RWin Award -

Branchenaward "RWin 2017" tip top Textilpflege in Bocholt ist "Textilreinigung des Jahres"

Drei Textilreinigermeister in einem Betrieb: Bei der tip top Textilpflege in Bocholt hat sich eine ganze Familie dem Beruf verschrieben – und dem energieeffizienten Reinigen und Waschen von Textilien. Im 40. Jahr des Unternehmensbestehens erhielt das Unternehmen nun den „RWin 2017“ als „Textilreinigung des Jahres“. Das wurde Ende August mit allen Mitarbeitern zusammen gebührend gefeiert.

tip top Textilpflege in Bocholt ist "Textilreinigung des Jahres"
Die tip top Textilpflege feierte den Gewinn des Branchenawards "RWin 2017" mit allen Mitarbeitern. -

„Papa, du wirst doch meine Söckchen spielend sauber bekommen, wir kriegen schließlich den Branchenaward.“ So zitierte Ralf Heisterkamp seine Tochter Kristin in seiner Begrüßungsrede zur „RWin“-Verleihung in Bocholt. Da sie gerne „strumpfsockig“ zuhause herumlaufe, gebe es einen gewissen Reinigungsbedarf bei den Söckchen. Aber kein Problem für Papa. Der Textilreinigermeister hat 30 Jahre Berufserfahrung. Sein Betrieb, die tip top Textilpflege, feiert in diesem Jahr 40. Jubiläum. Das Unternehmen, das seine Eltern Alwine und Hermann Heisterkamp aufgebaut haben, wurde nun mit dem Branchenaward „RWin“ als „Textilreinigung des Jahres 2017“ ausgezeichnet.

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Rund 70 Gäste, darunter Geschäftspartner, Familie, Freunde, Mitarbeiter, Lokalpolitiker, Presse und Branchenvertreter kamen am 25. August 2017 in die Benzstraße im nordrhein-westfälischen Bocholt. Der Hauptsitz der tip top Textilpflege war für den feierlichen Tag herausgeputzt, die Sonne strahlte mit Ralf Heisterkamp, seiner Frau Sigrid und seiner Mutter Alwine um die Wette. „Wir sind stolz und es ist eine Ehre, dass uns im Jahr unseres 40-jährigen Bestehens dieser internationale Branchenaward verliehen wird“, sagte Ralf Heisterkamp. Er bedankte sich mit Blumen für die Unterstützung seiner Frau und seiner Mutter, die beide im Betrieb tätig sind. Auch seinen Vater Hermann Heisterkamp ließ er nicht unerwähnt. Er verstarb vergangenen Oktober überraschend im Alter von 77 Jahren und hinterließ in der Familie und vor allem auch im Betrieb eine große Lücke. „Er fehlt uns, schaut aber bestimmt von oben runter und ist stolz auf uns“, sagte Ralf Heisterkamp.

Ökologische Verantwortung übernommen

Ein Dankeschön ging auch an die Mitarbeiter und die Geschäftspartner, dank derer das Unternehmen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich erfolgreich aufgebaut werden konnte. Dabei hatte die Familie Heisterkamp schon immer nicht nur ökonomische Ziele im Sinn, sondern übernimmt auch ökologische Verantwortung. Die hohe Einsatzbereitschaft in Sachen Energieeinsparung überzeugte die internationale Expertenjury des Branchenoscars „RWin“.

Durch das Aufdecken versteckter Mängel und zahlreicher verschiedener Maßnahmen gelang es Ralf Heisterkamp, seinen Textilpflegebetrieb zu einem der fortschrittlichsten in Deutschland zu entwickeln. Zu den ressourcenschonenden Ansätzen gehören z.B. der Einbau eines Wärmetauschers am Dampfkessel sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Nutzung des Kühlwassers aus den Reinigungsmaschinen für Nassreinigungsprozesse sowie die Anschaffung eines drehzahlgeregelten Kompressors zur effizienten Erzeugung von Druckluft. Gleichzeitig überzeugt die gereinigte Wäsche mit einer hohen Qualität und Sauberkeit. Dies haben Wissenschaftler offiziell untersucht und bestätigt: Im Rahmen des geförderten Forschungsprojektes „Erstellung eines Handbuchs zur Energieeinsparung in Textilreinigungen“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, durchgeführt vom Deutschen Textilreinigungs-Verband (DTV), dem wfk – Cleaning Technology Institute und dem ieg – Institut für Energie und Gebäude der technischen Hochschule Nürnberg.

