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Jubiläum Klasse Wäsche feiert 10-jähriges Bestehen

Hauseigene Wäschereien in Hotellerie sowie Alten- und Pflegeheimen haben fünf Vorteile: "Qualität, Umweltschutz und Nachhaltigkeit, dazu Unabhängigkeit und Wirtschaftlichkeit." Das sagte Simon Meinschad im Jahr 2011 und gründete mit Gerhard Mahr zum Jahreswechsel 2012 Klasse Wäsche in Österreich. So ist die Interessensgemeinschaft heute aufgestellt.

"Bei unseren ersten Treffen haben wir Gründungsmitglieder schon die gemeinsame Leidenschaft für die hauseigene Wäscherei festgestellt. Und diese Leidenschaft verband uns, auch wenn wir teils im alltäglichen Geschäft sogar Konkurrenten waren", erinnert sich Simon Meinschad, ehemaliger Sprecher von Klasse Wäsche. "Wir haben alle daran geglaubt, dass man mit hauseigenen Wäschereien nachhaltig Wertschöpfung betreiben, regionale Arbeitsplätze schaffen und sogar Menschen mit Behinderung eine Beschäftigung bieten kann." Diese Vorteile auch zu kommunizieren, war der Gründungsgedanke einer marken- und produktneutralen Plattform, die seit nunmehr zehn Jahren Hotellerie und Gastronomie sowie Alten- und Pflegeheime kostenlos berät. Die Gründungssitzung fand damals im Miele-Center Salzburg statt, Gründungsmitglieder sind Ecolab, haidenthaller, hollu, Miele Professional, Schranz, Schulthess, Wäschekrone und Zollner.

Klasse Wäsche 5-Jahr-Feier

Klasse Wäsche: Die Anfänge

Im Jahre 2013 tritt Südtirol dem Interessensverband bei, in 2014 dann auch Deutschland. Im Manifest vom 15. Dezember 2014 wird Klasse Wäsche Deutschland als eigenständige Interessenvertretung mit anderen Mitgliedern als in Österreich eingetragen, auch eine eigene Homepage wird eingerichtet (www.klassewaesche.de). Erst im Jahre 2016 erfolgt dann die Verschmelzung der Internetauftritte unter www.klassewaesche.com.

Eine erste Umfrage zur Bedeutung von Wäsche für Hotelgäste wurde im Jahre 2015 durchgeführt. Die Ergebnisse waren dabei mehr als eindeutig: 9 von 10 Befragten empfanden die Qualität der Wäsche als Indikator für die Gesamtqualität des Hotels. Auch die Häufigkeit, mit der die Gäste auf die eingesetzten Textilien achten, fiel damals hoch aus. Etwa 85 Prozent der Befragten gaben an, fast immer auf die Qualität zu achten.

Klasse-Wäsche-Geschichten-Wettbewerb

Klasse-Wäsche-Geschichten-Wettbewerb

Im Jahre 2017 wurde der erste Klasse-Wäsche-Geschichten-Wettbewerb durchgeführt. Mit einer Geschichte über ihre Dienstkleidung als OP-Schwester konnte in Österreich Helene Liendl dabei die Jury überzeugen. In Deutschland und als Gesamtsieger berührte der 87-jährige Oswald Weisner mit seiner Geschichte über das Hochzeitskleid seiner verstorbenen Frau. "Die Geschichten sind mehr als nur Erinnerungen an ein Kleidungsstück. Sie sind ein Stück sehr persönlicher Lebensgeschichte und auch Zeitgeschichte", so die Klasse-Wäsche-Sprecher Martin Hübner und Simon Meinschad bei der damaligen Preisverleihung.

2017 übernimmt dann Markus Wendlinger den Posten des Sprechers bei Klasse Wäsche. Diese Funktion bekleidet der Geschäftsleiter Vertrieb & Service bei der hollu Systemhygiene GmbH (Zirl/Österreich) bis heute.

