbeiten viel steht, muss mit körperlichen Problemen und Risiken rechnen. „Durch häufige andauernde Belastung in einer stehenden Zwangshaltung kann es u. a. zu Muskelverspannungen, Muskelverhärtungen, Rücken-, Knie- und Hüftschmerzen sowie schmerzhaft gespannten schweren Beinen, brennenden Füßen oder auch zum sogenannten Hexenschuss oder akuten Bandscheibenvorfällen im Rücken kommen“, warnt Bonin. Doch der Grad der Beeinflussung im Alltag sei individuell unterschiedlich und hänge von der Belastungsdauer, der Schmerz­intensität, den körperlichen Grundvoraussetzungen und dem persönlichen Empfinden ab.

Ständiges Stehen über einen langen Zeitraum kann Spätfolgen nach sich ziehen – selbst wenn man vorher keine Probleme hatte. Laut Bonin können diese vielfältig sein und hängen ab von der Intensität, Dauer und Art der Belastung. Das venöse System könne geschädigt werden und es bestehe eine erhöhte Thrombosegefahr. Krampfadern seien auch eine Folge zu starker Belastung durch langes Stehen. Das Risiko zu chronischen Veränderungen der Bandscheibe und Wirbelkörper sei ebenso gegeben wie zu Bandscheibenvorfällen und schmerzhaften Fehlhaltungen. Und damit noch nicht genug: „Durch fehlende Muskelaktivität kann es zu dauerhaften Schäden am passiven Bewegungsapparat – an Bändern, Sehnen, Gelenke, Bandscheiben, Menisken etc. – kommen, die langfristig auch weitere Folgeschäden wie z.B. Arthrose verursachen können“, erklärt Bonin.

Über gesundheitliche Beschwerden klagte laut BAuA mehr als die Hälfte einer anderen „stehenden“ Berufsgruppe: Verkäuferinnen (die Studie fokussierte sich auf Frauen in Stehberufen). Jede zweite Verkäuferin nehme häufig Medikamente gegen Schmerzen und Kreislaufbeschwerden.

Nach der Arbeit Füße hochlegen

Doch das muss alles nicht eintreten; man kann selbst dafür sorgen, dass das Arbeiten im Stehen für den Körper nicht zum Problem wird. Der Mensch kann selbst aktiv werden – und aktiv ist hierbei buchstäblich gemeint. Dominic Bonin empfiehlt einige Übungen, die man während der Arbeit ausführen kann:

  • Zehen während der Arbeit regelmäßig bewegen, das Längsgewölbe des Fußes durch regelmäßiges Anspannen („verkürzen“) des Fußes stärken.
  • Waden, Oberschenkel, Gesäßmuskulatur und Bauch regelmäßig anspannen, zum einen, um den venösen Rücktransport des Blutes aus den Beinen anzuregen und zum anderen, um die Stützmuskulatur zu trainieren. Eine gut funktionierende muskuläre Sicherung entlastet Bänder und Gelenke und kann somit vorzeitigem Verschleiß entgegenwirken.
  • Zwischenzeitlich mit beiden Beinen sich einige Male in den Hochzehenstand hochdrücken, ggf. bei gutem Trainingszustand auch einbeinig durchführen.
  • Zwangshaltungen so oft wie möglich auflösen, Ausgleichsbewegungen z.B. Strecken und Dehnen des Oberkörpers wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus.
  • In der Freizeit nach der Arbeit ruhig ein paar Minuten die Füße hochlegen. Danach aber ein kleines Bewegungsprogramm absolvieren: Spazieren gehen, Walking, Radfahren, Schwimmen, Joggen, Mannschaftssport, funktionelles Muskelaufbautraining oder Gymnastik stärken die Muskulatur, sorgen für eine gute Durchblutung sowie eine optimale Nährstoffversorgung des passiven Bewegungsapparates.

Wichtig bei der Arbeit sei es, auch mal Pausen einzulegen, diese im Sitzen zu verbringen oder die Zeit für die Übungen zu nutzen. Zudem solle man sich bei der Arbeit so viel wie möglich moderat bewegen und längere statische Haltungen vermeiden.

Auch ein gutes Schuhwerk erleichtere das Stehen: Hierbei sei darauf zu achten, dass der Schuh gut sitzt und funktionell ist. Konkret bedeutet das, dass er weit genug, verstellbar und atmungsaktiv und die Absatzhöhe möglichst gering sein sollte.

