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Fußball-WM 2018 Imprägnierte Fußball-Trikots: Spezielle "Textilausrüstung" aus Kolumbien

Zur Fußball-WM sind sie stark nachgefragt: Trikots der teilnehmenden Mannschaften. Es gibt sie aus verschiedenen Materialien und mit verschiedenen Ausrüstungen. Aus Kolumbien, so konnte man der Tagespresse entnehmen, kommt eine ganz spezielle "Textilausrüstung", die die Polizei auf den Plan rief.

Textilausrüstung mal anders: Weltmeisterschaftstrikots der kolumbianischen Nationalmannschaft sollten von Kolumbien aus nach Groningen in die Niederlande geschickt werden. Bei der Ausfuhrkontrolle in Bogota wurde die Behörde jedoch stutzig. Eine in Auftrag gegebene Analyse ergab, dass jedes Shirt mit Kokain imprägniert war.

Das Kokain war zuvor aufgelöst und sozusagen als Imprägnierung auf die Trikots aufgebracht worden. Durch ein Extrahierverfahren in Groningen sollte das Kokain dann wieder zurückgewonnen werden. Die gefundene Menge entspricht offenbar einem Straßenverkaufswert von 3,2 Millionen Euro, wie u.a. "NWZ online" berichtet.

Die Mengenangaben der Pressemeldung lassen sich anzweifeln: Danach soll es sich um 14 Trikots handeln die mit jeweils 5 kg Kokain ausgerüstet wurden. Ein Trikot mit etwa 150 g Eigengewicht kann schwerlich mit 5 kg Kokain „imprägniert“ werden. Aber es würde erklären, warum die Trikots den Behörden aufgefallen sind. "Die Shirts waren etwa 15 Prozent schwerer als vom Hersteller Adidas angegeben", schreibt das Fußballportal "11Freunde".

Das Fußballportal "laola1.at" schreibt, dass es sich im getrockneten Zustand um insgesamt 5 kg Kokain handelt. Verteilt auf die Trikots wären das dann etwa 360 g Kokain pro Shirt - immer noch zu viel, um nicht augenfällig zu sein.

Vielleicht waren es aber auch 14 Kartons mit vielen Trikots? Hier könnte man dann das Kokain als Imprägnierung aufgebracht haben, ohne dass es optisch auffällt - eine aus textilfachlicher Sicht denkbare Möglichkeit, Kokain zu schmuggeln. Auch könnte es die Zöllner stutzig gemacht haben, dass 14 große Kartons mit Trikots der Nationalmannschaft in den Niederlanden einen Absatzmarkt finden sollen. Wobei: Irgendein Team müssen die nicht für die WM qualifizierten Niederländer ja unterstützen.

Ein Polizeisprecher in Bogota kommentierte: „Die Drogenschmuggler wollten die Euphorie der Fans für die Nationalmannschaft ausnutzen.“

Noch mehr Geschichten rund um Fußball, Textilien und Trikots gibt es im Folgenden:

Fußball und Textilien: Trikotleidenschaft 

Fußballspieler haben nicht irgendwas an, sondern Trikots aus speziellem Gewebe und mit speziellem Design. Der Präsident des „Bunds der Trikotsammler“, Jens Jockel, schaut bei Fußballgroßereignissen in erster Linie auf die Textilien. Ihm haben es exotische Jerseys angetan, beim Waschen ist er daher besonders vorsichtig. R+WTextilservice gibt einen Einblick in den Kleiderschrank von Jens Jockel: Textile Exoten statt Langeweile. Jockel sagt: 70 bis 80 Prozent der Sammler würden von Fußballern verschwitzte Trikots niemals waschen.

Fußball und dreckige Wäsche: Waschen für den DFB 

Zur Fußball-WM 2014 in Brasilien haben wir über einen ganz besonderen Auftrag der Wäscherei Heimerl berichtet: Der familiengeführte Betrieb aus Wölfersheim wäscht die Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Wie es dazu kam und was schlimmer ist - Gras-, Blutflecken oder Gestank - das erfahren Sie im Artikel "Der Stress im Abseits".

Außerdem beantwortet R+WTextilservice die Frage, was eigentlich mit den Trikots nach der WM passiert. Wir haben beim DFB nachgefragt.

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