tip top Textilpflege: RWin 2017 "Textilreinigung des Jahres"

Zur Bestimmung der Energie- und Wasserströme an allen Anlagen und Maschinen verwendeten die Wissenschaftler u.a. Ultraschalldurchflussmessgeräte, Dampfmengenzähler, Temperaturdatenlogger und Leistungsmessgeräte. Auch Infrarotkameras kamen zum Einsatz. „Um bestmöglich ökonomische, soziale und ökologische Verantwortung für mein Unternehmen übernehmen zu können, habe ich mit großem Interesse meinen Betrieb für die durchgeführte Untersuchung zur Verfügung gestellt“, so Heisterkamp. Das freute besonders Prof. Dr. Hans G. Hloch vom wfk – Cleaning Technology Institute in Krefeld, der die Laudatio bei der Preisverleihung hielt. Er hob hervor, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ein Geschäftsführer seinen Betrieb für ein wissenschaftliches Projekt zur Verfügung stellt. „Ich hoffe, diese Auszeichnung motiviert auch andere Betriebe, an Projekten im Dienste der Wissenschaft teilzunehmen.“

Er lobte den engagierten Einsatz von Ralf Heisterkamp. Er habe eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, um den Energieverbrauch zu senken. Erstmalig konnte in der tip top Textilpflege eine ganzheitliche energetische Betrachtung des Betriebs durchgeführt werden. Die Zahlen zur Energieeinsparung sind hieb- und stichfest, die Ergebnisse erfreulich: Vergleicht man diese mit branchenüblichen Werten, verbraucht die tip top Textilpflege überdurchschnittlich wenig Energie. „Und das bei ,tiptop‘ sauberen Ergebnissen bei Schmutzentfernung und Vergrauung“, betonte Prof. Dr. Hloch. Ralf Heisterkamp habe nicht nur etwas für die Wissenschaft und seinen Betrieb getan, sondern auch für die Branche. „Denn die Forschungsergebnisse können wir auf andere Betriebe anwenden. Wir haben also Pionierarbeit geleistet.“

Großes Lob von Bocholts Bürgermeister

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Glückwünsche der Stadt überbrachte Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo persönlich. Die Kommune sei seit vielen Jahren im Umweltschutz aktiv und habe das Ziel, die CO2-Emissionen um 30 Prozent zu senken. Der gewerbliche Sektor sei enorm wichtig zum Erreichen der Klimaschutzziele. „Und so sind wir froh und stolz, mit der tip top Textilpflege einen äußerst energieeffizienten Betrieb in unserer Stadt zu haben“, so Nebelo. Das ausgezeichnete Projekt zeige, dass ökonomische und ökologische Belange sehr gut zueinander passen. „Hoffentlich folgen noch mehr Unternehmen Ihrem vorbildlichen Einsatz.“ Ebenfalls als „Vorreiter“ bezeichnete Astrid Reddemann von der Kreishandwerkerschaft Münster den Textilpflegebetrieb. Sie betonte, dass die Innung stolz auf ihr Mitglied sei und lobte das Engagement der Geschäftsführer.

Marco Seifen, Leiter der gewerbespezifischen Informationstransferstelle beim DTV, betonte: „Besonders freut es uns, dass Ralf Heisterkamp nicht nur daran interessiert war, den eigenen Betrieb nachhaltiger zu gestalten, sondern im Rahmen unseres Forschungsprojektes zu Energieeinsparungen, seine Erfahrungswerte auch mit der gesamten Branche zu teilen. Das ist gelebte Nachhaltigkeit!“

