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Wäscherei Heinzmann "Wäscherei des Jahres 2019": Einsatz bei Wind und Wetter

Die Wäscherei Heinzmann scheut keine Mühen, um die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. Mit der Luftseilbahn, dem Pistenfahrzeug oder per Luftweg mit dem Hubschrauber – die Wäsche findet ihren Weg. Wir kürten das Unternehmen, das mit ausgefallenen Ideen unsere Expertenjury überzeugte, zur "Wäscherei des Jahres 2019".

Raron, ein beschauliches Dorf im Südschweizer Kanton Wallis, ist von einer malerischen Bergkulisse umgeben. Der Weg ins Tal führt Anwohner, Pendler und Besucher mit dem Autoreisezug quer durch die Walliser Alpen. Im gesamten Kanton, inbesondere in Zermatt, finden sich luxuriöse Alpenresorts. Das Matterhorn ist kaum 40 Minuten Autofahrt von Raron entfernt, gesprochen wird im Wallis Schweizerdeutsch und Französisch. Vergangenes Jahr machten große Teile der Region von sich reden, als die Gegend wegen Schneemassen und Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten war. Viele Urlauber mussten in den Hotels ausharren. Grund zur Panik bestand nicht. Hungern mussten die Gäste der Luxushotels auch nicht. Dank des Einsatzes der in Raron ansässigen Wäscherei Heinzmann mussten sie nicht einmal auf saubere Wäsche verzichten: Per Helikopter wurden Bettwäsche, Handtücher und Co. in die verschneiten Gebiete transportiert.

Eine außergewöhnliche Aktion, die Geschäftsführer Hans-­Peter Heinzmann nicht nur überregionale Aufmerksamkeit für den eigenen Betrieb einbrachte, sondern auch den Branchenaward "RWin" in der Kategorie "Wäscherei des Jahres 2019". R+WTextilservice verlieh den Preis am 3. September 2019 vor Ort. Im Rahmen der Verleihung, zu der alle Mitarbeiter sowie die Familie des Geschäftsleiters geladen waren, zeigte sich Heinzmann geehrt: "Die Auszeichnung ist sowohl eine Anerkennung, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, als auch eine Verpflichtung, innovativ zu bleiben."

Aufgeben? Neustart!

Heinzmann ist Unternehmer mit Leib und Seele, an seinem Berufswunsch zweifelte er nie: "Ich habe schon in der Schule gesagt, dass ich das Gleiche werden möchte wie mein Vater." Heute führt der gelernte Kaufmann den Betrieb mit rund 115 Mitarbeitern erfolgreich in zweiter Generation und ist stolz. Das sei ein schönes Gefühl, vor allem im Hinblick auf die turbulente Entwicklung des Unternehmens: "Mein Vater Walter startete 1963 mit einer Gebäudereinigungsfirma. Dann ist die Wäscherei dazugekommen", erzählt Heinzmann. Nach und nach erweiterte er den Garagenbetrieb bis hin zu einer der modernsten Wäschereien in der Schweiz. Durch unseriöse Berater und schlechte Partner geriet das Unternehmen jedoch in die Krise, Walter Heinzmann musste den Betrieb gezwungenermaßen verkaufen. Sein Sohn erinnert sich genau: "Das war im Jahr 1999. Damals sagte ich zu ihm: 'Was man einmal im Leben hat, kann man auch ein zweites Mal haben. Du hast die Erfahrung und ich bin jung. Hilfst du mir?'"

Zusammen fingen Vater und Sohn noch einmal ganz von vorne an und begannen, mit der Wäschedienstleistung zu handeln. Durch das Leasing mit externen Wäschereien machten sie sich – vom alten Konkurrenten fast unbemerkt – einen Namen. 2010 übernahm Heinzmann einen kleinen Betrieb in der Gemeinde St. Niklaus, einem rund 30 km von Raron entfernten Ort. Wäscherei, Produktion, Auslieferung – alle Prozesse fanden hier auf knapp 1.000 m2 statt. "Der Tagesrekord lag bei 11 t", sagt Heinzmann. Im Jahr 2013 folgte der Umzug in die heutige Wäscherei – es handelt sich um einen Neubau im Gewerbegebiet von Raron. Das Gebäude ist hell, in die Halle fällt viel Tageslicht.

