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Existenz Kostenexplosion: DTV fordert Entlastungen

Die Preise explodieren: Rohstoffe werden teurer, der Mindestlohn steigt und die Baumwollpreise ziehen an – und das gleichzeitig. Die Teuerungen im zweistelligen Prozentbereich können die rund 4.000 zumeist mittelständischen Betriebe nicht abfangen, betont der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) und warnt vor Versorgungsengpässen. Welche Entlastungen der DTV fordert.

Unternehmen bekommen dieser Tage keine Atempause. Die Pandemie ist noch nicht vorbei und schon stehen Betriebe vor der nächsten nie da gewesenen Herausforderung: Die aktuelle Kostenexplosion stellt Textilservicebetriebe erneut vor existenzielle Probleme.

Die rund 4.000 zumeist mittelständischen Betriebe der Textilpflegebranche schrieben durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Einschränkungen Umsatzverluste von 50 Prozent und mehr, so der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV). Nicht jede Sparte hat sich davon bereits erholt: Insbesondere Reinigungen mit Privatkundengeschäft und Wäschereien für Hotellerie und Gastronomie sind noch immer betroffen. Was die Situation verschärft: Nun steigen in fast allen Bereichen die Preise massiv an.

DTV appelliert an Bundesregierung

"Unsere Unternehmen waren gerade erst mit vorsichtigem Optimismus ins neue Jahr gestartet und hatten gehofft, die teilweise dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr überwinden zu können", ordnet DTV-Hauptgeschäftsführer Andreas Schumacher ein. Diese Hoffnungen habe sich aufgrund der massiven Kostensteigerungen zerschlagen."

"Wir appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung, eine spürbare Entlastung bei den Energiepreisen auf den Weg zu bringen", betont er. Die Abschaffung der EEG-Umlage sei lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. "Viele mittelständische Unternehmen drohen unter der Kostenlast für Gas, Öl und Strom zusammenzubrechen."

Auch die im Gesundheitswesen tätigen Wäschereien, die durch Corona bislang kaum Umsatzeinbußen verzeichneten, geraten angesichts der Kostenentwicklungen bei Energie und Rohstoffen unter Druck: Bei institutionellen Kunden, insbesondere bei Krankenhäusern und Pflegeheimen, schließen bestehende Verträge eine Weitergabe von Preissteigerungen während der Laufzeit oft aus.

Darüber hinaus wartet im Herbst bereits die nächste Kostensteigerung: Der Mindestlohn soll auf 12 Euro erhöht werden. Ein Ende der Preisspirale ist durch die Unsicherheiten aufgrund des Krieges in der Ukraine nicht in Sicht.

Sorge um Versorgungssicherheit wächst

Die unklare Situation bezüglich der Versorgung mit Gas und Öl bereitet der Branche Sorgen. Einzelnen Betrieben erhielten nach Angaben des DTV bereits weniger Öl geliefert als geplant. Diese Entwicklung könnte problematische Folgen nach sich ziehen: Stehen systemrelevante Textilservicebetriebe aufgrund fehlender fossiler Energie still, entstehen Versorgungsengpässe – in Krankenhäusern, bei Feuerwehren, bei Energieversorgern, aber auch in der Lebensmittelindustrie. Alle Bereiche beliefert die Textilpflegebranche mit hygienischer Wäsche und Berufsbekleidung.

"Den Betrieben stehen kurzfristig keine technologischen Alternativen für die Dampferzeugung zur Verfügung", erklärt Schumacher. Sie sind zwangsweise auf Gas oder Öl für den Betrieb von Dampfkesseln angewiesen. Um sicherzustellen, dass die Branche weiterhin hygienisch aufbereiteten Textilien zur Verfügung stellen kann, fordert er eine priorisierte Belieferung des Textilservice: "Gas und Öl ist essenziell für die Aufrechterhaltung und Versorgung der kritischen Infrastruktur, aber auch für die vielen Vertriebenen aus der Ukraine, die in ihren Unterkünften ebenfalls auf eine hygienische Textilversorgung angewiesen sein werden."

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