Hemdenfinisher Sankosha „Wenn Hemd, dann richtig“

In der Rock’n’Roll Laundry von Hans-Jürgen Topf landet neben den dreckigen Socken von Stars auch das ein oder andere profane Hemd. Wo nicht nur Stars und Sternchen sauber gehalten werden wollen, müssen zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Ein neuer Hemdenfinisher von Sankosha war hier die Lösung.

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    Hans-Jürgen Topf ist mit der Qualität der Hemden zufrieden.
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    Alfred Olschinsky, Hans-Jürgen Topf und Walter Mück freuen sich über eine gelungene Kooperation.Fotos: Zimmermann

„Wenn Hemd, dann richtig“

Als Wäscher der Rock- und Popstars macht Hans-Jürgen Topf seit 26 Jahren von sich reden. Doch neben dem Glamour von Backstage-Pässen und After-Show-Partys gibt es natürlich noch das ganz normale Tagesgeschäft, das sich mit den altbekannten Aufgaben rund ums Waschen, Trocknen und Bügeln beschäftigt.

Durch zusätzliche Aufträge im Bereich des Hemdenservice musste das Produktionsvermögen des Betriebes in diesem Bereich gesteigert werden. „Wir wurden von verschiedenen Reinigungen gefragt, ob wir ihre Hemden mit übernehmen können. Da kamen dann plötzlich am Tag 400 bis 500 Hemden auf uns zu“, erklärt Hans-Jürgen Topf. In der ersten Zeit habe man noch versucht, mit Nachtschichten über die Runden zu kommen. Doch schnell stellte sich heraus, dass eine neue Maschine für die zusätzlichen Aufgaben benötigt wurde. „Wir waren eigentlich nicht auf Hemden, sondern auf Flachwäsche spezialisiert. Das sporadisch anfallende Hemd hatten wir eher mitbedient“, so Topf.

Ein weiteres Ladenlokal, das er in der Stadtmitte verpachtet, übernahm bisher den Hemdenservice. Bei dem Betrieb „Das saubere Hemd“ ist der Name Programm. „Allerdings wird die Pächterin den Laden bald altersbedingt zurückgeben.“ Dies wird für die Wäscherei Topf noch einmal 250 Hemden am Tag zusätzlich bedeuten. Eine Ergänzung für den bestehenden Betriebsablauf war daher unabdingbar.

Der neue Doppelhemdenfinisher LP-185 schaffte Abhilfe. Der „Double Buck Shirt Press Finisher“ von Sankosha ist von zwei Personen bedienbar und beinhaltet sowohl eine automatische Pressplatte für die Vorder- und Rückseite der Hemden als auch ein Dampfgebläse für die Ärmel. Der Finisher besteht dabei aus zwei beheizten Stationen, auf welche die Hemden aufgezogen werden. Ist ein Hemd fixiert, rotiert die Maschine um 180 Grad und beendet den Finishprozess, während auf der zweiten Station ein weiteres Hemd aufgezogen werden kann.

Mit Hilfe seiner neuen Maschine plant Hans-Jürgen Topf bereits weiterführende Projekte. „Wir werden unsere Hemdenzahl auf mindestens 800 Hemden am Tag bringen“, ist der rockige Wäscher überzeugt. Für ihn gilt die Devise: „Wenn Hemd, dann richtig.“ Vermehrte Werbeaktionen und ein verstärkter Office- und Lieferservice sollen die Kunden anlocken. Mit BMW und VW habe er bereits zwei bekannte Geschäftspartner gefunden, bei denen dieser Service gut ankomme.

Doch auch in der Wäscherei Topf ist der Preisdruck des Marktes spürbar. Hans-Jürgen Topf entzieht sich den Kampfpreisen jedoch ganz bewusst. „Hemden für einen Euro kann nicht unser Ziel sein“, erklärt er. Den Preis für eine gute Leistung, aus vermeintlichen Wettbewerbsgründen, herunterzuziehen nützt seiner Meinung nach nichts. Der angerichtete Schaden sei im Endeffekt sehr viel größer als der kurzfristige Nutzen. „Preise nach unten - Sonderaktion 50 Prozent Nachlass - das geht immer ganz schnell.“ Aber wer danach die Preise wieder auf ein vernünftiges Niveau anheben wolle, erlebe schnell „die Sonderaktion Kunde weg“. Besonders fatal sei die Lage in Großstädten wie Frankfurt/Main und Berlin, wo sich bereits Preise unter einem Euro breitmachten. „Ich bin kein Befürworter einer solchen Vorgehensweise“, stellt Topf klar. Er wolle seine Preise langfristig eher etwas erhöhen und in Sonderaktionen Rabatte geben, statt einen dauerhaft niedrigen Kampfpreis anzubieten.