Die Mitarbeiter sollen sich bei der Arbeit wohlfühlen, so Heinzmann: "Mein Vater sagte beim Bau immer: 'Das ist kein Wohnzimmer.' Ich sagte: 'Für mich schon. Ich werde mehr hier sein als zu Hause und die Leute müssen sich wohlfühlen.'" Bereits vor der Bauplanung hatte Heinzmann genaue Vorstellungen entwickelt: "Ich habe Richtung Zukunft geplant und mich gefragt: 'Wo sollen später einmal die zweite und die dritte Waschstraße hin?'"

Wäscherei Heinzmann

Mittlerweile haben drei 50­ kg­-Waschstraßen von Kannegiesser ihren Platz in der Wäscherei gefunden. Zudem ist das Unternehmen mit elf 120­ kg­ und drei 60 ­kg­Gastrocknern, vier Mangelstraßen, zwei Mangelstraßen mit GZA, sechs Frotteefaltmaschinen, einer Sackanlage im Schmutz­ und Sauberbereich, einem Textilscanner auf den Mangeln und einem Tunnelfinisher ausgestattet. Die Gebäudereinigung führt Heinzmann außerdem als eigenes Unternehmen weiter: "Das sind noch mal 100 Mitarbeiter."

Hohe Kundenorientierung für anspruchsvolle Klientel

Zu Heinzmanns Kunden zählen bekannte Häuser im Wallis, darunter einige 5­-Sterne-­Hotels in Zermatt und der restlichen Schweiz. Die Hoteliers sowie die Gäste in den oft abgelegenen Hotels sind anspruchsvoll. Mittels UHF-­RFID-­Transpondern wird der Verbleib aller Teile, von der Serviette bis zum Bettlaken, überprüft. "Das sind teilweise Häuser mit Zimmerpreisen von 1.000 Schweizer Franken aufwärts. Die wollen wissen, wo ihre Wäsche ist", begründet Heinzmann das Verfahren. "Wir haben die volle Kontrolle."

Die Wäsche wird bei Ankunft ein-­ und bei Verlassen der Wäscherei ausgelesen. Dabei erstellen die Mitarbeiter Lieferscheine mit den Stückzahlen. Am Ende des Monats erhält jeder Kunde eine Auswertung. Heinzmann schließt mit den Hoteliers größtenteils Mehrjahresverträge: "Nach Ablauf dieser Zeit wechseln wir alles aus", erklärt der Unternehmer. Als Unternehmer ist es Heinzmann wichtig, auch altbewährte Kleinkunden mit Wäsche zu versorgen. Durch diese kleinen Häuser bis zu 50 Betten habe man es überhaupt erst geschafft, in der Branche Fuß zu fassen. "Da muss man 'danke' sagen", so Heinzmann. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 300 Kunden.

Bei Wind und Wetter: Wäschelieferung per Helikopter

Um den hauseigenen Service Kunden selbst im tiefsten Winter anbieten zu können, scheut das Unternehmen keine Mühen. Ob mit der Luftseilbahn und dem Pistenfahrzeug oder wenn nötig per Luftweg mit dem Hubschrauber – die Wäsche findet ihren Weg zum Kunden. "Letzten Winter sind wir ziemlich oft mit dem Helikopter geflogen, weil die Verbindungsstraße gesperrt war", erzählt Heinzmann. "Dreimal insgesamt, einmal davon sechs Tage am Stück." In erster Linie seien Hotels in Zermatt von den aufgrund von Schneefall gesperrten Straßen betroffen gewesen. Die Gäste selbst beeindruckte die Wetterlage wenig, sagt Heinzmann. Die meisten seien als Wochengäste von der Sperre von Sonntag bis Freitag nicht betroffen gewesen: "Das stört die Gäste nicht weiter. Aber sie wollen frische Wäsche." Anfangs versuchte das Team, die Wäsche anstatt wie üblich mit dem eigenen Fuhrpark mit dem Zug auszuliefern. Allerdings benötigte die Bahn den Zug, um Schnee zu räumen. "Dann hieß es, wir bekommen eine Diesellok", erinnert sich der Unternehmer. Bis die zugesagte Lok beim Güterumschlag in Visp ankam, habe jedoch ein Erdrutsch die Bahnstrecke versperrt. "Ab da gab es nur noch eine Lösung: den Hubschrauber."

