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Lichteinwirkung bei Gebrauchstextilien Wer hat Schuld am Verblassen?

Ob eine Farbveränderung durch Lichteinwirkung bei Gebrauch vorliegt, ist nicht immer sofort ganz deutlich zu erkennen, da sehr oft auch das gesamte Teil sich farblich leicht verändert darstellt, insbesondere dann, wenn das Textil schon länger genutzt wurde. Im Labor lässt sich aber die Farbechtheit sicher nachweisen.

Sehr oft reklamieren Kunden nach einem Reinigungsvorgang, dass sich die Farbe aufgehellt darstelle oder sich in unterschiedlichen Bereichen verändert habe. Der Reinigungsbetrieb kann am Aussehen der farblich aufgehellten Stellen erkennen, ob eine Lichtschädigung vorliegt.

Immer dann, wenn auf der rechten Warenseite ein anderer Farbton als auf der linken Warenseite zu erkennen ist, also sich eine Farbdifferenz abzeichnet, kann vom Lichtschaden ausgegangen werden. Doch auch wenn Kragen und Patten (besonders unter dem Umlegekragen oder bei Kaputzen) auf der rechten Gewebeseite deutlich abgebildet und farbliche Veränderungen zu erkennen sind, kann mit Sicherheit von einer Lichtschädigung ausgegangen werden.

Farbveränderung erklären

Wenn diese Merkmale vorliegen, dann liegen diese Farbveränderungen nicht in dem Verantwortungsbereich der Textilreinigung und dem angewandten Reinigungsverfahren. Der Kunde wird aber in der Regel darauf verweisen, dass diese partiell aufgetretenen Farbaufhellungen/Veränderungen vor der Reinigungsbehandlung nicht vorhanden waren und damit hat er sehr oft auch recht.

Vor der Reinigungsbehandlung verbleiben die bei Gebrauch durch Belichtung geschädigten Farbpartikel/Pigmente noch auf der Faser, Gebrauchsverschmutzungen wie Staub, Schmutz und Fett verdunkeln aber den Anblick. Bei der Reinigungsbehandlung werden dann Staub, Schmutz, Fett und die durch den Gebrauch vorgeschädigten Farbpartikel/Pigmente von der Faser abgelöst und mit der Reinigungsflotte weg geschwemmt. Da sich die beschädigten Farbpartikel/Pigmente mit Staub, Schmutz und Fett verbunden haben, können sich die gebrauchsbedingten Farbaufhellungen deutlich zeigen.

Bei der Annahme der Textilien muss durch den Betrieb eine einfache Warenschau durchgeführt werden. Dabei sind diese Lichtschäden in den wenigsten Fällen zu erkennen, weil (wie oben beschrieben) die Farbsubstanzen noch auf der Faser vorhanden sind und dadurch eine leichte Verdunkelung des Gewebes vorliegt.

So entstehen Lichtschäden an Textilien

Wenn Bekleidungsstücke über einen längeren Zeitraum an der gleichen Stelle hängen oder aufbewahrt werden, dann können Lichtschäden sehr schnell entstehen, hauptsächlich bei Naturfasern mit dunklen Einfärbungen und wenn eine Belichtung stattfindet. Noch schlimmer und schneller entstehen Lichtschäden, wenn Textilien in einem Auto unter der Heckscheibe liegen, denn dann kann das G las der Heckscheibe wie ein Brennglas wirken und ein Lichtschaden ist dann in kürzester Zeit entstanden.

Auch bei Vorhängen und Gardinen können sich Lichtschäden bilden, die sich in den vertikalen Faltenwürfen streifenförmig darstellen, d.h., die Falte, die dem Fensterglas am nächsten ist, erscheint dann aufgehellt und farblich verändert.

Der Reinigungsbetrieb kann im Prozess nicht verhindern, dass Lichtschäden deutlich gemacht werden. Dabei sind dunkle Einfärbungen wie Schwarz, Blau, Grün und Rot in der Praxis am meisten betroffen. Ein weiteres untrügliches Merkmal für einen Lichtschaden ist, wenn sich gerade Linien abgebildet haben.

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