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Management Reden halten, die ankommen – 12 Tipps

Bei Reden erlahmt oft das Interesse der Zuhörer nach wenigen Minuten. Dabei blicken sie der Rede beispielsweise ihres Chefs meist durchaus gespannt entgegen, – sofern sie dessen langatmige "Ansprachen" nicht schon kennen. Entsprechend leicht könnten Redner ihr Publikum begeistern. Zwölf Tipps, wie das gelingt.

Reden zu schreiben bringt viele ins Schwitzen. Nicht so Barbara Liebermeister. Sie leitet das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ). Die Managementberaterin und Buchautorin ist eine gefragte Vortragsrednerin u.a. zu den Themen Leadership, (Selbst-)Führung und Networking. Mit ihren 12 Tipps gelingt jede Rede.

Tipp 1: Glaubwürdig und authentisch sein

Der Erfolg einer Rede hängt stark davon ab, wie sympathisch der Redner den Zuhörern ist. Doch wie gewinnt er deren Sympathie? V.a. dadurch, dass er authentisch wirkt. Die Rede sollte ihm also auf den Leib geschneidert sein. Unglaubwürdig wirkt es, wenn ein Erbsenzähler sich als Witzbold präsentiert oder ein Einzelkämpfer sich verbal mit den Anwesenden verbrüdert. Also gehen die Zuhörer auf Distanz.

Tipp 2: Die Zuhörer auf eine Gedankenreise mitnehmen

Ein Redner gleicht einem Reiseführer. Er nimmt seine Zuhörer mit auf eine Gedankenreise – z.B. durch das kommende Geschäftsjahr. Also sollte er sich im Vorfeld überlegen: Was ist der Anlass der "Reise"? Wohin soll sie gehen? Und: Wer nimmt daran teil? Erst danach sollte er das Reiseprogramm, also den Inhalt und Ablauf der Rede, planen.

Barbara Liebermeister

Tipp 3: Sich vorab überlegen: Wer ist das Gegenüber?

Beim Planen einer Rede sollten Sprecher wissen: Wer sitzt gegenüber? Und: Welche Beziehung besteht zwischen den Zuhörern? Kennen sie sich gut oder sehen sie sich nur einmal jährlich? Gehören sie derselben Organisation an oder nicht? Denn wenn Ihre Zuhörer Tag für Tag zusammenarbeiten, haben sie gemeinsame Erfahrungen: Auf diese können sie sich beziehen. Sehen sie sich hingegen nur einmal pro Jahr, sollten sie auf andere Elemente zurückgreifen, um ihr Gehör zu finden. Zum Beispiel die Entwicklung in der Branche. Oder solche branchenübergreifenden Themen wie die Digitalisierung oder die aktuellen Corona-Folgen.

Tipp 4: Mit den Zuhörern kommunizieren

Ein guter Redner kommuniziert mit seinen Zuhörern – auch mit den Augen. Geschäftsführer sollten deshalb ihre Rede so frei wie möglich vortragen und das Publikum persönlich ansprechen – jedoch nicht, indem man alle zwei, drei Minuten die Floskel "Meine sehr verehrten Damen und Herren" verwendet. Besser: Man stellt den Zuhörern vielmehr rhetorische Fragen wie "Kennen Sie folgende Situation, ...?" oder "Geht es auch Ihnen so, dass ...?". Und: Man integriert Beispiele aus der Erfahrungswelt der Zuhörer in einer Rede. Auch etwas Humor und Selbstironie schaden nie.

Tipp 5: Sich kurz fassen

Je kürzer eine Rede ist, umso besser ist sie meist. Eine Festrede zur Weihnachtsfeier sollte maximal 15 Minuten dauern. Denn bei diesem Event steht das gemeinsame Feiern zentral. Anders ist dies bei einer Rede zum Beispiel bei einem Vertriebs-Kick-off zu Jahresbeginn. Sie soll die Zuhörer auf die Herausforderungen im neuen Jahr einstimmen. Also kann die Rede mehr Infos enthalten und einen appellativeren Charakter haben.

Tipp 6: Auf die Kernbotschaften konzentrieren

Eine Rede sollte höchstens drei Kernbotschaften enthalten. Zum Beispiel: Die Arbeitsplätze sind sicher. Unser Unternehmen sieht trotz Corona einer rosigen Zukunft entgegen. Und: Dass es ihm gut geht, verdanken wir dem Engagement aller Mitarbeiter.

Tipp 7: Die Gedankenreise planen

Für das inhaltliche Planen Ihrer Rede kann man die Mindmapping-Methode nutzen. Sie funktioniert wie folgt: Man schreibt in die Mitte eines Blatt Papiers das Thema oder den Anlass der Rede. Zum Beispiel:"„Unternehmensstrategie 2021". Dann notiert man entlang von Linien, die von diesem Zentrum ausgehen, alles, was einem hierzu einfällt. Zum Beispiel: "Innovation", "Digitalisierung", "New Work", "Vertrieb". So bekommen man einen Überblick über die möglichen Redeinhalte. Und wenn man merken, es wird zu viel? Dann streicht man einfach einige (Seiten-)Arme.

Tipp 8: Knackig einsteigen, feurig enden

Beginn und Schluss einer Rede sollte besonders sorgfältig geplant werden. Wie aufmerksam das Publikum zuhört, hängt weitgehend vom Einstieg ab. Gute Einstiege sind Anekdoten. Am besten baut man eine Rede dramaturgisch auf. Alles sollte auf ein Finale zustreben, das dafür sorgt, dass die Rede dem Publikum im Gedächtnis bleibt – wie bei einem Feuerwerk.

Tipp 9: Kurze, aussagekräftige Sätze

Eine Rede sollte aus möglichst kurzen Sätzen bestehen. Bei Schachtelsätzen besteht die Gefahr, dass der Redner sich verheddert. Dann werden ungeübte Redner oft nervös und verhaspeln sich immer häufiger. Und irgendwann wartet das Publikum nur noch auf Versprecher.

Tipp 10: Eine aktive, bildhafte Sprache

Wichtig ist eine aktive Sprache. Also z.B. "Wir planen ..." statt "Unsere Planung sieht vor ..." Das Manuskript sollte vor der Rede nach substantivierten Verben, wie "Durchführung" und "Neuorientierung" usw. durchforstet werden. Taucht ein solches Wort auf, lässt sich die Aussage meist "knackiger" formulieren.

Tipp 11: Die Rede laut üben

Sicherheit gewinnen Redner durch eine gute Vorbereitung. Hierzu zählt das laute Üben der Rede. Speziell den Einstieg, das Ende und die Übergänge zwischen den Redepassagen sollte man so lange üben, bis man diese sozusagen auswendig kennen. Wer beim Üben die Dauer der Rede stoppt, überschreitet beim Halten nicht die vorgesehene Zeit.

Tipp 12: Bei Pannen Ruhe bewahren

Wer sich – trotz guter Vorbereitung – verspricht oder den roten Faden verliert, muss nicht in Panik verfallen. Denn das Redenhalten ist nicht der Hauptjob einer Führungskraft. Vielmehr tragen kleine Patzer dazu bei, dass sie authentisch wirken.

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