Zu dem gemeinsamen Projekt kam es folgendermaßen: Der DTV suchte für eine wissenschaftliche Analyse Betriebe, die ihren Energieverbrauch messen lassen und wandte sich u.a. an die tip top Textilpflege. „Diese Gelegenheit habe ich genutzt, ich wollte ja auch selbst wissen, auf welchem Stand wir sind“, erzählte Ralf Heisterkamp bei einem Rundgang durch die Produktionshallen. Er stellte seinen Betrieb also zur Verfügung. Techniker und Wissenschaftler kamen mehrere Tage nach Bocholt und führten Messungen durch. „Bei der Erfassung und Auswertung wurden auch unsere Verfahren berücksichtigt“, ergänzte Heisterkamp. Am Ende bekam er aufschlussreiche Zahlen zu Verbrauch, Weißgrad etc. – und auch noch den ein oder anderen Tipp. „Wir waren wohl schon recht gut aufgestellt. Aber z.B. habe ich die wärmeführenden Schläuche alle isoliert und konnte so nochmals Energie einsparen.“ Auch den Kompressor stellte er neu ein auf jetzt 7 bar. Auf dem Dach des Bocholter Betriebs leistet eine Photovoltaikanlage 48,8 kWp (Kilowatt Peak) und liefert ökologischen Strom. „Allein 3,5 kW sparen wir außerdem durch die Umstellung auf LED-Licht“, berichtete der Textilreinigermeister.

Moderner Maschinenpark, regelmäßige Wartung

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Regelmäßig investiert Ralf Heisterkamp in neue Maschinen. „Aber das geht natürlich nicht ohne Geld, und das muss man auch erstmal verdienen.“ Die Zahlen müssen stimmen, man muss richtig kalkulieren, betont Alwine Heisterkamp: „Manche Kollegen machen das nicht, Resultat sind oft kaputte Preise.“ Die tip top Textilpflege überzeugt lieber mit Qualität. Jeder Fleck wird sorgfältig entfernt, jeder Kragen vorbearbeitet, jede Bügelfalte genau gesetzt. Neben der Qualität ist die Flexbilität das Spezialgebiet des Bocholter Betriebs. Gerade im Eventbereich schätzen dies die Kunden, sagt Alwine Heisterkamp: „Es kommt schon vor, dass ein Kunde anruft und ,bis morgen‘ 400 Hussen braucht – die bekommt er dann, zuverlässig, top sauber und frisch gebügelt.“ Generell sei man breit aufgestellt. Von Reinigung über Wäscherei bis zu Nassreinigung, von Privatwäsche über Objektwäsche bis zu Teppichen, Polstern und Vorhängen macht die tip top Textilpflege alles. Nur Leder wird zu einem Kollegenbetrieb gegeben.

Seit 2007 ist der Hauptsitz des Unternehmens am Standort in der Benzstraße 4 in Bocholt. Auf gut 2.500 m2 werden die Aufträge bearbeitet, die u.a. von Hotels, Restaurants, Industrieunternehmen, Eventagenturen und öffentlichen Einrichtungen kommen. 70 Prozent der Kunden sind gewerblich, 30 Prozent privat.

Angefangen hat dabei alles ganz klein: Bei der Unternehmensgründung 1977 hatten Alwine und Hermann Heisterkamp in ihrer Textilreinigung zwei Aushilfen. Heute gehören 50 Mitarbeiter zum Team in insgesamt vier eigenen Läden: Dem Hauptsitz in Bocholt, einem lauwarmen Laden in der Innenstadt, einem Ladenlokal in Rhede und einem in Kalkar. 20 Annahmestellen bedient die tip top Textilpflege. Der Einzugskreis reicht von Bocholt über Borken bis Kleve und Wesel. Drei eigene Transporter sind den ganzen Tag unterwegs. Aber auch Kunden aus Luxemburg liefern ihre Wäsche nach Bocholt, weil sie die Qualität schätzen.

Gereinigt wird bei Heisterkamps mit Per. Zwei Multimatic Phoenix BW 500 mit je 25 kg Kapazität verrichten ihren Dienst im Sinne sauberer Wäsche. Die Reinigungsmaschinen werden nicht nur alle zehn Jahre erneuert, wenn sie abgeschrieben sind, sondern auch mindestens einmal jährlich komplett saubergemacht – „auch innen“, betont Ralf Heisterkamp. Auch die beiden Mangeln werden regelmäßig gesäubert und neu bezogen, genauso wie die Bügeltische. Wartung und Instandhaltung sind wichtige Aspekte nicht nur für die Zuverlässigkeit, sondern auch für den Energieverbrauch der Maschinen, weiß Heisterkamp. Vieles kann er dank 30 Jahren Berufserfahrung selbst erledigen. Im Keller lagern diverse Ersatzteile, damit im Fall der Fälle die Maschinen schnell repariert werden können. „Besonders wichtig sind z.B. gut gewartete Kondensatableiter. Wenn man das richtig macht, hat man auch keine Dampffahne“, so Heisterkamp.

