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Kontaminierte Wäsche waschen Coronavirus: Das müssen Textilpfleger jetzt beachten

Rasend schnell verbreitet sich das Coronavirus. Das verunsichert. Gerade Beschäftigte in der Textilpflege fragen sich, ob sie sich an kontaminierter Wäsche anstecken können. Welches Risiko besteht und was der internationale Textilpflegedachverband CINET empfiehlt.

Wäsche, die in Textilpflegeunternehmen abgegeben wird, kann mit dem neuartigen Coronavirus kontaminiert sein. Das Problem: Man sieht es nicht. So schreibt es der Internationale Dachverband der Textilpflege CINET in einer neu ausgearbeiteten Risikoanalyse. Die Handlungsempfehlungen richten sich an Beschäftigte der Branche.

Das oberste Ziel ist, sich selbst und seine Mitarbeiter zu schützen und zu verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreitet.

Welche Risiken bestehen für Textilpfleger?

Generell schätzt CINET das Risiko, sich durch den Umgang mit Wäsche anzustecken als gering ein. In der Regel wird das Virus wird per Tröpfcheninfektion, also durch Niesen oder Husten, von Mensch zu Mensch übertragen. Neben regelmäßigem Händewaschen empfehlen Virologen, soziale Kontakte zu vermeiden. Regelmäßiges Wäschewaschen ist laut CINET immer noch der beste Weg, das Virus zu bekämpfen. Der Erreger hält sich nach bisherigen Erkenntnissen nur wenige Tage außerhalb des menschlichen Körpers. Aus Erfahrung mit dem SARS-1-Virus gehen Fachleute davon aus, dass sich Corona in Kot länger hält. Der Verband rät zur Vorsicht im Umgang mit kontaminierter Wäsche.

Corona in der Waschmaschine

  • Hohe Temperaturen und langes Waschen zerstören das Virus.
  • Die Zugabe von Desinfektionsmittel verstärkt diesen Prozess.

Das müssen Textilpfleger im Alltag beachten

Allgemein gilt:
  • Regelmäßig Hände waschen.
  • In die Ellenbeuge Niesen oder Husten.
  • Taschentücher nach einmaligem Benutzen entsorgen.
Beim Waschen kontaminierter Wäsche gilt:
  • Wer mit schmutziger, möglicherweise kontaminierter Wäsche hantiert, dem empfiehlt CINET, Handschuhe zu tragen.
  • Geht kontaminierte Wäsche nicht seperat ein, sollte laut Cinet auch ein Mundschutz "Typ FFP2" getragen werden.
  • Kommen die Mitarbeiter durch Spritzwasser mit kontaminierter Wäsche in Kontakt, empfiehlt CINET das Tragen von Schutzkitteln.
  • Fehlt diese Schutzbekleidung, raten die Experten dazu, die Wäsche fünf Tage lang seperat zu lagern. So soll das Virus absterben.    

So gehen Textilreiniger im Einzelhandel mit infizierter Wäsche um

 
  • Grundsätzlich gilt: Kontaminierte Wäsche soll in geschlossenen, eindeutig gekennzeichneten Beuteln geliefert werden.
  • Informieren Sie Ihre Kunden.
  • Bringen Sie Schilder an. Die Aufschrift: "Übergeben Sie kontaminierte COVID-19-Wäsche nur in geschlossenen Beuteln".
  • Hängen Sie diese Hinweise gut sichtbar in alle Bereiche, die Kunden betreten, also Läden, Depots und Sammelstellen. Weisen Sie auch online darauf hin.
  • Sprechen Sie direkt mit Kunden und erklären Sie das Vorgehen. Beispielsweise mit Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern.
  • Fahrer sollten unbedingt Handschuhe tragen. Vorsicht: Beim Ausziehen der Handschuhe kann das Virus übertragen werden. Daher unbedingt sofort danach die Hände waschen.
  • Liegt die Wäsche nicht in einem geschlossenen Wäschesack, empfehlen Experten auch eine Gesichtsmaske zu tragen. Auch nach dem Ablegen des Gesichtsschutzes gilt, sofort Hände waschen.
  • Bei Verdacht, dass gelieferte Wäsche kontaminiert sein könnte, verhalten Sie sich wie oben beschrieben.

Kontaminierte Wäsche waschen

  • Noch fehlen laut CINET verlässliche Untersuchungen, welche Reinigungsverfahren und Lösungsmittel das Virus am wirksamsten abtöten.
  • Experten vom Niederländischen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM), Mikrobiologen und internationale Chemielieferanten empfehlen, Wäsche zehn Minuten bei einer Mindestemperatur von 80 °C zu waschen oder 25 Minuten lang bei 70°C.
  • Beim Waschen mit niedriger Temperatur muss bei der Nassreinigung ein Desinfektionsmittel (Peressigsäure) zugesetzt werden.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Lieferanten.

Infizierte Wäsche lagern

  • Sie können kontaminierte Wäsche sofort verarbeiten.
  • Fehlen die Kapazitäten, datieren Sie die Taschen und lagern Sie die schmutzige, infizierte Wäsche. Legen Sie die geschlossenen Beutel fünf Tage lang in einem gesonderten, geschlossenen Bereich bei Raumtemperatur.
  • Das Virus überlebt nach bisherigen Kenntnissen etwa drei Tage außerhalb des Körpers. Eine lange Lagerzeit bietet laut CINET zusätzliche Sicherheit.

 Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen haben spezielle Regelungen

  • In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten gesonderte Regeln und Standards beim Umgang mit infizierter Wäsche.
  • CINET empfiehlt, diese im Einzelfall mit allen Beteiligten nochmals abzusprechen.
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