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Forschungsprojekt Smart und waschbar: Tischdecken erleichtern Hygienemanagement

Essen bestellen und den Kellner kontaktieren durch die Anwendung intelligenter Tischdecken? Das könnte dank des Forschungsprojekts "Drahtlose Messwertübertragung über in textile Flächen integrierte Umwindegarne für kurze Strecken" bald der Realität entsprechen. Die Decken sollen trotz smarter Funktionen einfach zu waschen sein.

Derzeitige Hygieneregelungen fordern von Restaurantbetreibern, genügend Abstand zwischen den Gästen sicherzustellen. Bei diesem oft komplizierten Sitzplatzmanagement könnten schon bald intelligente Tischdecken helfen, so die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DTIF). Darüber hinaus könnten die Restaurantbesucher mit Hilfe von Sensorik ihre Bestellung ohne Kontakt zum Kellner direkt in den Stoff aufgeben und nach dem Essen sogar noch Spielfunktionen nutzen.

Hintergrund: Obwohl die Digitalisierung voranschreitet, werden vergleichsweise wenige intelligente Textilien genutzt. Das liegt laut DTIF nicht nur an den derzeit hohen Kosten für diese Produkte, sondern auch daran, dass sie bisher nicht die von Stoffen gewohnten Eigenschaften wie flexibler, angenehmer Griff und einfache Waschbarkeit erfüllen.

Deshalb entwickeln die DITF im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Forschungsprojekts "Drahtlose Messwertübertragung über in textile Flächen integrierte Umwindegarne für kurze Strecken"eine rein textile Sensorik.

Diese Sensoorik wird sowohl von der Energieversorgung als auch von der Datenverarbeitung getrennt sein und die Messwertübertragung geschieht induktiv, also drahtlos. Die Tischdecken interagieren dabei mit der im Tisch integrierten Elektronik. Zentrale Funktionen sind die Erkennung von Platzbelegung, Bestellfunktionen und eine Event- und Spielanwendung. So könnten etwa als Produkt-Werbeaktion interaktive Spiele angeboten werden, wobei das Textil zum Beispiel eine Buzzerfunktion erhält.

Dazu kommen laut DTIF speziell entwickelte Umwindegarne zum Einsatz. Mit Sticktechnik wurden bereits erste Funktionsmuster erstellt, die mit einer aufgebauten Elektronik in einem Mustertisch Näherung und Berührung erfassen und aufzeigen. Muster, die die Beleuchtungsstärke messen, könnten zukünftig im Smart Home die Rollos steuern und so den Sitzplatz blendfrei machen.



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