Zudem empfiehlt Bonin das „aktive“ Stehen: „Das heißt, eine aufrechte Haltung, ohne zu verspannen. Der Oberkörper ist aufgerichtet, die Gesäßmuskulatur aktiv, die Beine sind schulterbreit auseinander und die Knie locker gestreckt, ohne am Anschlag in Überstreckung zu sein.“

Entlastung beim Stehen

Um das Stehen zu unterstützen, können zudem sogenannte Stehhilfen angeschafft werden. Nach Angaben der BAuA lasten bis zu 60 Prozent des Körpergewichts auf der Stehhilfe. Man solle auf den festen Stand des Hilfsmittels achten. „Weiterhin sind in beengten Platzverhältnissen auch Bedarfssitzgelegenheiten denkbar, z. B. eine Sitzgelegenheit, die von der Wand abgeklappt werden kann, wenn kurze Wartezeiten entstehen, z.B. durch Prozesszeiten von Maschinen, Arbeitsunterbrechungen oder generell in Pausen.“ Elastische Arbeitsplatzmatten würden Gelenke und die Wirbelsäule schonen. Hilfreich für das Arbeiten an Stehtischen, wie ­ z.B. dem Bügelbrett, sei ein kleiner Fußschemel. Hierauf könne abwechselnd ein Bein hochgestellt werden.

Auch beim Bedienen der Maschinen können Mitarbeiter entlastet werden. „Zum Be- und Entladen der Maschinen ist es sinnvoll, die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass eine gute Erreichbarkeit der Textilien, möglichst ohne eine starke Vorneigung oder Verdrehung des Oberkörpers, gewährleistet ist. Sollten Maschinen unterhalb der Hüfthöhe be- und entladen werden müssen, sollte geprüft werden, ob eine Sitzgelegenheit bereitgestellt werden kann“, rät Bonin.

Arbeiten im Stehen muss also nicht in negative Folgen münden. Der Mitarbeiter selbst kann gesundheitlichen Einschränkungen entgegenwirken und das Unternehmen kann die Arbeit im Stehen mit Maßnahmen in der Arbeitsorganisation und der Anschaffung von Hilfsmitteln unterstützen.

Industriell waschbare Anti-Ermüdungsmatten

Der Lieferant Mountville Mills bietet neben klassischen Schmutzfang- und Logomatten eine breite Palette an Anti-Ermüdungsmatten aus eigener Produktion. Auch das Rohmaterial, der Nitrilgummi, kommt laut Unternehmensangaben aus eigener Produktion. Die Matten seien industriell waschbar und als Mietmatten geeignet. Mountville Mills liefert im Folgenden einige Argumente für einen Einsatz dieser Matten.

Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) sind häufige Erkrankungen in europäischen Unternehmen. Sie sorgen nicht nur für lange Abwesenheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz, sondern auch für hohe Kosten bei Unternehmen und Gesellschaft. MSE beeinträchtigen die Arbeitssituation und reichen von Rückenschmerzen, Sehnenentzündung über Tennisarm, Krämpfe bis zu verringerter Beweglichkeit der Gelenke etc. Sie betreffen Muskeln, Sehnen, Nerven, Bänder oder Gelenke.

Ergonomische Matten können eine Lösung bei der MSE-Prävention sein. Doch was macht eine Matte ergonomisch? Hauptmerkmal ist laut Mountville Mills, dass diese im Vergleich zu einem Betonboden weicher ist. Gemessen wird dieser Unterschied mit einem Durometer. Das Instrument zur Messung der Härte von Gummi (Shore-Härte) misst den Widerstand gegenüber dem Eindringen einer stumpfen Nadel in die Oberfläche des Gummis. Messungen haben laut Mountville Mills gezeigt, dass weniger als 20 Prozent Durchbiegung bei den Matten als zu hart erkannt werden; Werte über 60 Prozent Durchbiegung als zu weich. Im Verformungsbereich zwischen 20 und 60 Prozent können Anti-Ermüdungseigenschaften spürbar sein.

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Der Anti-Ermüdungseffekt hat auch damit zu tun, dass eine ergonomische Matte die Durchblutung fördert. Der Körper sucht beim Stehen auf einer weichen Matte ständig sein Gleichgewicht. Dieses Balancehalten wird durch kleine Kontraktionen der Muskeln der unteren Körperhälfte durchgeführt. Diese Kontraktionen arbeiten als ein Pumpenmechanismus und regen so die Blutzirkulation an. Dies führt letztlich zu einer Erhöhung des Sauerstofftransports und zur Verhinderung von Krampfadern, so Mountville Mills.

