Österreich -

Mindestlohn in Österreich Kleine und mittlere Betriebe stark betroffen

3 Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (­WIFO) in Wien fertigte im Auftrag der Arbeitskammer Wien eine Studie zum Mindestlohn. Die am Samstag, den 9. September 2017, in der Tageszeitung „Die Presse“ publizierten Details zur Mindestlohnstudie zeigen laut WKÖ, dass kleine und mittlere Unternehmen überproportional betroffen sind. Im Vergleich zu Großbetrieben würden die Mindestlöhne bei kleinen Unternehmen um etwa 20 Prozent stärker steigen. „Über alle Branchen wird der Mindestlohn bis 2020 zu verkraften sein. Im Bereich von Branchen wie den Floristen, der Nahrungsmittelerzeugung, den Wäschereien und anderen wird die Einführung des Mindestlohns viele Betriebe an ihre Grenzen bringen“, sagt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk. In diesen Geschäftszweigen bewegen sich die Betriebsgrößen von 90 bis 95 Prozent der Unternehmen bei weniger als neun Mitarbeitern, so die WKÖ.

Wirtschaft bis 2020 in Vorleistung gegangen

„Die Wirtschaft ist mit der Zustimmung zur Einführung eines Mindestlohns von 1.500 Euro bis 2020 in Vorleistung getreten. Die nun vorliegenden Zahlen zeigen, dass der Mindestlohn für unsere kleinen und mittleren Betriebe schwer zu stemmen ist. Wir brauchen daher eine Entlastung sowohl was mehr Möglichkeiten bei den Arbeitszeiten anlangt, als auch bei den Lohnnebenkosten“, so Scheichelbauer-Schuster. Denn auch hier seien es die kleinen und mittleren Unternehmen, die überproportional von unflexiblen Arbeitszeiten und der hohen steuerlichen Belastung betroffen sind.

Mindestlohn über deutschem Wert

„Volkswirtschaftlich mag die Etappenlösung der Sozialpartner zum Mindestlohn verkraftbar sein, für die betroffenen Branchen bringt sie aber erhebliche Belastungen“, kommentiert Rolf Gleißner, stellvertretender Abteilungsleiter für Sozialpolitik in der WKÖ. Er bezieht sich auf Aussagen, die die Arbeitskammer Wien zur Mindestlohnstudie in „Die Presse“ traf. Das WIFO rechnet demnach mit Einkommenssteigerungen bzw. Mehrkosten von 910 Millionen Euro.

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