Textilien -

Textilforschung Neue Stoffe für Schutzbekleidung

Wissenschaftler des Bekleidungsphysiologischen Instituts Hohenstein (BPI), des Sächsischen Textilforschungsinstituts (STFI) und des Thüringischen Instituts für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) haben im Rahmen eines Forschungsprojektes Alternativen zu antistatischen Textilien auf Basis von Karbon-Filamenten entwickelt.

Die Forscher untersuchten verschiedene elektrisch leitfähige Zellulose-Stapelfasern (L-CLY-S), Mischgarne und Zellulose-Filamente (L-CLY-F) auf ihre Eignung zur Herstellung von Schutzbekleidung. Die antistatische Wirkung wurde im Neuzustand und nach über 100 Waschzyklen gemäß DIN EN ISO 15797 bei desinfizierenden und nicht desinfizierenden Waschverfahren kontrolliert. Nach den Forschungsergebnissen erwies sich die Waschbeständigkeit der neu entwickelten leitfähigen Lyocell Stapelfaser- und Filamentsysteme als sehr hoch. Die elektrischen Eigenschaften der geprüften Faser- und Filamentstrukturen blieben demnach innerhalb der durchgeführten 100 Waschzyklen nahezu konstant. Daran änderten auch teilweise mechanisch bedingte Schädigungen nichts, die bei den Filamentmaterialien ab etwa 60 Waschbehandlungen beobachtet wurden. Als mechanisch belastbarer hätten sich die verwendeten Stapelfasern im Mischgarn erwiesen. Nach Einschätzung der Forschungsgruppe bieten die entwickelten antistatischen Lyocellfasern eine interessante Alternative zu den am Markt erhältlichen Karbon-Filamenten. Beispielsweise sei der Tragekomfort bei vergleichbarer industrieller Waschbeständigkeit enorm hoch.

Die Einsatzbereiche antistatischer Berufsbekleidung sind vielfältig: Die Eigenschaften der verwendeten Textilien schützen u.a. vor hochenergetischen Ladungskonzentrationen in explosionsgefährdeten Bereichen wie Tankstellen, Chemie- und Pharmabetrieben oder medizinischen Einrichtungen.

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