Die richtige ergonomische Matte an der richtigen Stelle soll zudem aufgrund ihrer Weichheit die Belastung der Gelenke beseitigen und das Gewicht verteilen. Es werde kein konstanter Druck auf Rücken, Schultern, Knie und Knöchel ausgeübt.

PVC-Matten nicht für feuchte Umgebungen geeignet

Die Wahl der richtigen Matte ist wichtig. Bei Mountville Mills weiß man: Der Markt für ergonomische Matten ist riesig. Die meisten Matten, die z.B. im Internet zu finden sind, hätten als Hauptbestandteil PVC. Dieser Kunststoff werde auf der oberen Schicht der Matte verwendet und mit einem Polster aus Nitrilgummi verklebt. Diese Matten sind vor allem kostengünstig. Allerdings ist die oberste Schicht oft nicht antirutschfest, so Mountville. PVC-Matten eignen sich nicht für feuchte Umgebungen und seien auch nicht resistent gegen Öle, Wasser und Fette. Beim Einsatz der Matten in Kombination mit den genannten Elementen kann die Matte schnell uneben und rutschig werden. Die Anti-Ermüdungseigenschaften und die Sicherheit der Mitarbeiter können nicht garantiert werden.

Eine Matte aus Nitrilgummi verspricht bessere Eigenschaften. Ni­trilgummi ist ein chemischer Gummi auf Basis von Erdöl. Nitrilgummi soll weniger schnell brüchig werden als ein organischer Gummi. Die Nitrilgummimatte funktioniert laut Mountville Mills sowohl in trockenen als auch in feuchten Umgebungen und kann nicht durch Fette, Öle oder Chemikalien beschädigt werden. Zudem verbessere die Gummioberfläche die Antirutscheigenschaften. Die Matten seien auch geeignet für Schweißarbeiten. Der Gummi, der in den Mountville-Matten verwendet wird, kann laut Unternehmen Temperaturen bis zu 950 °C standhalten und ist schwer entflammbar. Und auch bei den Anti-Ermüdungseigenschaften könne die Matte aufgrund des weichen Materials punkten.

Ein abschließender Tipp von Mountville: Ergonomische Matten sollte man immer praktisch testen. Der Körper brauche ein paar Tage, bis er sich an die Matte gewöhnt hat. Deshalb: Testen Sie selbst und lassen Sie auch Ihre Kunden testen.

Gesundheitsfördernde Spezialmatten

Das österreichische Unternehmen Kleen-Tex-Industries produziert seit fast 50 Jahren Matten für unterschiedlichste Anwendungsbereiche und bietet mit der „Stand-on“-Produktpa­lette gesundheitsfördernde Spezialmatten für Steharbeitsplätze an. Kleen-Tex bietet unterschiedliche Mattenmodelle an – für Industriearbeitsplätze, Rezeptionen, Kassen- und Verkaufstheken, aber auch für Büroarbeitsplätze, an denen abwechselnd stehend und sitzend gearbeitet wird. Gemein haben alle Modelle eine speziell entwickelte Gummi-Schaum-Zusammensetzung bzw. einen Gummi-Schaum-Kern, die laut Hersteller eine positiv stoßdämpfende sowie muskelaktivitätsfördernde Wirkung haben.

Bestätigt wurde die positive Wirkung der „Stand-on“-Matten durch eine Pilotstudie am Institut für angewandte Ergonomie in München. Objektivierende Messmethoden sowie EMG- und Haltungsanalysen ergaben laut Kleen-Tex schlüssige Hinweise auf stoßdämpfende und muskelaktivitätsfördernde Wirkungen der Bodenmatten. Durch eine vergleichende Befragung von Probanden konnte laut dem Unternehmen zudem die Wahrnehmung mit den Messungen korreliert und die positive Wirkung bestätigt werden.

Sämtliche Matten der „Stand-on“-Produktpalette sind laut Kleen-Tex waschbar, PVC-frei und entsprechen den gängigen Normen für den Einsatz in Gewerbe- und Industriebetrieben. Taupe, Smokey Mount, Regal Red und Mikado Stripes sowie Mikado Dots nature – das sind die fünf Farben bzw. Designmodelle, in denen die Matten in der Größe 55 × 78 cm erhältlich sind. Es sind „Anti-Ermüdungsmatten“, die durch ihren Gummischaumkern beim „Betreten“ ein weiches Gefühl bieten, hinter dem ein positiver Gesundheitseffekt stecken soll.