In Österreich beginnt die Interessensgemeinschaft im Jahre 2018 damit, Schulungsunterlagen für Tourismusschulen rund um eine hauseigene Wäscherei bereitzustellen. Anhand eines Business Cases können Schüler im Anschluss ihr Wissen überprüfen und begründen, ob sie sich im Beispielsfall für ein In- oder Outsourcing der Wäsche entscheiden würden.

Meilenstein: Gütesiegel für ausgezeichnete Hygiene

Einen weiteren wichtigen Meilenstein stellt das Klasse-Wäsche-Gütesiegel dar. Dieses wurde im März 2019 aus der Taufe gehoben und noch im selben Jahr zum ersten Mal verliehen. Den Kriterienkatalog für diesen umfassenden Check entwickelte Klasse Wäsche gemeinsam mit dem OETI-Institut für Ökologie-Technik und Innovation GmbH, kurz OETI. Brigitta Colbert vom OETI: "Die Anforderungen zur Erreichung des Gütesiegels sind sehr anspruchsvoll und dennoch für die Betriebe praktikabel und umsetzbar." Als erster Hotelbetrieb wurde die Tiroler Alpenresort Schwarz Company 2019 mit dem Klasse-­Wäsche-Gütesiegel ausgezeichnet.

Für die Erreichung des Gütesiegels wird die Wäscherei nach technischen, organisatorischen, personellen und hy­gienischen Anforderungen geprüft. Erweitert wurde der Kriterienkatalog um die Abklatschprobe. Dies ist ein Verfahren, um Verunreinigungen von Gegenständen und Personen festzustellen. Neu hinzugefügt wurde unter anderem auch die Wasserprobe. Klasse-Wäsche-Sprecher Markus Wendlinger: "Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. In dem momentanen Kontext war es unerlässlich, das Gütesiegel anzupassen und den Fokus auf Hygiene zu verstärken. Zusätzlich wollten wir auch deutschen Alten- und Pflegeheimen die Möglichkeit geben, sich zertifizieren zu lassen. Dafür arbeiten wir mit dem wfK – The Cleaning Institute zusammen, das die Arbeit des zertifizierenden österreichischen OETI Instituts vor Ort in Deutschland übernimmt." Somit können sich seit 2021 auch Hotels sowie Alten- und Pflegeheime in Deutschland zertifizieren lassen. Der Kriterienkatalog wurde komplett überarbeitet und an die Pandemie-bedingten ­Bedürfnisse angepasst.

Klasse Wäsche empfiehlt Leitern und Hauswirtschaftsleitern von Alten- und Pflegeheimen, ihre hauseigene Wäscherei mit dem Gütesiegel "Klasse Wäsche Inspected Quality" zertifizieren zu lassen und dieses Siegel dann auch aktiv für Werbezwecke zu nutzen. Wendlinger: "Das Gütesiegel kann beantragt werden, wenn mindestens die Hälfte der Wäsche im Haus in der eigenen Wäscherei gewaschen wird. Im ersten Jahr bedarf es einer Erstzertifizierung. Nach einem Jahr genügt ein Self-Assessment für eine Re-Zertifizierung. Erst nach zwei Jahren kommt wieder ein Prüfer ins Haus." Die Kriterien gliedern sich nach Muss- und nach Soll-Kriterien. Wer alle Muss-Kriterien erfüllt, wird mit dem Klasse-Wäsche-Gütesiegel in Bronze ausgezeichnet. Wer Bonuspunkte erhält, kann mit einem Siegel in Silber oder sogar Gold glänzen.

Und nun im Jubiläumsjahr? Die Hoffnungen auf verschiedene Messeteilnahmen (wie beispielsweise die Altenpflege in Essen) scheinen berechtigt. Markus Wendlinger: "Wir freuen uns, in diesem Jahr wieder persönlich und vor Ort bestehende Kontakte zu pflegen und neue knüpfen zu können."

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