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DTV Steigende Kosten belasten Textilservicebranche

Der Deutsche Textilreinigungs-Verband hat den Kostenindex Textilservice für das zweite Halbjahr 2020 veröffentlicht. Die Aufstellung zeigt: Die Corona-Pandemie entspannt die Kosten im Textilservice besonders im Inland nicht. Eine Entwicklung, die auf eine ohnehin angeschlagene Branche trifft. Der Verband warnt daher vor einem ungesunden Preiskampf innerhalb der Branche.

Nach mehr als einem Jahr wirtschaftlicher Einschränkungen stehen viele Textilservicebetriebe mit dem Rücken zur Wand, so der Deutsche Textilreinigungs-Verband. Die Umsätze der Branche waren bereits 2020 drastisch eingebrochen und auch aktuell beträgt das Umsatzminus für die im Hotel- und Gastronomiesektor tätigen Wäschereien laut Verband zum Teil über 90 Prozent gegenüber der Zeit vor Corona.

Wer gehofft habe, die Pandemie würde zumindest die Produktionskosten senken, müsse feststellen, dass das für den Textilservice nicht gilt. Während die Erzeugerpreise in der gesamten Wirtschaft im Durchschnitt des Jahres 2020 leicht gefallen sind, kann der Textilservice von diesem Trend nicht profitieren.

Personal- und Textilkosten sind stärkste Kostentreiber

Die größten Kostentreiber für den Textilservice waren 2020 die Personal- und Textilkosten . Und auch 2021 wird die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um 2,6 Prozent die Unternehmen zusätzlich belasten. Bei den Textilkosten zeichnet sich ebenfalls eine Fortsetzung des Trends ab. Der wesentliche Grund dafür seien die steigenden Preise für Baumwoll- und Polyestergarne. Eine starke Nachfrage in Fernost pushe den Kostenanstieg zusätzlich.

Spürbar steigen werden laut DTV außerdem die Kosten für Energie und Verbrauchsmaterialien. Die CO2-Steuer verteuert seit 2021 Benzin und Diesel sowie Heizöl und Erdgas.

Es droht ein ungesunder Wettbewerb

Der DTV warnt vor dem Hintergrund der Coronapandemie vor einem ungesunden Preiskampf in der Textilservicebranche. Sollten sich die Prognosen bestätigen, dass es etwa in Gastronomie und Hotellerie zahlreiche Insolvenzen geben wird, könnte dies zu einem gefährlichen Kampf um die verbleibenden Geschäftskunden führen. Der durch die Pandemie getriebene Preiskampf würde letztlich auch den Kunden des Textilservice keine Vorteile bringen.

Schon vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl der textilen Dienstleistungsbetriebe in Deutschland kontinuierlich abgenommen. Neben der Schließung vieler Kleinstbetriebe fand bereits eine Marktkonzentrierung durch Fusionen und Übernahmen statt. Am Ende zahlen laut DTV immer die Kunden den Preis für Monopolisierung.

Hintergründe

Halbjährlich veröffentlicht der DTV einen Kostenindex für den Textilservice, der die Entwicklung der Gesamtkosten und ihrer einzelnen Komponenten für Textilserviceunternehmen zeigt. Ziel ist, für Unternehmen und Kunden eine größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kosten zu gewährleisten. Als Basis dienen einzelne Kostengruppen aus den Daten des Statistischen Bundesamtes. Dadurch bietet der Kostenindex dem DTV zufolge eine solide und neutrale Datengrundlage, die die Entwicklung der relevanten Kostenpositionen im Textilservice repräsentativ widerspiegelt.

Kostenindex Textilservice

Ausgehend vom Basisjahr 2010 werden die Kostenveränderungen dargestellt. Dafür wurde die Kostenstruktur eines typischen Mischbetriebs herausgearbeitet, der repräsentativ die Kostenstruktur der gesamten Branche widerspiegelt. Alle Kostengruppen aus dem Textilservice sind dabei in dem Index berücksichtigt. Die wichtigsten davon sind die für Personal- und Textilbeschaffung sowie die für Energie und Abschreibungen.

Methodische Anmerkung: Das Bundesamt für Statistik hat den Warenkorb für die inländisch produzierte Berufsbekleidung mit Stichjahr 2015 reduziert. Die Preisindices für Flachwäsche und für Importware blieben davon unberührt. Gleichwohl ist der Kostenindex für Textilien vor 2015 deshalb nur eingeschränkt mit dem Textilkostenindex ab 2015 vergleichbar.

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