RWin Award -

„RWin – Wäscherei des Jahres 2018“: Textilpflege Leitgeb, Eberschwang (Österreich) Die Kraft hinter der Firma

Mitarbeiter zu finden und zu binden, ist eine der größten Herausforderungen in der professionellen Textilpflege. Bei Leitgeb in Eberschwang sind ein respektvoller Umgang miteinander und Anerkennung für die Mitarbeiter das Erfolgsrezept. Dafür erhielt das Unternehmen nun den Branchenaward „RWin – Wäscherei des Jahres 2018“.

Hier erfahren die Mitarbeiter echte Wertschätzung. Das wird sofort klar bei der Verleihung des „RWin 2018“ an die Textilpflege Leitgeb. Der Betrieb im oberösterreichischen Eberschwang wurde am 2. Oktober 2018 als „Wäscherei des Jahres“ ausgezeichnet. Die insgesamt etwa 60 Mitarbeiter des Unternehmens waren nicht nur zur feierlichen Preisübergabe eingeladen, sondern rückten in den Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Geschäftsführerin Tina Märzendorfer reichte den Award und die damit verbundene Auszeichnung direkt an ihre Mitarbeiter weiter. „Ihr könnt stolz auf euch sein, vielen Dank für euren Einsatz“, betonte sie. Die Unternehmerin weiß: Ohne gute Mitarbeiter wäre Leitgeb nicht das, was es heute ist. Gerade im vergangenen heißen, stressigen Sommer sei die Leistung des gesamten Teams hervorragend gewesen. „Die Kunden waren alle top zufrieden, dank euch!“

Anerkennung vom Bürgermeister

Glückwünsche gab es nicht nur von R+WTextilservice-Chefredakteurin Elena Schönhaar. Der Eberschwanger Bürgermeister Josef Bleckenwegner überbrachte Grüße von der Gemeinde und betonte, wie wertvoll eine gut funktionierende Wirtschaft mit erfolgreichen Unternehmen für eine Gemeinde ist. „Wir wissen, was wir an der Firma Leitgeb haben“, so Bleckenwegner. Gerade der fast familiäre Zusammenhalt des Teams sei beeindruckend. Von der Landesinnung Oberösterreich kam Kuno Graßner mit einem Blumengruß nach Eberschwang. Er grüßte die Belegschaft auch im Namen des Bundesinnungsmeisters der österreichischen Textilreiniger, Wäscher und Färber, Walter Imp. Graßner freute sich, dass mit Leitgeb ein echter Vorzeigebetrieb geehrt wird. „Solche innovativen Textilpflegebetriebe bringen die gesamte Branche vorwärts“, sagte er und betonte die besondere Auszeichnung, die mit der Verleihung des von R+WTextilservice initiierten Branchenawards „RWin“ einhergeht.

Die internationale Expertenjury, die jährlich über die Vergabe des Preises entscheidet, war sich einig: Leitgeb punktet nicht nur mit Umweltfreundlichkeit und Qualität, sondern vor allem auch mit vorbildlicher Mitarbeiterführung. Märzendorfer sieht in ihren Mitarbeitern die „Kraft hinter der Firma“; ein respektvoller Umgang miteinander und Anerkennung sind in ihren Augen essenziell für eine positive Arbeitsatmosphäre. Jedes Jahr werden die Mitarbeiter deshalb für ihre besondere Treue geehrt, ihre Privatbekleidung wird kostenlos gereinigt und sogar Familienangehörige erhalten Rabatte. Außerdem werden die Leitgeb-Mitarbeiter am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Und auch das Teambuilding kommt nicht zu kurz. Durch regelmäßige Veranstaltungen wird der Zusammenhalt unter Kollegen gestärkt – und es werden zufriedene Fachkräfte nachhaltig an den Betrieb gebunden. Man feiert zusammen, z.B. bei runden Geburtstagen oder Grillfesten, man wächst zusammen, z.B. bei einem Firmenlauf. Das macht stark für die Herausforderungen des Wäschereialltags. Es sind u.a. kleine Gesten, die motivieren: An heißen Sommertagen gibt es regelmäßig ein Eis für die Mitarbeiter und die Schichten wurden etwas in kühlere Tageszeiten verlegt. Und auch am Tag der „RWin“-Verleihung sorgt nicht nur der Preis an sich für Motivation und ein gutes Betriebsklima. Denn nach Prosecco und Häppchen heißt es für die Mitarbeiter: Feierabend. „Das haben sie sich verdient“, so Märzendorfer.

