
Mehr als Kesselüberwachung
Bosch präsentierte auf der ISH Energy, Weltleitmesse für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in Frankfurt am Main, seine neue vorausschauende Zustandsüberwachung für Großkesselanlagen. „Condition Monitoring basic“ soll sich positiv auf eine gleichbleibend hohe Systemeffizienz und Verfügbarkeit von Dampf-, Heißwasser- und Heizkesselanlagen auswirken. Hierzu werden die Anlagendaten analysiert, bewertet und mittels Ampelmodell transparent dargestellt. Die Berechnungsalgorithmen treffen dabei auch eine Voraussage. So können laut Unternehmen Betriebsweisen, die Unwirtschaftlichkeit, erhöhten Verschleiß oder ungeplante Ausfälle zur Folge haben, frühzeitig festgestellt und vermieden werden. Die Zustandsüberwachung erkennt beispielsweise ungünstige Anfahrzustände, sich anbahnende wasser- und abgasseitige Verschmutzungen oder Korrosionsgefahr. Außerdem werden bei Bedarf Wartungsmeldungen generiert. Durch die Darstellung des Kessellastprofils über den Zeitverlauf oder durch die Messung und Anzeige von Energieverlusten sollen Optimierungsmöglichkeiten ersichtlich werden. Bosch stellte auf der Messe außerdem konventionell befeuerte 3-Zug-Kessel mit einem integrierten zusätzlichen vierten Rauchrohrzug vor. Damit soll auf effiziente Weise ein Blockheizkraftwerk mit einem Großkessel kombiniert werden: Das Abgas des Blockheizkraftwerks wird nach Unternehmensangaben direkt im vierten Zug des Dampfkessels genutzt. Für den Anlagenbetreiber sinken die Kosten um 20 bis 40 Prozent verglichen mit einem separaten Abwärmekessel, verspricht Bosch.
Am Bosch-Stand der ISH Energy war zudem eine „Organic-Rankine-Cycle“-(ORC-)Anlage ausgestellt. Die ORC-Lösungen ermöglichen die Nutzung von Abwärme zur Erzeugung von Strom. Sie können laut Unternehmen überall dort eingesetzt werden, wo größere Mengen nicht nutzbarer Abwärme anfallen, beispielsweise in Kombination mit einem Blockheizkraftwerk.
Ein wichtiges Entwicklungsthema der Zukunft ist eine technologieübergreifende Systemregelung für Großanlagen. Bosch stellte dazu einen Prototypen vor. Mit der Regelung können dem Unternehmen zufolge verschiedene Produkte wie Kessel, Blockheizkraftwerk und Speicher zu einem effizienten Energiesystem kombiniert und über eine Bedienoberfläche gesteuert werden.