EPC global, die Radiofrequenzidentifikations(RFID)-Initiative von GS1, hat jetzt in Zusammenarbeit mit Avery Dennison eine neue Richtlinie veröffentlicht. Sie legt Standards fest, wie die üblichen proprietären Diebstahlsicherungstechniken durch RFID-Technologie in Ein- oder Mehrwegetiketten ersetzt werden können.
Die Standards sollen, laut Unternehmen, allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette von der Bekleidungsherstellung bis zum Einzelhandel zugute kommen. Durch diese Technik sei es möglich, einerseits die Logistikprozesse zu optimieren und andererseits die Warensicherung in den Läden zu gewährleisten.
EPC/RFID und EAS-Technologie
Die Stärken der EPC/RFID- und der EAS-Technologie (elektronische Warenüberwachung) sollen hierbei in einem einzelnen Etikett vereint werden, so dass ein nachträgliches Auszeichnen mit Warensicherungsetiketten entfällt.
"Das bringt enorme Vorteile", erklärt Paul Chamandy, Leiter der Abteilung New Business Development bei Avery Dennison. "Diese Richtlinien zeigen, wie das kombinierte RFID/EAS-System eingesetzt werden kann. In der Praxis eröffnet das eine Vielzahl von Möglichkeiten Kosten einzusparen, den Betrieb effizient zu machen und die Lagerhaltung zu präzisieren."
Und auch Chris Adcock, der Präsident von EPC global Inc., sieht in den Standards ein neues Modell, mit dem die Einzelhändler ihre Diebstahlverluste sichtbar machen und managen können. "Das System ist auf Warentransparenz ausgelegt. Damit kann der Händler Vorratsengpässe verringern, beim Kunden für positive Kauferlebnisse sorgen und so seinen Umsatz steigern."
Mehr als ein Diebstahlsystem
Avery Dennison beliefert Einzelhandel, Markenbesitzer und Hersteller. Das Unternehmen bietet eine Serie von Tags und Etiketten, die mit der RFID-basierten EAS-Technologie ausgestattet werden können. Im Einzelhandel gibt es laut Hersteller zwar bereits verschiedene Standards für Diebstahlsicherungssysteme, diese informieren den Händler jedoch lediglich darüber, dass ein Diebstahl vorliegt, und nicht welches Produkt genau gestohlen wurde. Die RFID-basierte Warensicherung liefere darüber hinaus Informationen zum spezifischen Produkt. "Das bringt mehr Transparenz. Die Händler können solche Verluste jetzt schnell und exakt in den Regalen nachfüllen", meint Chamandy.
Die unterschiedlichen EAS-Technologien haben bisher die Ausstattung mit Quell-Tags zur Warensicherung behindert. Je nach Technologie, die der Händler bei der Diebstahlsicherung nutzte, musste er die Waren nachträglich und aufwändig mit unterschiedlichen Etiketten versehen. „Wir gehen davon aus, dass durch die neuen Richtlinien der Prozess einheitlicher und die Anwendung von RFID-Quell-Tags auf Warenebene vereinfacht wird“, so Chamandy. Dabei werde der Kostenvorteil für den Händler umso größer, je früher in der logistischen Kette das Kombietikett an der Ware angebracht werde.