Unternehmen mit Tradition

Seit mehr als 400 Jahren steht Leitgeb im Dienste der Reinigung, Pflege und Werterhaltung von Bekleidung, Leder und Textilien. Das traditionsreiche oberösterreichische Unternehmen hat sich mit der Zeit auf Textildienstleistungen für Hotels und Gastronomie, Industrie sowie Privatkunden spezialisiert. Neben der Wäscherei betreibt Leitgeb auch eine Textilreinigung mit mehreren Filialen.

Tina Märzendorfer, damals noch Leitgeb, stieg 2007 in die Firma ihrer Eltern ein und übernahm die Leitung 2014. Zwei Jahre später übersiedelte der komplette Betrieb vom ursprünglichen Firmensitz in Ried nach Eberschwang, etwa 10 km weiter. Den Umzug schaffte das Team mit Bravour. „Es ging sogar schneller als gedacht“, berichtet Märzendorfer, „dank des tollen Einsatzes aller Beteiligten.“ Die Mitarbeiter waren beim Neubau nicht nur mit Tatkraft, sondern auch mit ­Ideen gefragt: Sie sollten und durften mitreden, was wie installiert werden sollte. Und so sind jetzt nicht nur die Produktionshallen hell und geräumig; zur Verfügung stehen großzügige Umkleiden, ein Aufenthaltsraum mit Küche sowie ein Außenbereich mit überdachter Sitzmöglichkeit. Seit Kurzem gibt es sogar einen wäschereieigenen Hühnerstall, Eierversorgung inklusive.

Die vielen Kleinigkeiten, die Leitgeb bietet, haben Erfolg. Der Betrieb hat ausreichend Mitarbeiter, die meist langfristig bleiben. Trotzdem: Wie in vielen Gegenden macht es auch in Eberschwang die Industrie mit bekannten Namen für Leitgeb schwierig, gutes Personal zu finden. Einen Grund hierfür sieht Märzendorfer im Branchenimage und fehlender Information: „Die meisten wissen nicht, was in einer Wäscherei passiert, was dort auf sie zukommt.“ Ihre Erfahrung: Wenn sie per Stellenanzeige einen Wäschereimitarbeiter sucht, melden sich wenige. Mittlerweile schreibt man vorrangig „Näher/-in“ aus und bekommt zumindest Bewerber mit Ausbildung. Die Bewerber sollten dann aber auch gut zum Betrieb passen, schließlich wolle man alle Mitarbeiter langfristig halten, so Märzendorfer. Ihr ist außerdem wichtig, dass die Mitarbeiter stolz sind auf ihre Arbeit und ihren Arbeitgeber. Zur Anerkennung für die Mitarbeiter gehört deshalb eine faire Entlohnung. „Wir zahlen bei neuen Mitarbeitern bereits den geforderten Mindestlohn – obwohl dieser in Österreich noch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist“, erläutert die Unternehmerin. Alle anderen werden darüber entlohnt und erhalten zusätzlich Prämien. Obwohl fast alle Mitarbeiter in Vollzeit angestellt sind, werden flexi­ble Arbeitszeiten auch für Teilzeitkräfte angeboten. Das Geschäft von Leitgeb ist saisonabhängig, u.a. aufgrund der touristisch geprägten Kunden im Salzburger Raum. Der August ist der stärkste Monat. Hier sind regelmäßig Überstunden angesagt, die dann aber in den schwächeren Monaten wieder abgebaut werden.