Stress und Monotonie vermeiden

Ergonomie bezieht sich jedoch auf weit mehr als nur die Anordnung der Arbeitsmittel am Schreibtisch oder das Arbeiten im Sitzen oder Stehen: Es geht um die einzelnen Komponenten bei der Arbeit und im Betrieb und somit auch z.B. um die psychosozialen Faktoren bei der Arbeit. Damit ist vor allem gemeint, dass Stress und Arbeitsdruck, aber auch Monotonie und Unterforderung, vermieden werden sollen.

Auch die Arbeitsumgebung sollte ergonomisch sein, dazu gehören z.B. gute Lichtverhältnisse und ein angenehmes Raumklima. Eine Umrüstung auf moderne LED-Beleuchtung könnte sich für Textilpflegebetriebe beispielsweise durchaus lohnen, denn ideale Lichtverhältnisse haben einen positiven Einfluss auf die Psyche der Mitarbeiter und damit auch auf die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse.

Laut Gesetzgeber ist Tageslicht in Kombination mit individuell angepasstem künstlichem Licht optimal.

Die Beleuchtung in Produktions- und Gewerbebetrieben ist nicht nur für gutes Sehen ausschlaggebend – sie hat auch gesundheitliche und somit betriebswirtschaftliche Auswirkungen. "Von einer Umrüstung auf eine moderne LED-Beleuchtung in Industriequalität profitieren Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen", sagt Marco Hahn, Leiter Marketing und Online-Strategie der Deutschen Lichtmiete. Produktions- und Arbeitsabläufe werden verbessert, Ausfallquoten minimiert sowie Fehler- und Unfallhäufigkeiten reduziert.

Lichtfarbe wirkt sich auf das Hormonsystem aus

Mit der richtigen Lichtfarbe und dynamischen Lichtkonzepten können nach Angaben der Deutschen Lichtmiete sogar positive Wirkungen auf das Hormonsystem und somit eine Stimmungsaufhellung bei den Mitarbeitern erreicht werden. Die Folge: Weniger Arbeitsausfälle aufgrund von psychischen Erkrankungen. Kältere Lichtfarben wirken sich beispielsweise günstig auf die Konzentration aus. Zu schwaches, gelbliches oder flackerndes Licht sorgt dagegen nicht nur für eine schlechte Ausleuchtung. Es kann auch psychische und körperliche Beschwerden verursachen, wie z.B. Kopfschmerzen. Auch die Taktung des Lichts spielt eine wichtige Rolle. "Viele Lampentypen leuchten nicht permanent, sondern werden zur Optimierung der Lichtleistung in Sekundenbruchteilen ein- und wieder ausgeschaltet", erklärt Hahn. Die schnelle Pulsung belaste jedoch das Gehirn, sensible Menschen könnten darauf mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren, die ihre Arbeitsleistung mindern.

Die Deutsche Lichtmiete bietet in ihrem Mietmodell LED-Röhren und -Strahler in unterschiedlichen Farbtemperaturen an: von warmweiß über neutralweiß bis hin zu tageslichtweiß. Die gemieteten Leuchten verfügen nach Unternehmensangaben über eine Betriebsdauer von bis zu 150.000 Stunden. Darüber hinaus sollen sich die Gesamtbeleuchtungskosten trotz der Mietzahlungen um 15 bis 35 Prozent reduzieren.

Laut der Deutschen Lichtmiete Unternehmensgruppe sind im Arbeitsschutzgesetz zur optimalen Beleuchtung eine Reihe von Normen festgeschrieben, die die Gesundheit der Mitarbeiter schützen und Unfälle vermeiden helfen sollen. Eine optimale Beleuchtung ist laut Gesetzgeber das Tageslicht, ergänzt durch ein individuell angepasstes künstliches Licht. Mangelnde Lichtstärke beeinflusst die Augengesundheit der Mitarbeiter und stellt ein Unfallrisiko dar. Bei der Planung der arbeitsschutzrechtlich korrekten Beleuchtung müsse deshalb sichergestellt werden, dass den Mitarbeitern situationsbezogen überall ausreichend helles Licht zur Verfügung stehe, das zudem nicht blende und keine Spiegelungen erzeuge. Künstliches Licht am Arbeitsplatz dürfe zudem die Farbwiedergabe möglichst nicht verfälschen.

