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Neues Förder- und Qualifizierungsprogramm „KMU Digital“ Die Angst vor der Digitalisierung nehmen

3 Staatssekretär Harald Mahrer und WKÖ-Präsident Christoph Leitl präsentierten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz das neue Förder- und Qualifizierungsprogramm „KMU Digital“. Das Programm für die kleinen und mittelständischen Betriebe (KMU) wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) in Zusammenarbeit mit der WKÖ aufgesetzt. Es basiert auf der „Digital Roadmap“ der Bundesregierung und beinhaltet in Bezug auf digitale Kompetenzen Maßnahmen zu Bewusstseinsbildung, Informationsvermittlung, Wissenstransfer und Qualifizierung. Das vom BMWFW mit zehn Millionen Euro dotierte Programm läuft vorerst zwei Jahre und wird nach einem Jahr evaluiert. Die Abwicklung läuft über die WKÖ, die Errichtung eines digitalen Kompetenzzentrums („Digital Innovation Hub“) über die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Zukunft liegt in der Digitalisierung

Österreichs KMU sichern laut Mahrer rund sieben von zehn Arbeitsplätzen in Österreich. „Wenn diese Betriebe den digitalen Anschluss verpassen, hat das weitreichende Folgen auf unseren Wirtschafts- und Arbeitsstandort und bremst unsere Ambitionen Richtung Innovationsführer“, sagt Mahrer. Ihm ist es daher wichtig, den Unternehmen Rüstzeug an die Hand zu geben, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Auch nach Leitl wird die Digitalisierung für KMU immer bedeutsamer. „Einerseits wird die Welt immer globalisierter, andererseits steigt die Nachfrage nach regionalen Produkten. Beides bietet KMU Chancen, aber egal ob global oder regional, ein entscheidender Faktor wird in Zukunft der Grad der Digitalisierung sein, denn auch regionale Produkte werden zunehmend über Online-Shops vertrieben. Wer am Ende obenauf sein will, muss hier die Nase vorne haben. Dabei wollen wir Österreichs Betriebe unterstützen“, sagt er.

Nachholbedarf im Onlinebereich

Zahlen der Statistik Austria zum Thema „IKT-Einsatz in Unternehmen 2016“ zeigen laut WKÖ, dass es in Österreich etwa im Bereich E-Commerce noch ein großes Verbesserungspotenzial gibt: 88 Prozent der Unternehmen sind im Internet präsent, aber nur 27 Prozent bieten ihre Waren und Dienstleistungen online an. Gerade in diesem Bereich zeigt der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft noch Aufholbedarf. Beim Online-Verkauf lag Österreich 2016 nur auf Rang 17 von 28. Zwar seien schon jetzt viele Geschäftsmodelle ohne internetbasierte Technik nicht denkbar und den Unternehmen sei die Bedeutung des digitalen Wandels sehr wohl bewusst, bei der konkreten Umsetzung seien aber viele sehr zögerlich. So haben laut einer WKÖ-Umfrage 44,3 Prozent der Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten keine IT-Projekte geplant. Als Gründe werden Kosten (44 Prozent), Angst und Datensicherheit (26 Prozent) sowie fehlendes Know-how (19 Prozent) angegeben. Daher plädiert Leitl dafür, die Beratung zu professionalisieren, das Bewusstsein der Unternehmen in Richtung Digitalisierung zu stärken und sie zugleich gegen das immer größer werdende Problem der Cyber-Kriminalität zu wappnen.

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