Freude an der Arbeit

Fast nur Frauen arbeiten bei Leitgeb; die Männer sind in der Unterzahl, fühlen sich aber ebenso wohl im Unternehmen. Wie Bernhard Gadringer. Der Techniker ist bereits seit mehr als 20 Jahren bei Leitgeb. Beim Rundgang durch die Wäscherei merkt man ihm die Freude an der Arbeit an. Das Team der Textilpflege Leitgeb legt großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt sowie ein möglichst ökologisches Arbeiten. Regelmäßig wird deshalb in umweltfreundliche Technologien investiert, alle Reinigungsmittel sind material- und ressourcenschonend. Durch den Neubau mit neuem Maschinenpark, RFID-Technologie und ausgeklügeltem Haustechniksystem konnte man nicht nur Qualität und Produktivität erhöhen; auch enorme Einsparungen bei Wasser- und Energieverbrauch sowie CO2-Emissionen erreichte Leitgeb dadurch. Die Gebäudetechnik kann z.B. per Smartphone gesteuert werden – von den Dachluken über das Licht bis zur Heizung. Ein praktisches Feature, findet Roland Antoniuk, Technikerkollege von Gadringer. Er ist auch für den Fuhrpark zuständig. In der hauseigenen Werkstatt stehen nicht nur Reparaturen, sondern vor allem regelmäßige Wartungen auf dem Programm. Im Keller des neuen Betriebs befindet sich neben dem Lager auch die Wasseraufbereitungs- und Wärmerückgewinnungsanlage. In großen Tanks wird das durch das Abwasser im Wärmetauscher aufgeheizte Frischwasser gespeichert und bei Bedarf abgerufen. Auch einen Dosierraum gibt es – inklusive moderner Dosieranlagen von Christeyns. Beheizt werden die Maschinen im unreinen Bereich mit Dampf. Hierfür stehen drei Schnelldampferzeuger von Jumag bereit. „Das ist für uns flexibler, als mit einem Kessel zu arbeiten“, sagt Gadringer. Mittels Zeitdiagramm sind die Dampferzeuger automatisch eingestellt und fahren zu festen Zeiten hoch bzw. herunter. Im reinen Bereich sind alle Maschinen gasbeheizt. Das war den Technikern wichtig, um den Energieverbrauch gering zu halten. Die Umstellung von Öl auf Gas habe eine Einsparung von fast 55 Prozent der Energie bewirkt.

Die Wäscherei bearbeitet vor allem Flachwäsche, es gibt aber auch einen eigenen Bereich für Berufsbekleidung mit Tunnelfinisher und eigener Schneiderei. Insgesamt wäscht und reinigt Leitgeb täglich rund 10 t Wäsche, alles kundenbezogen. Die Kunden kommen aus einem Umkreis von etwa 100 km. Es sind private wie gewerbliche, vor allem Hotels. Für das Privatkundengeschäft hat Leitgeb drei Filialen in Ried, Grieskirchen und Vöcklabruck. Die klassische Reinigung macht insgesamt etwa 15 Prozent aus. Gereinigt wird bei Leitgeb mit Higlo von Christeyns in modernen BÖWE-Reinigungsmaschinen. Auch eine Nassreinigungsabteilung gibt es.

Insgesamt läuft es bei Leitgeb gut. Märzendorfer muss sogar fast täglich potenziellen Kunden absagen. Denn das Unternehmen will erstmal nicht so schnell expandieren – auch das ist ein Teil der nachhaltigen Unternehmensstrategie. Es sei nicht das Ziel, die „Masse“ zu bearbeiten, sondern kundenorientierte Lösungen und qualitativ hochwertige Dienstleistung anzubieten, so Märzendorfer. Neben Nachhaltigkeit, Hygiene und Sicherheit sei eben auch eine hohe Qualität der Textilien und Dienstleistungen wichtig – ein hauseigenes Qualitätsmanagementsystem sowie verschiedene Hygienezertifikate sollen einen entsprechend hohen Standard garantieren. Im vergangenen Jahr erhielt der Betrieb erstmals das „FashionCare“-Zertifikat für unabhängig überprüfte Qualität der Textilreinigung. Trotzdem will Märzendorfer mit ihrem Team nicht „stehenbleiben“. Es soll weiter investiert werden – vor allem auch in die Mitarbeiter.

sel

www.leitgeb.at

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