Normalerweise bringt die Wäscherei ihre Wäsche über die Verbindungsstraße von Täsch nach Zermatt, für die man eine Spezialbewilligung benötigt. Die Wäschelogistik vor Ort übernimmt das Unternehmen mit Elektrofahrzeugen. Vergangenen Winter schickte Heinzmann mehrere Lkw nach Täsch, die Polizei sperrte die Straße ab. Ein Helikopter der Gesellschaft "Air Zermatt" flog bis zu sechs Trolleys in einem Netz in die entlegenen Regionen. Auf diese Weise wurde saubere Wäsche hingebracht und schmutzige Wäsche abgeholt. Der sechstätige Einsatz verursachte Kosten im fünfstelligen Bereich. Die Wäscherei Heinzmann organisierte und finanzierte diese außergewöhnliche Wäscheversorgung selbst. „"ns liegt die Region am Herzen", begründet Heinzmann seinen Einsatz. "Helikopter dafür zu nutzen, ist mit hohen Kosten verbunden, aber uns sind Gäste und Kunden wichtig. Wir erhielten auch viel positives Feedback."

440.000 kWh Eigenstrom pro Jahr

Heinzmann stellt sein Unternehmen nicht nur kundenorientiert, sondern auch umweltbewusst auf. Die Wäscherei Heinzmann zählt zu den umweltfreundlichsten Wäschereien in der Schweiz. Dank einer 4.000­m2-­Photovoltaikanlage produziert die Großwäscherei 440.000 kWh Eigenstrom pro Jahr. Auch eine Rückgewinnungsanlage mit Abwasser­ und Mangelluftwärmetauscher verringert den ökologischen Fußabdruck. Bei seinem Fahrzeugpark legt Heinzmann ebenfalls Wert auf Ökologie. In Zermatt und Saas­ Fee setzt die Wäscherei ihre eigenen Elektrofahrzeuge zur Verteilung der Wäsche ein. Die großen Lastkraftwagen des Unternehmens entsprechen alle mindestens der Abgasnorm Euro VI und besitzen einen speziellen Kofferaufbau, damit sie per Bahn transportiert werden können.

An seinem bisher stärksten Tag machte das Team der Wäscherei Heinzmann 47 t Wäsche. "Aber das war die Spitze", so Heinzmann. Die Aufträge aus dem Erholungsresort seien stark saisonabhängig, in der Wintersaison ist die Wäscherei deutlich besser ausgelastet. Für einen gesunden Ausgleich und um mehr Jahresstellen anbieten zu können, erweiterte Heinzmann seinen Lieferradius in den letzten Jahren auf 200 km und beliefert neben Hotels auch Alten­ und Pflegeheime: "Wir fahren nach Genf, Lausanne, Bern, Interlaken, Luzern und Andermatt. Außerdem beliefern wir unseren ganzen schönen Kanton."

Heinzmann legt Wert auf die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter. In den jüngeren Generationen stellt er ein Umdenken in der Arbeitsweise fest: " Für mich ist die Arbeit mein Leben. Aber die jungen Leute wollen nicht mehr sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag Verantwortung übernehmen." Der Unternehmer hat drei noch junge Kinder. Der elfjährige Sohn und die neunjährige Tochter helfen in den Sommerferien in der Wäscherei aus. "Vom verdienten Geld können sie sich kaufen, was sie wollen. So lernen sie den Wert von Geld kennen", erklärt Heinzmann die Erziehungsmethode. "Ich habe damals selbst jeden Sommer mitgeholfen und habe es verflucht. Heute weiß ich es zu schätzen." Sechs Jahre nach dem Bau der Wäscherei in Raron kündigte Heinzmann nun einen weiteren Neubau an. "Ich habe ein Grundstück gefunden mit 12.000 m2.“ Schon 2020 sollen die Baumaßnahmen beginnnen.


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