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Im Finishbereich der Textilreinigung stehen ebenfalls neue Maschinen: Ein Hosentopper sowie ein Hemdenfinisher von Multimatic. Im Wäschereibereich arbeiten vier Durchladewaschschleudermaschinen mit je 45 kg Beladekapazität. Das erste Spülbad aus diesen Maschinen wird wiederverwendet. „Wir sparen rund 1.000 m3 Wasser im Jahr, weil wir von drei auf zwei Spülbäder umgestellt haben – eigentlich benötigen wir ja sogar nur Wasser für ein Spülbad, da ja eines aufgefangen und wiederverwendet wird“, erläutert der Textilreinigermeister. Das Frischwasser zum Waschen geht zudem über zwei Wärmetauscher, wird u.a. durch die Mangelabluft auf etwa 45 °C erwärmt und in einem Tank gepuffert. Abwärme aus dem Kesselhaus wird zum Betreiben der Heizung genutzt. Die Vielzahl der Maßnahmen, die Ralf Heisterkamp im Sinne der Ressourceneinsparung durchführt, ließe sich noch fortführen. Die internationale „RWin“-Jury hat das Gesamtkonzept inklusive wissenschaftlicher Überprüfung überzeugt.

Sozial engagierte Familie

Doch Familie Heisterkamp engagiert sich nicht nur für die Umwelt. Alwine Heisterkamp fungierte lange ehrenamtlich als Obermeisterin der Textilreinigerinnung Münster-Münsterland; zudem war sie als Gutachterin tätig. Ralf Heisterkamp ist ebenfalls Mitglied der Textilreinigerinnung Münsterland und aktiv im Landesverband NRW. Er schätzt den Austausch mit Kollegen und setzt sich für eine aktive Innungsarbeit ein. Holger Schäfer, Präsident des Textilreinigungsverbands NRW, betont in einem Statement: „Ich freue mich, dass in diesem Jahr mit der tip top Textilpflege einer unserer Mitgliedsbetriebe ausgezeichnet wurde. Ganz sicher ein verdienter Titel, denn die Familie Heisterkamp ist nicht nur im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit vorbildlich. Alwine und Ralf Heisterkamp engagieren sich seit vielen Jahren auch im Präsidium des Landesverbandes und unterstützen die Arbeit des Ausbildungszentrums in Rheine.“

Das soziale Engagement geht noch weiter: In einer Annahmestelle arbeiten Menschen mit geistiger Behinderung – ein Projekt gemeinsam mit der Lebenshilfe, das seit etwa einem dreiviertel Jahr läuft. Auch am Hauptsitz arbeiten einige Mitarbeiter mit Handicap und werden vorbildlich integriert.

Generell achtet Familie Heisterkamp auf ihre Mitarbeiter, legt Wert auf ein gutes Betriebsklima. Kaffee und Obst werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gibt eine Weihnachtsfeier oder eine gemeinsame Pättkestour. Die Mitarbeiter haben viel Eigenverantwortung, teilen sich die Stunden selbst ein. „Das klappt wunderbar“, erzählt Ralf Heisterkamp. Er ist stolz auf seine Mitarbeiter. „Auch der ,RWin‘-Gewinn wäre nicht möglich gewesen ohne sie“, sagt er. Und so war es für ihn selbstverständlich, dass alle Mitarbeiter, auch die aus den Filialen, zur Preisverleihung eingeladen werden. Gemeinsam feierte man die Auszeichnung und das Firmenjubiläum.

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Alwine, Ralf und Sigrid Heisterkamp – alle drei Textilreinigermeister mit viel Erfahrung – dürfen hoffen, dass es mit der Familien­tradition weitergeht. Denn mit Kristin und Marleen, den Töchtern von Ralf und Sigrid, steht schon die nächste Generation in den Startlöchern. 

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