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Im Gespräch mit Jutta Volkmann, stellvertretende Vorsitzende des DTV-Landesverbandes NRW Doppel(t)spitze: Von nix kütt nix

Jutta Volkmann ist eine kölsche Frohnatur. Sie krempelt gern die Ärmel hoch und los geht’s. Die Begeisterung für die Textilpflege hat sie vom Vater geerbt. Fest verwurzelt in der Branche übernimmt sie jetzt auch im Textilreinigungs-Landesverband Nordrhein-Westfalen eine Führungsrolle.

Ihr Style ist authentisch: frisch, gepflegt, schick. So sieht Jutta Volkmann aus, eine überzeugende Vertreterin ihrer Zunft. Vor allem aber ist die neue, stellvertretende Präsidentin des Landesverbandes NRW eine Frau, die zupackt. „Wer in einer Wäscherei groß geworden ist, kann das“, sagt sie. Alle Unternehmer in der professionellen Textilpflege dürften das bestätigen. Eine 40-Stunden-Woche gibt es nicht. „Hat es nie gegeben“, erinnert sich die Inhaberin der Textilpflege Wäscherei Volkmann GbR in Düren und erzählt uns ihre Familiengeschichte.

Im Familiengeschäft verwurzelt

Die Stadt Düren im Regierungsbezirk Aachen liegt in Schutt und Asche als die Familie Erich Volkmann nach dem Krieg und der Flucht aus Ostpreußen hier eine neue Heimat findet. Im Jahr 1954 trifft das Familienoberhaupt eine existenziell bedeutende Entscheidung. Er verkauft die goldene Uhr, die ihm aus dem Familienbesitz geblieben ist, und investiert das Geld in zwei kleine Waschmaschinen. Damit stattet er die im Stadtzentrum angemieteten Gewerberäume aus und eröffnet eine Wäscherei. Es spricht sich schnell herum, dass die Volkmanns in der Viktoriastraße etwas vom Wäschewaschen verstehen. Es dauert nicht lange, bis sich die Geschäftsidee als sicherer Broterwerb für die Familie erweist. Mit anhaltendem Erfolg. Bis heute steht der Name Volkmann in Düren für erstklassig gewaschene und gereinigte Textilien.

Respekt, Stolz und Begeisterung liegen in ihrer Stimme, während Jutta Volkmann von ihrem Großvater und der Gründungsgeschichte berichtet. Dabei schwingt ein lebensfroher Pioniergeist mit, der in der Familie Volkmann offensichtlich über Generationen weitergegeben wird. Wobei das Geschäft mit der sauberen Wäsche kein Leichtes sei, betont die charmante Gesprächspartnerin. Sie wollte allerdings nie etwas anderes machen. Schon als kleines Mädchen, nicht einmal vier Jahre alt, steht sie auf einem Hocker vor dem großen Bügeltisch und gibt ihr Bestes. Hochmotiviert und mit Begeisterung für das Geschäft ihrer Eltern. Genauso will sie es später einmal machen. Das steht fest. Und so ist Jutta Volkmann heute genau das, was sie schon immer werden wollte.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Britta Volkmann-Heid führt sie seit 2001 den unternehmerischen Familienkurs weiter, der von Anfang an durch kontinuierliche Weiterentwicklung geprägt ist. Denn bereits drei Jahre nach Firmengründung kann sich der Großvater vergrößern und in die Nideggener Straße in Düren umziehen. Im Jahr 1968 erweitert er seine Dienstleistungen durch eine Textilreinigung; 1971 expandiert er erneut und verlegt die Wäscherei an den heutigen Standort in der Nideggener Strasse 18 a. Die Textilreinigung verbleibt – bis heute – in der Nideggener Straße 3. Die Kinder Rudolf und Gisela Volkmann steigen schließlich in den elterlichen Betrieb ein; 1981 übernehmen sie die Geschäftsleitung. Als im Jahr 2001 der Inhaber Rudolf Volkmann plötzlich verstirbt, treten seine Töchter Jutta und Britta die Nachfolge in dritter Generation an.

Frau und Technik: passt!

Der unerwartete Tod ist ein Schock und eine schmerzliche Erfahrung. Für die jungen Frauen eine unternehmerische Herausforderung zugleich, der sie sich allein darum gewachsen fühlen, weil sie ihren Betrieb aus dem Effeff kennen. Dafür hatte der Vater gesorgt. Jutta und Britta Volkmann sind nicht nur fachlich, sondern auch technisch versiert. Schon als Kinder begleiteten sie die Eltern auf Fachmessen und waren im Thema, wenn Investitionen in Maschinentechnik anstanden. Sobald sie groß genug waren, durften sie den Fahrern beim Beladen des Transporters helfen. Als sie alt genug waren, fuhren sie die Wäsche bei Bedarf selbst aus. Ihr Vater ließ sie teilhaben und teilte sein Fach- und Technikwissen mit ihnen. Davon profitieren sie bis heute. „Wer eine Wäscherei führen will, muss sich nicht nur mit Textilien auskennen, sondern vor allem mit der Technik.“ Diesen väterlichen Grundsatz beherzigte Jutta Volkmann voll und ganz. „Ich war stolz, wenn mein Vater mir zutraute, kleine Reparaturen an einer Maschine zu machen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.“

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