Tageslicht versus Kunstlicht

Tageslicht habe den Vorteil, dass es vom Menschen als angenehm empfunden würde, wobei nicht nur der optische Effekt eine Rolle spiele, sondern auch die psychologische Wirkung. Die technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.4 schreiben nach Angaben der Deutschen Lichtmiete vor, dass der sogenannte Tageslichtquotient in der Arbeitsstätte zwei Prozent – beim Vorhandensein von Oberlichtern vier Prozent – überschreiten muss. Da der Tageslichtquotient schwer zu ermitteln sei, gelte, dass ein Arbeitsraum auch dann genügend Tageslicht erhalte, wenn das Verhältnis von lichtdurchlässiger Fenster-, Tür- oder Wandfläche oder Oberlichtfläche zur Raumgrundfläche mindestens 1:10 betrage.

Ohne Kunstlicht ginge es jedoch nicht. Die Lichtverteilung eines Arbeitsraumes sei im Ganzen zu erfassen, die Helligkeitsverteilung im Raum müsse berücksichtigt werden. Bei der Planung der künstlichen Beleuchtung seien ebenfalls eine Reihe von Faktoren zu beachten. Der Gesetzgeber schreibt Mindeststärken für die Beleuchtung von Arbeitsstätten vor, die von der Art der dort ausgeführten Tätigkeiten abhängen. Für einen klassischen Bildschirmarbeitsplatz sind 500 Lux vorgeschrieben, zum Kopieren und für die Ablage reichen 300 Lux. Flimmern der Beleuchtung und die Bildung von Schatten durch ungünstige Anordnung der Leuchten sind zu vermeiden.

LED- Beleuchtung sei energiesparend und verzeichne eine hohe Lichtausbeute. Deshalb werde sie zunehmend auch im Industriebereich eingesetzt. Das flimmerfreie LED-Licht entlaste die Augen, wodurch Ermüdungserscheinungen vorgebeugt werde. Zudem sei das Licht unmitellbar nach dem Einschalten zu 100 Prozent verfügbar.

Das Lichtspektrum von LED-Leuchtmitteln sei flexibel in seiner Zusammensetzung variierbar und könne deshalb so angepasst werden, dass ultraviolette und infrarote Anteile ausgeklammert würden. Möglich seien Varianten von der Lichtfarbe Warmweiß (3000 Kelvin) bis hin zu Tageslichtweiß (mehr als 6000 Kelvin).

Gegenüber anderen Niedervoltlampen würden sich die Leuchtdioden während des Betriebes nur gering erhitzen. Somit ginge von ihnen keine thermische Gefährdung aus. LED-Leuchten, die weißes oder blaues Licht abstrahlen, können jedoch bei hoher Intensität zu starker Blendung führen. Die Deutsche Lichtmiete empfiehlt deshalb sie so anzubringen, dass sie nicht blenden oder direkt auf die Augen von Personen gerichtet sind.

Kosten können reduziert werden

Aber Ergonomie reicht noch weiter. Die Systemergonomie bezieht sich auf den Betrieb als soziales System und die gesamte Arbeitsorganisation. Seit der Industrialisierung und der fortschreitenden technologischen Entwicklung muss auch die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine unter dem Aspekt der Ergonomie betrachtet werden. Vor allem in Textilpflegebetrieben sind ergonomisch gestaltete Maschinen und die Möglichkeit, sie durch Hilfsmittel wie Stehmatten ergonomisch zu bedienen, sinnvoll.

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Auch spezielle Wäschewagen mit Federböden födern die Ergonomie am Arbeitsplatz in Wäscherei, Textilreinigung oder Textilserviceunternehmen. Unternehmer profitieren von der ergonomischen Gestaltung des gesamten Arbeitsplatzes, da Mitarbeiter weniger krank, zufriedener und daher leistungsfähiger sind; das Unternehmen unter ergonomischen Gesichtspunkten zu organisieren, kann also auch zu Kosten­einsparungen führen.

Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass Kosten auf den Betrieb zukommen können, wenn der Arbeitgeber das Thema Ergonomie vernachlässigt oder unterschätzt. Laut DGUV verzeichnet z.B. die deutsche Nähindustrie in den vergangenen Jahren einen höheren Krankenstand. Meist handle es sich dabei um Muskel-Skelett-Erkrankungen der Wirbelsäule und des Schulter-Arm-Systems.

