Nachrichten -

Ausstellung "Mode Circus Knie" Besondere Arbeitsbekleidung: Anspruchsvolle Zirkusmode

Das Textilmuseum St. Gallen präsentiert in der Ausstellung "Mode Circus Knie" Zirkus-Kostüme vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute. Die Gewänder waren sowohl modisches Statement wie funktionale Arbeitskleidung – und sicherlich eine Herausforderung für jeden Textilreiniger.

Seit hundert Jahren bereist der "National-Circus Knie" die Schweiz. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert das Textilmuseum St.Gallen mehr als neunzig einzigartige Kostüme, die einst in der Manege des "Circus Knie" ihren Auftritt hatten. Die Ausstellung "Mode Circus Knie" wird vom 7. März 2019 bis zum 19. Januar 2020 in St. Gallen zu sehen sein.

Vor gut einem Jahr begann die Zusammenarbeit mit der Familie Knie, die den Kuratoren Zugang zu ihrer privaten Kostümsammlung gewährte. In den folgenden Monaten wurden textile Schätze aus hundert Jahren Zirkusgeschichte aus den Tiefen des Archivs gehoben. Sie wurden für die Schau restauriert und inszeniert. Aber auch zu ihren Glanzzeiten waren die aufwendigen Kostüme für Textilreiniger sicherlich nicht leicht zu pflegen.

Die Manegebekleidung ist nicht nur ein Statement, das sowohl den Zeitgeist in der Mode wie auch in der Unterhaltungsindustrie aufnimmt und auf eigene Art und Weise interpretiert – sie ist auch funktionale Arbeitsbekleidung der Artisten. Dies gilt für die mit bunten Pailletten geschmückten Gewänder aus den frühen Jahren des "Circus Knie" wie auch für die aktuellen Kostüme der Schausteller. Die Gewänder der Ausstellung stammen aus der Zeit von 1900 bis heute und illustrieren nicht nur die Geschichte des Zirkus sondern auch die Modegeschichte.

Zirkusmode im Wandel der Zeit

Die frühesten in der Ausstellung zu sehenden Kostüme stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Präsentiert werden Weißclown-Kostüme, reich bestickte Gewänder der Seiltänzer sowie zarte, vom Ballett inspirierte Tutus der Artistinnen. Ebenfalls zu sehen sind vermeintlich historische oder exotische Kostüme wie ein "Römer-Kostüm" oder ein "Torero". Sie kamen bei den seinerzeit beliebten Pantomimen zum Einsatz, die in kurzen Szenen populäre Vorstellungen von Geschichte wiedergaben und klischeehafte Bilder des Fremden, Exotischen zeichneten.

Zirkus Mode

"Ende der sechziger und in den siebziger Jahren war im Showgeschäft alles aus Amerika angesagt", so Fredy Knie, einer der beiden Inhaber des Zirkus. "Da mussten überall Federn dran und Glitzer drauf. Es war alles Las Vegas, auch hierzulande". Gefertigt wurden viele der aufsehenerregenden Showkostüme dieser Jahre vom Maison Vicaire. Das 1927 in Paris gegründete Atelier war international bekannt für seine Bühnen- und Zirkuskostüme. Besonderes Renommee erlangten die Weißclown- Kostüme von Gérard Vicaire, mit dem unter anderen die heutige Chef-Kostümiere des "Paris Moulin Rouge", Mine Verges, eng zusammengearbeitet hatte. Das 1971 gegründete Atelier MBV, dessen Leitung sie bis 2007 innehatte, zeichnete sich für eine Reihe der spektakulären Kostüme in der Ausstellung "Mode Circus Knie" verantwortlich.

Bis heute lässt die Familie Knie ihre Kostüme in Paris fertigen. Mit dem Entwurf und der Umsetzung betraut wurden und werden laut der Familie renommierte Ateliers, die auf die Arbeit für Bühne, Zirkus und Haute Couture spezialisiert sind. So sind die ausgestellten Stücke wertvolle, maßgefertigte Unikate, die Jahr für Jahr gemäß den Wünschen der Auftraggeber auf das jeweilige Programm zugeschnitten wurden.

Auch die Zirkustiere wurden eingekleidet

Der Auftritt von Tieren im schlug sich lange Jahre in der Gestaltung der Kostüme nieder: Präsentierten sich die Wildtier-Dresseure gerne im exotischen, von der Herkunft ihrer Tiere inspirierten Stil, so bevorzugten andere Tierlehrer Gewänder im Uniform-Stil. Heute stehe das Tier im Mittelpunkt der Präsentation, betont Géraldine Knie, künstlerische Leiterin des "Circus Knie". Seine natürliche Schönheit soll die Blicke auf sich ziehen, wohingegen die Kostüme der Tierlehrerinnen und Tierlehrer klassisch elegant sein sollen. Bevorzugt werden eher schlichte Schnitte und edle Stoffe wie Samt in den Farben Schwarz, Weiß oder Rot. Der Glanz, den diese Kostüme ausstrahlen, offenbart sich in der Verzierung, den Stickereien, den Pailletten und dem Strass.

Informationen für Ausstellungsbesucher

  • Öffnungszeiten: Täglich 10 Uhr bis 17 Uhr
  • Eintrittspreis: 12 CHF für Erwachsene
  • Adresse: Textilmuseum St. Gallen, Vadianstrasse 2, CH-9000 St. Gallen


© rw-textilservice.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen