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DTB-Infotag Sourcing Textilbeschaffung: Richtige Länder, richtige Lieferanten

Bereits seit elf Jahren veranstaltet der Dialog Textil-Bekleidung (DTB) den Infotag Sourcing. Sinn dieser Veranstaltungsreihe ist, die Textil- und Bekleidungsbranche über aktuelle Themen zur Beschaffung von Textilien zu informieren. Die Entwicklung alteingesessener und neuer Beschaffungsländer, Beschaffungsstrategien ebenso wie logistische Fragestellungen bilden die Inhalte. Beim Infotag am 7. August 2018 in Düsseldorf standen in erster Linie die Entwicklung und Bedeutung der Länder Türkei und Myanmar auf dem Programm.

Beschaffungsland Türkei: Nahezu alle Unternehmen der Textil- und Bekleidungsbranche haben Geschäftsbeziehungen in die Türkei. Die Türkei ist der drittgrößte Importeur der Branche nach Europa und der sechstgrößte der Welt. Die derzeitige politische Situation stellt jedoch einen gewissen Unsicherheitsfaktor dar. Das Land ist inflationsgetrieben, die türkische Lira ist auf ein neues Rekordtief gestürzt und die Verschuldung der Unternehmen in US-Dollar hoch. Aktuell seien die Rahmenbedingungen allerdings weiterhin gut, so die Ergebnisse des Infotags. Es herrsche beispielsweise ein stabiles Lohnniveau. Die derzeitige allgemeine Wahrnehmung des Landes unterscheide sich folglich von den Erfahrungen, die gerade in Bezug auf die Handelsbeziehungen gemacht würden, hieß es. Im Tagesgeschäft seien Auswirkungen der politischen Situation kaum bemerkbar. Beispielsweise wird die Freihandelszone in Izmir derzeit verdoppelt und sämtliche Flächen seien schon vergeben.

Beschaffungsland Myanmar: Der südostasiatische Staat Myanmar, das frühere Burma, ist seit Ende der Militärdiktatur im Jahre 2010 als aufstrebendes Land zu bezeichnen. Der Aufbau des Wirtschaftszweigs Textil und Bekleidung steht bei den Regierungszielen an oberster Stelle, wird berichtet. Die Wachstumsrate im Bekleidungsexport steige jährlich um durchschnittlich 25 Prozent. Der große Bevölkerungsanteil im erwerbsfähigen Alter sowie vielfach gute Sprachkenntnisse im Englischen und Chinesischen spielen dabei eine Rolle. Dem gegenüber stehen jedoch eine noch geringe Produktivität, hoher Schulungsbedarf und eine unvollständige Wertschöpfungskette. Nur wenige Produktionsmittel stehen im Land zur Verfügung, der Großteil muss importiert werden. Diverse Grundvoraussetzungen für eine produktive Textil- und Bekleidungsindustrie sind folglich noch zu schaffen. Die Entwicklungschancen sind aber positiv, da auch Investitionen und Wissenstransfer aus bereits etablierten Beschaffungsländern erfolgen.

Der nächste Infotag Sourcing ist für Januar 2019 geplant.

Birgit Jussen

www.dialog-dtb.de

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