Krankmeldungen wegen Rückenbeschwerden sind auch in Wäschereien nicht selten. Einseitige Belastungen und ungünstige Ergonomie führen oft zu Verschleißerscheinungen. Dass es auch anders geht, zeigt das BG-ETEM-Projekt „LUMBAR“ der Testorp Textilpflege – ausgezeichnet mit dem Branchenaward „RWin 2016“.

Ausgezeichnetes Ergonomieprojekt der Testorp Textilpflege

Es ist ein Projekt, bei dem die Mitarbeiter im Fokus stehen. Das Projekt „LUMBAR“ („Langfristiges Konzept in Unternehmen des Mittelstandes der BG ETEM durch gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung arbeitsbezogene Rückenbeschwerden verhindern“) oder auch „Denk an mich. Dein Rücken“ wurde im Rahmen einer Studie der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) in Kooperation mit der Berliner Testorp Textilpflege durchgeführt.

Die Wäscherei wurde 1878 in Hamburg gegründet und hat seit 1926 ihren Standort in Berlin-Britz. Täglich werden hier 20 t Wäsche aus dem Gesundheitswesen, aus Pflegeeinrichtungen, der Hotellerie sowie Berufsbekleidung aus verschiedenen Branchen bearbeitet. Das Unternehmen beschäftigt 120 Mitarbeiter und bewäscht Kunden in ganz Berlin und Brandenburg.

Julia Testorp, Geschäftsleitung, und Burkhard Schories, Produktionsleiter und Sicherheitsfachkraft, unterstreichen, dass ergonomisch günstige Arbeitsbedingungen bei Testorp schon seit vielen Jahren eine Rolle spielen. Mirko Gaffga, Technische Aufsicht in der Präventionsabteilung der BG ETEM Berlin, berichtet: „Als wir nach einem Projektpartner suchten, liefen wir in der Wäscherei Testorp offene Türen ein. Hier waren bereits einige ergonomisch vorteilhafte Praxislösungen im Einsatz.“ Auch hatte sich die Geschäftsführung schon vor Jahren zur Inbetriebnahme zweier neuer Waschstraßen für eine Beladung über Förderbänder entschieden. „Dieses System ist gegenüber einer Sackbeladung vorteilhaft, weil es einen geringeren Kraftaufwand erfordert“, unterstreicht Burkhard Schories. Im Rahmen des Projekts wurden nun im reinen Bereich die Absortierbänder für die saubere Wäsche verbessert: „Wir haben die Arbeitshöhe optimiert und die Strecke ‚kaskadenartig‘ in zwei Abschnitte unterteilt. Die Bänder laufen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, sodass der Wäschekuchen an der ‚Schnittstelle‘ aufgebrochen wird und die einzelnen Teile mit erheblich weniger Kraftaufwand zu entnehmen sind“, so der Produktionsleiter.

Noppenmatten stimulieren die Feinmotorik

Für die innerbetriebliche Logistik werden bereits seit längerer Zeit Federbodenwagen eingesetzt. Eine nähere Untersuchung ergab aber, dass das Potenzial zur Entlastung der Mitarbeiter noch längst nicht ausgeschöpft war: „Weil die Mitarbeiter beim Schieben der Wagen eine ungünstige Haltung einnehmen und relativ viel Kraft aufwenden müssen, überlegten wir, ob man die Fahrwerke optimieren kann“, berichtet Mirko Gaffga. Schließlich fand das Wuppertaler Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie (ASER) im Auftrag der BG ETEM als Lösung Rollen aus Polyurethan, die belastbar und verschleißarm, aufgrund ihrer geringen Reibung aber auch leichtgängiger als herkömmliche Fahrwerke sind. In der Wäscherei Testorp will man den Bestand Schritt für Schritt gegen die Wagen mit leichteren Rollen austauschen.

Schon vor längerer Zeit sind zudem im reinen Bereich sämtliche Arbeitsplätze mit robusten Kunststoffmatten ausgestattet worden, deren Oberflächen mit luftgefüllten Noppen versehen sind: „Bei längerer statischer Position auf hartem Betonfußboden kann sich die Beinmuskulatur verkrampfen. Die unebenen Kunststoffmatten verhindern hingegen solche statischen Stehphasen und aktivieren stattdessen die Feinmotorik der Muskulatur. Auf diese Weise wird der Rücken entlastet, die Venenklappen in den Beinen werden stimuliert und der Entstehung von Krampfadern wird vorgebeugt“, erläutert Julia Testorp.

