Energie/Umwelt -

Bundesverband der Energie-Abnehmer Jährlicher Preisanstieg bei Netzentgelten setzt sich fort

Der Netznutzungsentgeltvergleich des VEA zeigt, dass die Preise in den letzten zwölf Monaten im Mittelspannungsbereich um 14,3 Prozent, im Niederspannungsbereich um 10,2 Prozent gestiegen sind. Dabei gibt es zwischen den einzelnen Netzbetreibern Preisunterschiede von bis zu 400 Prozent.

Ein Vergleich des Bundesverbands der Energie-Abnehmer (VEA) zeigt, dass innerhalb eines Jahres im Mittelspannungsbereich mit derzeit 4,04 ct/kWh insgesamt 14,3 Prozent/durchschnittlich 0,51 ct/kWh mehr gezahlt werden. In der Niederspannung stieg das Netzentgelt um 10,2 Prozent/0,63 ct/kWh, sodass im Durchschnitt 6,86 ct/kWh an Kosten anfallen. Im Vergleich zum Jahr 2009 stieg die finanzielle Belastung laut VEA im Niederspannungsbereich um fast 40 Prozent, im Mittelspannungsbereich um mehr als 55 Prozent.

"Bereits jetzt sind die Preissteigerungen der letzten zwölf Monate bei den Stromnetzentgelten enorm", sagt Dr. Volker Stuke, Hauptgeschäftsführer des VEA. "Und das, obwohl der Netzausbau noch gar nicht richtig begonnen hat. Mit dem notwendigen Netzausbau werden sich die Durchleitungskosten noch weiter dramatisch erhöhen." Netzbetreiber sind zwar verpflichtet, die Netzkosten im Internet zu veröffentlichen, bei fast 900 Netzbetreibern fällt ein individueller Preisvergleich jedoch schwer. Mit Hilfe der VEA-Datenbank können die Stromnetzentgelte deutschlandweit verglichen werden.

Wer sind die günstigsten Netzbetreiber?

Im Mittelspannungsbereich sind laut VEA die drei preisgünstigsten Netzbetreiber die Stadtwerke Geldern Netz, FischerStrom in Edling und der Netzbetrieb Hirschberg. Die drei kostenintensivsten Netzbetreiber seien das Elektrizitätswerk Hindelang, das WEMAG Netz mit Sitz in Schwerin und die Energieversorgung Kipfenberg. Kunden dieser drei Anbieter zahlen bis zu viermal höhere Preise für ihren Strom als Kunden der günstigsten Anbieter.

Trotz teilweise hoher Preisdifferenzen zwischen einzelnen Netzbetreibern, lassen sich starke regionale Unterschiede nachweisen. Während im Westen und Südwesten der Republik die Netzentgelte günstiger sind, werden in den neuen Bundesländern nicht zuletzt aufgrund des regional vorangetriebenen Ausbaus von Windkraftanlagen höhere Preise verlangt.

Über den VEA

Der VEA hat inzwischen mehr als 4.500 Mitglieder im gesamten Bundesgebiet und berät seit über 65 Jahren Unternehmen aus der mittelständischen Wirtschaft und des öffentlichen Sektors bei Fragen der Energiekostenreduzierung und des Energiemanagements. Die vom Bundesverband veröffentlichten Preisvergleiche sollen regelmäßig einen fundierten Überblick über die Preisentwicklungen auf dem Energie- und Wärmemarkt geben. Der Netznutzungsentgeltvergleich umfasst 822 Netzbetreiber. Untersucht werden ausschließlich Sondervertragskunden, die über eine kontinuierliche Leistungsmessung verfügen.

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