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Im Gespräch mit Jutta Volkmann, stellvertretende Vorsitzende des DTV-Landesverbandes NRW Doppel(t)spitze: Von nix kütt nix

Die vom Vater ebenfalls geerbte Begeisterung für das Geschäft mit der sauberen Wäsche ist immer noch ihr stärkster Motor. Sie ist knapp 24 als sie ihr Studium abbricht, um den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Die ausgebildete Industriekauffrau erinnert sich: „Das war nicht leicht, aber die richtige Entscheidung. Ich konnte zwar mein Studium der Textiltechnik mit Schwerpunkt Textilmanagement an der Textilfachschule in Mönchengladbach nicht abschließen. Dafür habe ich später die Meisterausbildung in Frankfurt absolviert und 2004 meinen Meisterbrief bekommen.“

Fachliche und praktische Unterstützung bekommen sie und ihre Schwester nach der Geschäftsübernahme von ihrer Mutter und ­ihrer Tante, die beide zu dem Zeitpunkt noch aktiv im Betrieb mitarbeiten: Hildegard Volkmann war verantwortlich für den Bereich Textilreinigung, ihre Schwägerin Gisela Bendels für die Wäscherei. Die Akzeptanz der Mitarbeiter für die jungen Chefinnen war gegeben. „Wir sind ja im Betrieb aufgewachsen. Alle kannten uns – und wir kannten alle. So hatten wir auf jeden Fall einen Vertrauensbonus“, betont Jutta Volkmann. Da sie in den Semesterferien „selbstverständlich“ im elterlichen Betrieb mitarbeitete, ist sie mit den Geschäftsabläufen und aktuellen Produktionsprozessen vertraut.

Jeder gibt sein Bestes

Inzwischen ist Jutta Volkmann verantwortlich für die gesamte Produktion, während Britta Volkmann-Heid die administrativen Geschäfte führt. So ergänzen sich die Schwestern perfekt und behaupten sich mit derzeit 15 Mitarbeitern am Markt. Ihr Erfolgs­geheimnis ist einfach und einleuchtend: „Wir geben unser Bestes.“ Dazu gehört auch eine kooperative Führung der Mitarbeiter, von denen die meisten schon sehr lange im Unternehmen tätig sind. Die familiäre Atmosphäre motiviert und kommt bei den Kunden an. „Wir überzeugen durch Kundennähe, eine direkte persönliche Ansprache und hohe Dienstleistungsbereitschaft, sowohl im Privatkundengeschäft als auch im Kontakt mit den gewerblichen Kunden“, erklärt Jutta Volkmann.

Das Dienstleistungsspektrum des Mischbetriebes ist vielfältig. Im Bereich der Textilreinigung nutzen sowohl Individualkunden als auch gewerbliche Kunden das Angebot: von der Reinigung des Sakkos oder Brautkleides über die Pflege von Federbetten bis zur Aufbereitung von Brandschäden. Von den Wäscherei- und Leasingleistungen profitieren in erster Linie Hotels, Restaurants, Handwerksbetriebe und kleinere Industrieunternehmen. Neben dem Leistungsmix ist es die Erledigung von Spezialaufträgen, mit denen sich die Volkmann-Schwestern am Ort und in der Region ihren guten Namen machen.

Ganz einfach: „wäschereijeck“

Flexibilität gehört zum Geschäft und ist eine von Jutta Volkmanns nennenswerten Eigenschaften. Sie sei ganz einfach „wäschereijeck“ und durchaus zielstrebig. Dass sie im März dieses Jahres zur zweiten Vorsitzenden des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen gewählt wurde, war allerdings weder langfristig noch strategisch geplant. Wie immer entschied sie sich spontan, aber entschlossen und stellte sich im Rahmen des diesjährigen Landesverbandstages zur Wahl. Nachdem ihre Verbandskollegen sie vertrauensvoll dazu ermutigt hatten. Ihr Vorstandskollege Holger Schäfer begrüßt das sehr. Er findet es ideal, dass die neue Doppelspitze des Landesverbandes NRW nun Erfahrungen und Kompetenzen aus der klassischen Textilreinigung und dem Wäschereigeschäft bündelt. Gemeinsam repräsentieren Holger Schäfer, Inhaber der Textilreinigung Schäfer in Beverungen, und Jutta Volkmann eine neue, ambitionierte Generation von Unternehmern, die für ihren Landesverband und die Branche viel erreichen will: Zusammenhalt stärken, Mitglieder gewinnen und eine Verjüngung auf breiter Ebene.

Der erste folgerichtige Schritt ist getan: die Neubesetzung des Präsidiums. Jutta Volkmann ist zuversichtlich – wie immer. In das Engagement ihres Branchenkollegen Holger Schäfer hat sie großes Vertrauen. Sie setzt zudem auf die Unterstützung der erfahrenen Verbandsmitglieder, die dem Landesverband NRW in den vergangenen Jahrzehnten ein starkes Profil gaben und für ein wirtschaftlich sicheres Fundament sorgten. „Als neues Vorstandsteam können wir auf das aufbauen, was unsere Kollegen bereits geschaffen haben“, erklärt sie. Es sei außerdem beruhigend, „die alten Hasen“ wie Philipp Lennemann und Siegfried Lange nach wie vor im Rücken zu haben. Die seien ja nicht plötzlich verschwunden, sondern bereit, jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Jutta Volkmanns persönliches Anliegen ist es, sich für ein positives Berufsbild und ein besseres Image der Textilpflegebranche einzusetzen. Im Zeitalter des Fachkräftemangels sieht sie für ausgebildete Textilreiniger gute Zukunftschancen, insbesondere auch für Frauen. Sie wünscht sich, dass das Berufsbild präsenter gemacht und der gesellschaftliche Nutzen deutlicher wird. Sie will aktiv daran mitarbeiten, unter anderem die Aus- und Weiterbildungssituation regional zu verbessern. „Ich bin sehr gespannt. Der bisherige Vorstand hat viele Jahre lang eine wunderbare ­Arbeit geleistet. In diese Fußstapfen zu treten, ist nicht leicht. Aber wir werden schon sehen, was getan werden muss. Von nix kütt nix!“

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