Ergonomische Verbesserungen wurden auch an der „Drei-Mulden“-Mangelstraße vorgenommen: „Früher haben die Mitarbeiter die einzelnen Teile aus dem Wäschewagen aufgenommen und in die Mangel eingegeben. Zur Entlastung haben wir jetzt einen Pick-up mit Förderbändern installiert. Die Bänder transportieren die Wäsche von der Absortier- zur Aufnahmestation. Hier muss sie nur noch mit angewinkelten Armen entnommen und in die Klammereingabe gegeben werden“, so der Produktionsleiter.

Trockner auf 20 cm hohen Sockeln

Auch die Arbeitsprozesse an den Trockenwäschefaltmaschinen wurden unter die Lupe genommen. „Früher haben Mitarbeiter die Teile im Federbodenwagen von der Absortierstation geholt. Dieser Transportweg war zeitaufwendig, belastete den Rücken und barg auch ein gewisses Verletzungsrisiko“, berichtet Burkhard Schories. Deshalb wurde ein Förderband installiert, das die Ware direkt zur Faltstation transportiert. Nur wenig Aufwand war erforderlich, um im Waschhaus die Arbeitsbedingungen zu verbessern: „Damit sich die Mitarbeiter beim Be- und Entladen nicht mehr bücken müssen, haben wir die Waschschleudermaschinen und die Trockner auf 20 cm hohe Sockel gestellt. Die Fahrgestelle der Federbodenwagen wurden entsprechend angepasst“, verrät Julia Testorp.

Kein manuelles Wuchten von Fässern mehr

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Ein erheblich höherer Aufwand war indessen erforderlich, um die Arbeitsbedingungen an der Dosieranlage zu verbessern. Früher mussten die bis 250 kg schweren Fässer mit Sackkarren vom Lkw über unebene Hofflächen in das Gebäude befördert und mit Muskelkraft auf Gitterroste gewuchtet werden – eine Tätigkeit mit erheblichen Belastungen für die Lendenwirbelsäule und die Schultern. Auch drohte dabei eine gewisse Verletzungsgefahr. Um die Arbeit zu erleichtern, werden die Fässer jetzt auf Paletten angeliefert, auf denen sie während der gesamten Nutzung verbleiben. Darüber hinaus wurden die Auffangwannen der Anschlussstation in den Boden eingelassen. So ist kein manuelles Wuchten der Fässer mehr erforderlich; die Paletten werden samt Fässer mit einem Hubwagen vom Lkw bis zur Anschlussstation transportiert und dort direkt auf den Gitterrosten abgestellt.

Dass günstige Umweltbedingungen das Betriebsklima verbessern können, beweist außerdem die neue Beleuchtung in der gesamten Produktionshalle: „Wir haben ein Farbspektrum (Farbtemperatur nach DIN EN 12.464 bei 5.300 bis 6.500 Kelvin) gewählt, das dem natürlichen Tageslicht entspricht“, so Burkhard Schories. Durch das „neue“ Licht und von den Arbeitsplätzen aus bedienbare, temperaturregelnde Lüftungsklappen im Dach sollen die Stimmung und Motivation der Mitarbeiter verbessert werden.

Zusätzlich rotieren die Mitarbeiter in gewissen Zeiträumen zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen im Betrieb, um Monotonie und einseitige körperliche Belastungen zu vermeiden. „Die Einsätze werden nicht durch die Produktionsleitung, sondern innerhalb des Teams festgelegt“, betont der Produktionsleiter. „Wichtig ist nur, dass alle Maschinen bedarfsgerecht besetzt sind.“ 

Weitere Tipps zu einem immer bedeutenderen Thema

Viele allgemeine Informationen, aber auch weitere konkrete Tipps rund um Ergonomie, auch speziell für Textilpflegebetriebe gibt es bei der BG ETEM online.

Die Ergonomie als Wissenschaft wird wahrscheinlich in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Auch vor dem Hintergrund, dass in Deutschland das Renteneintrittsalter steigt. Für Unternehmen ist es daher wichtig, dass die Mitarbeiter lange gesund und zufrieden sind und ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen können. Ergonomie kann einen Beitrag dazu leisten.

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