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Nachhaltige Textilien und Zertifizierung Oeko-Tex: Label für Leder und Neuregelungen

Bei der internationalen Oeko-Tex-Gemeinschaft gibt es zum Jahresbeginn einige Neuerungen. Mit einem neuen Label für Leder können nun auch Produzenten und Anbieter von Lederwaren ihre Produkte auf Schadstoffe prüfen und zertifizieren lassen. Oeko-Tex feiert dieses Jahr 25. Geburtstag – und auch im Jubiläumsjahr hat die Gemeinschaft die Anforderungen für ihre Produkte überarbeitet und die Neuregelungen veröffentlicht. Eine weitere News: Oeko-Tex tritt dem Programm "Zero Discharge of Hazardous Chemicals" (ZDHC) bei.

Ab Januar 2017 können auch Produzenten und Anbieter von Lederwaren ihre Produkte von der internationalen Oeko-Tex-Gemeinschaft auf Schadstoffe prüfen und zertifizieren lassen. Basis ist der neue „Leather Standard by Oeko-Tex“, der anlässlich des Jahrestreffens der Oeko-Tex-Institutsleiter Anfang November 2016 im belgischen Ostende ge­launcht wurde. Mit dem neuen „Leather Standard“-Produkt­label zeichnet die Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textil- und Leder-Ökologie künftig Lederartikel aus, die den Anforderungen des „Leather Standard“-Kriterienkatalogs entsprechen. Prüfkriterien und Grenzwerte sollen dabei vielfach über national und international geltende Vorgaben hinausgehen. Als weitere Partner für die Überprüfung von Lederwaren konnte Oeko-Tex das Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK), Freiberg, sowie das Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI) gewinnen.

Neuregelungen 2017 im Überblick

Im Jahr 2017 wird Oeko-Tex 25 Jahre alt – und auch in diesem Jahr hat die Gemeinschaft die Anforderungen für ihre Produkte überarbeitet und die Neuregelungen zu Jahresbeginn veröffentlicht. Einige Anpassungen im Überblick:

„Made in Green by Oeko-Tex“ und „MySTeP by Oeko-Tex“: Um dem Marktbedürfnis zu entsprechen, führt Oeko-Tex eine neue Preisstrategie für das „Made in Green by Oeko-Tex“-Produktlabel ein. Dadurch sollen Labelinhaber gezielter als bisher bedient werden, die nur ein oder wenige Produkte mit Label auszeichnen wollen.

„STeP by Oeko-Tex“: Oeko-Tex hat nach drei Jahren Marktpräsenz die Grenzwerttabellen von „STeP by Oeko-Tex“ in Annex G1 und G2 des Standarddokuments überarbeitet. Dazu beigetragen haben stetige Änderungen im globalen Umfeld, Input von Kunden und aktuelle Entwicklungen auf gesetzlicher Ebene. Annex D enthält ein neues Kapitel „Hazardous Processes that should be avoided“. Zu diesen zu vermeidenden Prozessen gehört u.a. der Einsatz potenziell gefährlicher Tenside, von Natriumhypochlorit als Bleichmittel und potenziell umweltschädlicher Entschäumer.

„Standard 100 by Oeko-Tex“: Die Neuregelungen für den „Standard 100 by Oeko-Tex“ treten am 1. April 2017 endgültig in Kraft. Beim Parameter „per- und polyfluorierte Verbindungen“ wurden in der Produktklasse I (Artikel für Babys und Kleinkinder) viele Substanzen neu aufgenommen und mit Grenzwerten belegt. In die Liste der reglementierten Weichmacher (Phtha­late) wurden bei allen Produktklassen ebenfalls zahlreiche Substanzen zusätzlich aufgenommen. Die drei zinn­organischen Verbindungen Dipropylzinn, Monophenylzinn und Tetraethylzinn sind nun mit Grenzwerten reglementiert. Zudem ist die Verwendung des Farbstoffes „Navy Blue“ jetzt explizit auch für die Produktzertifizierung nach „Standard 100 by Oeko-Tex“ verboten.

Beitritt zum Porgramm Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)

Durch viele dieser neuen Anforderungen unterstützt die Oeko-Tex-Gemeinschaft nach eigenen Angaben maßgeblich sowohl die „Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Initiative“ als auch die „Detox Kampagne“. Der Beitritt zum Programm ZDHC ist ebenfalls ein aktuelles Thema. „Oeko-Tex hat schon lange die Priorität, Unternehmen bei der Verringerung des Einsatzes giftiger Chemikalien innerhalb deren gesamten Lieferketten zu unterstützen“, sagt Oeko-Tex-Generalsekretär Georg Dieners. „Wir freuen uns darauf, in einen aktiven Dialog mit der ZDHC und ihren weiteren Mitgliedern zu treten, um die Meilensteine zu erreichen, die in der gemeinsamen ‚Roadmap‘ dargelegt sind und die festlegen, dass gefährliche Chemikalien bis zum Jahr 2020 aus der Lieferkette zu beseitigen sind.“

Weitere Informationen zur ZDHC finden Sie unter www.roadmaptozero.com.

Weitere Informationen zu der Bandbreite an Test- und Zertifizierungsprodukten von Oeko-Tex finden Sie unter www.oeko-tex.com.

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