„Die Entscheidung für den Sankosha haben wir auch wegen der Betreuung durch Herrn Olschinsky getroffen“, erklärt Topf. Alfred Olschinsky, Sales Manager der Firma Sankosha, betreute den Einbau und die Beratung für den Hemdenfinisher. Das Handelshaus Ziermann GmbH habe sofort auf seinen Anruf reagiert und ein Treffen mit Olschinsky ermöglicht.

Die ausschlaggebenden Argumente waren für Hans-Jürgen Topf letztendlich der bekannte Name des Herstellers Sankosha und dass er die Maschine bei anderen Wäschern im Betrieb bereits in Aktion gesehen hatte. „Ich war von der Kombination der Press- und Blastechnik sehr angetan“, so Topf. Zwar bevorzuge er, aus Gründen der Standfestigkeit, gepresste Hemden, jedoch ließe sich die Presstechnik schlichtweg nicht auf jeden Hemdentyp anwenden. „Schwarze Hemden z.B. lassen sich nicht gut pressen, da sie schnell einen Glanz entwickeln können“, erläutert Topf. Am besten sei ein Betrieb aufgestellt, wenn beide Techniken vorhanden seien.

Für die Bedienung des Geräts empfiehlt Hans-Jürgen Topf Personal einzusetzen, das noch keine Vorkenntnisse mit der Handhabung von Dämpfpuppen hat. „Dann fällt die Umstellung leichter und man muss nicht gegen die eigenen eingefahrenen Handgriffe ankämpfen.“ Die Maschine sei bedienfreundlich genug, als das eine ungeübte Person schnell gute Ergebnisse erzielen könne. „Mit zwei Personen kann man 110 Hemden in der Stunde schaffen“, so Olschinsky. Die Langlebigkeit der Maschine hob er dabei ganz besonders hervor. „Der Finisher kann eine Laufzeit von 20 Jahre erreichen“, versichert er. Vom Zylinder bis zum Ventil habe der japanische Hersteller auf besonders robuste und langlebige Qualität geachtet. Qualität war auch für Hans-Jürgen Topf eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf der Maschine. „Ich habe insbesondere darauf geachtet, dass die Zwangsfalten im Manschetten- und Kragenbereich nicht zu weit gehen und dass die Knopfleisten genug Standkraft haben“, erklärt er.

Da die nächste Generation Topf bereits in den Startlöchern steht, ist es Hans-Jürgen Topf besonders wichtig, seine Wäscherei auf dem neuesten Stand zu halten. „Wenn mein Sohn einmal den Betrieb übernimmt, möchte ich, dass die Maschinen auf dem Stand 2009/2010 sind.“ Walter Mück, Vertriebsbeauftragter bei Ziermann, lobt ausdrücklich die Innovationsfreudigkeit der Wäscherei Topf. „Es ist wichtig, dass sich die Leute trauen, solche Investitionen zu machen“, erklärt Mück. Einem Investitions- oder Innovationsstau müsse in jedem Fall vorgebeugt werden, wenn Wäschereien auch in Zukunft am Markt bestehen wollen.

Kollegen, die sich ebenfalls mit Umbau- oder Verkaufsgedanken tragen, empfahl Topf ausdrücklich, die Warenschau vor Ort vorzunehmen. „Ich lade gerne dazu ein, sich die Maschine bei mir in Aktion anzusehen.“ Die nächsten Projekte stünden bereits in den Startlöchern. Als nächstes müsse eine neue Mangel her. Wie es in Zukunft weitergeht, weiß Hans-Jürgen Topf auch in anderen Bereichen ganz genau. „Ich mach’ meine Wäscherei ein Leben lang.“Jennifer Zimmermann