
In Eis gehauen
In der kanadischen Provinz Quebec gibt es im Winter Schnee und Eis in Hülle und Fülle. Zwischen Dezember und März fällt die Temperatur deutlich unter die Minusgrade und üblicherweise ist mit ergiebigen Schnellfällen zu rechnen. Die meisten Gewässer frieren zu und auch der Sankt-Lorenz-Strom macht nur kurz vor der Mündung eine
Ausnahme.
Doch trotz der Kälte lassen sich die Franko-Kanadier den Spaß am Feiern nicht nehmen und ziehen die ersten beiden Februarwochen in den Karneval. Allerdings gehören nicht die allabendlichen Paraden, das Schneebaden oder das Skirennen, sondern der Schneeskulpturenwettbewerb zu den berühmtestes Attraktionen des Carneval de Québec. Aus 6.000 Eisblöcken entsteht gegenüber dem Parlament der Provinzhauptstadt der „Palais de Glace“, ein Märchenschloss mit Türmchen, Zugbrücke und Bühne. Andernorts machen sich Einheimische und Künstler aus aller Welt mit Kettensäge und Meißel ans Werk und formen aus großen Eisblöcken fantasievolle Skulpturen. Die Darstellung verschiedenere Oberflächen hat dabei einen besonderen Reiz, wie das Ensemble vor dem Marché Bonsecours in Montreal zeigt. So lassen sich mit der gefrorenen Materie sowohl die stahlharte Oberfläche einer Nähmaschine als auch die weiche Textur altmodischer Gewänder nachbilden. Und bei steigenden Temperaturen zeigt sich dann auch noch, was in der Konfektion unter einem fließenden Fall zu verstehen ist.
Dipl.-Ing. Sabine Anton-Katzenbach