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Zertifikate für hygienisches Waschen Gütezeichen sachgemäße Wäschepflege werden 80

Mit Gütezeichen wird die Qualität von Wäsche in Krankenhäusern, Lebensmittelbetrieben und Pflegeeinrichtungen gesichert. Dieses Jahr feiern die „Gütezeichen sachgemäße Wäschepflege“ ihr 80-jähriges Jubiläum.

In den 1930ern wurde die Idee, Gütezeichen für Dienstleistungen zu schaffen, skeptisch betrachtet. Nichtsdestotrotz etablierten sich die Siegel für sachgemäßes Waschen. Dieses Jahr, 80 Jahre später, feiern die "Gütezeichen sachgemäße Wäschepflege" ihr Jubliäum. Nach wie vor sichern die Qualität in Krankenhäusern, Lebensmittelbetrieben und Co. - und das über die Ländergrenzen hinaus.

Die Anfänge der Gütezeichen

Ihren Anfang fanden die „Gütezeichen sachgemäße Wäschepflege“ 1935 durch den Wäschereibetreiber Willy Löcher aus Köln. Die Idee, Gütezeichen für eine Dienstleistung zu schaffen war neu – damals waren lediglich Gütezeichen für Waren üblich. Es dauerte, bis sich die Wäschereibetreiber mehrheitlich hinter Löchers Idee stellten. 1938 wurde das Gütezeichen für sachgemäßes Waschen offiziell ins Leben gerufen. Danach profitierte die Initiative von der wirtschaftlichen Entwicklung: Im Zuge des deutschen Wirtschaftswunders erreichten nicht nur gewerbliche Wäschereien zu Beginn der 1950er Jahr einen relativ hohen technischen Standard. Auch die Zulieferindustrie konnte innovative Produkte in gleichbleibender Qualität liefern. Der Weg war frei für die Gründung einer neue Gütegemeinschaft für sachgemäßes Waschen. „Willy Löcher hat hier wieder die Initiative ergriffen“, erklärt Prof. Dr. Josef Kurz, stellvertretender Leiter bei Hohenstein, dem wissenschaftlichen Partner der Gütegemeinschaft. Am 24. Februar 1953 wurde das „Gütezeichen für sachgemäßes Waschen“ vom „RAL-Ausschuss für Lieferbedingungen und Gütesicherung beim Deutschen Normenausschuss“ offiziell anerkannt. Kurz zufolge stieß die Idee eines eigenen Gütezeichens bei den Wäschereibesitzern auf großes Interesse. Ende 1953 führten 40 Wäschereien das Gütezeichen.

Die Entwicklung der Gütezeichen – ein Überblick

  • RAL-GZ 992/1 Objekt- und Haushaltswäsche – seit 1953 Mit dem Erfolg der Haushaltswaschmaschinen Mitte der 1960er Jahre, öffnete sich für Gütezeichenbetriebe ein neuer Markt nach amerikanischem Vorbild: die Mietwäsche im Objekt. Davor konzentrierten sich die gewerblichen Wäschereien fast ausschließlich auf Haushaltswäsche.
  • RAL-GZ 992/2 Krankenhaus – seit 1986 In den 1970ern zeigte sich ein weiterer Trend: Immer mehr Krankenhäuser lösten ihre eigenen Wäschereien auf, stattdessen wurde die Krankenhauswäsche immer öfter von gewerblichen Wäschereien bearbeitet. Als Folge mussten höhere Hygienestandards eingeführt, u.a. um das Personal vor Infektionen zu schützen.
  • RAL-GZ 992/3 Wäsche aus Lebensmittelbetrieben Neben dem Gesundheitswesen sind, u.a. durch die Einführung des HACCP-Konzepts, auch in der Lebensmittelbranche neue hygienische Standards entstanden. Es entwickelten sich konkrete hygienische Anforderungen an die Bekleidung der Mitarbeiter aus Lebensmittelbetrieben.
  • RAL-GZ 992/4 Bewohnerwäsche aus Pflegeeinrichtungen – seit 2011 Ein weiterer Bereich für mehr Hygiene entwickelte sich aus der demografischen Entwicklung Deutschlands: Immer mehr Menschen leben im Alter in Pflegeeinrichtungen. Auch hier muss die persönliche Wäsche nach hygienischen Richtlinien gepflegt werden.
Gedacht waren die „Gütezeichen 992 für sachgemäße Wäschepflege“ für deutsche Wäschereibetriebe, mittlerweile haben sie sich auch in anderen Ländern etabliert, beispielsweise in Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Dänemark, Russland oder den Vereingisten Arabischen Emiraten. Die externen Kontrollen durch Hohenstein werden in diesen Ländern nach den gleichen Kriterien durchgeführt wie in Deutschland, so der Prüfdienstleister.
80 Jahre Gütezeichen sachgemäße Wäschepflege

Weiterentwicklung der Gütegemeinschaft: Neue Impulse

Prof. Dr. Josef Kurz zufolge ist für die Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege die „stetige Hinwendung zum Fortschritt, ohne ihre traditionellen Wurzeln zu vergessen“, kennzeichnend. Derzeit stellt die Gütegemeinschaft die Weichen für eine zeitgemäße strategische Weiterentwicklung der Gütegemeinschaft. Die neue Führung mit Dr. Timo Hammer als Geschäftsführer und Andreas Janning als stellvertretendem Geschäftsführer hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, mit neuen Impulsen gleichermaßen Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Zukunftsfähigkeit der Gütezeichenbetriebe zu fördern.

Der weiteren Entwicklung sowie verschiedenen Themen aus der Wäschereibranche widmet sich in diesem Jahr die Jahrestagung der Gütegemeinschaft vom 25. bis 27. Oktober 2018 in Kassel. Was die Tagung den Besuchern zu bieten hat, berichtete R+WTextilservice bereits im vergangenen Jahr. Das Programm und Anmeldemöglichkeiten für die kommende Veranstaltung gibt es auf www.waeschereien.de .

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