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Branchenreport 2020 Studie: Aussichten für Berufsbekleidung/PSA trotz Corona gut

Wie wirken sich Handelskrisen, der Brexit oder die Corona-Pandemie auf die Branche für Berufsbekleidung und Persönliche Schutzausrüstung (PSA) aus? Das beantworten Experten vom Marktforschungsinstitut Marketmedia24 in einer neu veröffentlichten Studie. Diese Prognosen gibt der Branchen-Report 2020.

In den nächsten zehn Jahren, so schätzen Experten vom Marktforschungsinstitut Marketmedia24 im " Branchenreport Berufs- und Schutzkleidung 2020 " profitieren v. a. Online-Händler und Mietservice-Anbieter. Deren Marktanteile sollen bis 2028 von 13,3 auf 35,8 Prozent steigen. Neben dem Ausblick, der Marktakteuren als Orientierungshilfe dient, liefert die Studie auf 57 Seiten Grafiken und Fakten zu Warengruppen, Wirtschaftszweigen und Vertriebskanälen.

Experten rechnen mit steigenen Umsätzen

Aktuell liegen die Umsätze im Bereich Berufsbekleidung 20 Prozent über dem Wert von 2010, in der Sparte Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gut 5 Prozent über dem Vergleichswert. Die Konjunktur schwächelt. Das erschwere die Bedingungen für die Branche. Dennoch rechnen die Experten im besten Fall damit, dass das Tief im Jahr 2022 überwunden sein könnte. Schließlich generierten wenig von der Corona-Krise betroffene Wirtschaftszweige wie Gesundheitswesen, Handel und Dienstleistung mehr als die Hälfte Umsätze in der Branche.

Berufsbekleidung bindet Mitarbeiter

Um Aussagen über die Entwicklung treffen zu können, blickt die Studie zunächst zurück: Vor zehn Jahren brach der Markt um 10 Prozent ein. Von den Folgen der damaligen Finanzkrise habe sich die Branche erholt, die Umsätze stiegen von Jahr zu Jahr. Dazu haben laut Textilingenieurin und Studienautorin Sabine Anton-Katzenbach von der Textilberatung Hamburg verschiedene Faktoren beigetragen. So habe insbesondere der zunehmende Fachkräftemangel die Bedeutung von Berufsbekleidung und PSA erhöht. "Sie werden immer bewusster als Mittel der Mitarbeiterbindung und für einen besseren Gesundheitsschutz eingesetzt", erklärt Anton-Katzenbach. Optisch und funktionell aufgewertete Kollektionen und bessere Angebote für Männer und Frauen unterstützen diesen Trend. "Gleichzeitig hat die Verjüngungskur auch das Preisniveau verändert, so dass die Umsätze der Branche steigen."

Prognosen für Berufsbekleidung und PSA

Vorhersagen für die langfristige Marktentwicklung gestalten sich laut den Experten der Studie angesichts der Corona-Pandemie als schwierig. Gängige und gelernte Vorhersagemodelle greifen ihren Worten nach nicht mehr. Der neue "Branchenreport Berufs- und Schutzkleidung 2020" gibt demnach zwar keine eindeutige Antwort auf die Frage, inwiefern die Vergangenheit eine Rolle für die Zukunft der Branche spielt, dafür haben die Experten drei Szenarien möglicher Entwicklungen bis 2028 berechnet.

  • Im optimalen Fall erwartet das Marktforscherteam eine rasche Erholung: Demnach könnte der Absatz von Berufskleidung und Persönlicher Schutzausrüstung schon im Jahr 2022 wieder das Niveau von 2019 erreicht haben.
  • Hält die Stagnation des Marktes hingegen länger an, rechnen die Fachleute nicht mit einer raschen "Aufholjagd" des Wirtschaftswachstums.
  • Im dritten Szenario beleuchten die Experten die Vertriebskanäle. Demnach könnten Direktvertriebe auch bei expandierendem Markt ihre Umsätze lediglich halten, anders als Online-Händler.

Mietservice soll wachsen

Im dritten Szenario berücksichtigten die Experten einen aktuellen Trend: Die Corona-Pandemie beeinflusst die Distributionskanäle. Der Online-Handel boomt in Zeiten von Social Distancing, dem Einzelhandel fehlen Kunden. Ebenso rechnen die Experten mit Einbußen für Agenturen, die für Firmen den Markenauftritt betreuen oder Berufsbekleidung entwerfen, Einbußen. Denn Messen und Kongresse finden nicht oder nur in begrenztem Umfang oder digital statt. Positiv bewerten die Experten hingegen das kommende Wachstum für den Mietservice. Er bekomme durch Neueinsteiger für Textil-Sharing Zuwachs.

Erstmals erfasst die Studie den Bedarf an Berufsbekleidung und PSA pro Wirtschaftszweig. Das Ergebnis der Daten : Etwa 45 Prozent der Ausgaben stammen aus der Industrie. Neue Impulse setzt auch die "Fair"änderung in Richtung Lieferkettentransparenz. Sie wird vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eingefordert. Das staatliche Siegel "Grüner Knopf" soll den Kriterienkatalog öffentlicher Ausschreibungen für Berufs- und Schutzkleidung ergänzen.

"Angesichts der Volumina öffentlicher Ausschreibungen", so schätzt Anton-Katzenbach, "könnte der ,Grüne Knopf' zu einem stetigen Wachstums des Marktes beitragen." Gerade, weil es Nachhaltigkeit nicht zum Nulltarif gebe und fair gefertigte Textilien in der Regel etwas teurer ausfielen .

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