Österreich -

Bundesinnung fordert längere Übergangsfristen Plötzliche Mindestlohnerhöhung nicht leistbar

3 Das heimische Gewerbe und Handwerk sagt „Ja, aber“ zu einer raschen Umsetzung eines Mindestlohns in Höhe von 1.500 Euro brutto. In Branchen wie der Textilreinigung, den Friseuren, aber auch den Konditoren und den Floristen sind es vor allem die Kleinbetriebe, die durch eine rasche Erhöhung unter großen Lohndruck kommen würden und damit gezwungen wären, aufgrund der immer schlechteren Ertragslage ans Zusperren zu denken. In der Textilreinigung würde es nach KommR Walter Imp, Bundesinnungsmeister der Textilreiniger, Wäscher und Färber, darüber hinaus zu massiven Auswirkungen bei den Großbetrieben kommen. „Große Betriebe sind durch Mehrjahresverträge gebunden und können plötzliche Preiserhöhungen, die ein erhöhter Mindestlohn schlussendlich bedeutet, nicht einfach an ihre Kunden weitergeben. Die Tendenz zur Auslagerung und Abwanderung wird daher deutlich zunehmen“, sagt er.

Ein gefährlicher Mix, der aus Sicht des Bundesinnungsmeisters eines besonderes Augenmaßes bedarf. „Wir sagen nicht Nein zum Mindestlohn. Lohnerhöhungen von über 21 Prozent in den untersten Lohngruppen lassen sich in den Betrieben einfach nicht umsetzen“, betont Imp. Gleichzeitig kommt es laut Imp durch die Erhöhung des Mindestlohns auf 1.500 Euro brutto zu einer Parallelverschiebung der Löhne in allen Lohngruppen, sodass sich die Erhöhung in der Lohnsumme für die Betriebe nahezu verdopplt.

Deshalb gelte es, längere Übergangsfristen bis 2025 zu vereinbaren, um dann über bereits deutlich erhöhte Lohnabschlüsse die in Diskussion befindliche Mindestlohngrenze von 1.500 Euro erreichen zu können. Andernfalls müsse man Maßnahmen zur Abfederung der Mehrkosten für die Betriebe ins Auge fassen, um die Mindestlohngrenze bereits früher erreichen zu können.

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