Zum Erfolgsrezept der Wäscherei Kampschulte gehören echte Dienstleistungsorientierung und hohe Bearbeitungsqualität. Damit das Ergebnis stimmt und gleichzeitig die Ressourcen geschont werden, setzt das Unternehmen auf moderne Maschinen- und Dosiertechnik sowie leistungfähige Produkte.
Alles dreht sich um den Kunden
Mehr als 80 Altenheime und 25 Krankenhäuser vom Ruhrgebiet bis zum Sauerland versorgt Kampschulte aus Soest mit Dienstleistungen rund um die Textilie. Der Gesundheitsbereich ist das größte Bearbeitungssegment, aber auch Industriebetriebe sowie Gastronomie und Hotellerie zählen zum Kundenkreis des Textilserviceunternehmens.
Das Erfolgsrezept der Soester: Echte Dienstleistungsorientierung und Qualität. Eigenschaften, die gerade bei Verantwortlichen aus Pflege- und Seniorenheimen zählen. „Die Wäsche ist schließlich ein wichtiger Faktor in solchen Einrichtungen und trägt entscheidend zum Ambiente sowie zum Wohlbefinden der Bewohner bei“, sagt Bernd Schuler, geschäftsführender Gesellschafter der Kampschulte GmbH & Co. KG. Immer mehr Heime, so berichtet Schuler, erkennen dies und setzten auf hochwertige textile Ausstattung und hohe Bearbeitungsqualität. Kundenorientiertes Denken bedeutet für ihn, für jede Einrichtung eine individuell abgestimmte und passende Lösung zu finden. Kampschulte versteht sich als textiler Vollversorger und übernimmt die Anschaffung, Pflege und Instandhaltung der Textilien. Doch die Betreuung geht noch weiter: „Auch das textile Controlling gehört selbstverständlich zum Leistungsangebot“, erklärt Schuler, der auch im Präsidium des Industrieverbandes Textil Service (intex) mitwirkt und dort das Aufgabengebiet Finanzen betreut. Die transparente Zuordnung der Wäscheverbräuche auf die einzelnen Bedarfs- bzw. Kostenstellen und der Vergleich mit den Verbrauchsvorgaben und Budgets ermöglicht den Kunden des Unternehmens eine wirtschaftliche Steuerung der Wäschekosten. Durch Detailauswertungen des Kostenverlaufs pro Pflegetag und/oder pro Fall – bezogen auf die Stationen, Funktions - oder Bewohnerbereiche – werden Veränderungen im Verbrauch frühzeitig erkannt. „Ursachen können analysiert und Optimierungsmaßnahmen eingeleitet werden“, erklärt Bernd Schuler. Ergänzend zu diesem internen Vergleich bietet Kampschulte auch ein Benchmark mit vergleichbaren Einrichtungen aus dem Kundenkreis an. Als Unterstützung für seine Kunden organisiert Kampschulte außerdem regelmäßig Schulungen und Seminare. Pflegedienstleiter und Stationsleiter bekommen dabei nicht nur Informationen aus den Themenbereichen Hygiene oder OP-Systeme, sondern erfahren z.B. auch, mit welchen Finanzierungsformen Finanzengpässe überwunden werden können oder wohin der Trend in der Gesundheitswirtschaft geht. Dafür holt sich der Textildienstleister hochkarätige Referenten aus dem Gesundheitswesen ins Boot. Dass kundenorientiertes Denken Früchte trägt, zeigt sich an den aktuellen Entwicklungen in Soest. Im vergangenen Jahr wurde auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Wäscherei ein neues Verwaltungsgebäude eingeweiht. Damit sind die Baumaßnahmen noch nicht abgeschlossen.
Aufgrund des Wachstums im Altenheimbereich und hier insbesondere beim Bewohnerwäscheaufkommen ist nochmals eine bauliche Erweiterung geplant. Entscheidend für den Erfolg in diesem Marksegment ist, wie Schuler betont, die Qualität der Bearbeitung. Dafür sorgt Wolfgang Dittmar, technischer Leiter bei Kampschulte, mit seinem Team. Dittmar skizziert das Wäscheaufkommen aus diesem Bereich: „Wir bearbeiten hier am Tag neben der Flachwäsche die persönliche Wäsche von 4.200 Bewohnern, das sind rund 10.000 Teile“. Insgesamt verzeichnet der Betrieb eine Leistung von 23 t Wäsche pro Tag. „Die erreichte Effizienz und hohe Qualität in der Wäschebearbeitung sind das Ergebnis eines ständigen Prozesses“, sagt der technische Leiter. Moderne Maschinen- und Dosiertechnik sowie geeignete Produkte seien wichtige Voraussetzungen, um den Ressourceneinsatz immer geringer werden zu lassen. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, hat die Wäscherei, wie Dittmar berichtet, kürzlich auf das Niedrigtemperaturverfahren umgestellt. Dabei kommt dem Chemieeinsatz besondere Bedeutung zu. Im Einsatz ist das Alleinwaschmittel Trebon SI von Kreussler.
Das Produkt erfüllt, wie Rudolf Kreckel, Verkaufsleiter bei Kreussler und zuständiger Betreuer von Kampschulte, erklärt, bei einer Einwirkzeit von zehn Minuten bei 60 °C die Listungsbedingungen der Desinfektionsmittelliste des Robert-Koch-Institutes gemäß § 18 IfSG Typ A (Bakterien) und B (Viren) zur Wäschedesinfektion in Waschmaschinen. Als weitere Vorteile spricht Kreckel geringe Einsatzmengen, die Minderung der Abwasserbelastung und Umweltschonung an. Der Verkaufsleiter erläutert die Wirkungsweise des Waschmittels: „Wasserhärte aus Calcium- und Magnesiumionen, die den Wascheffekt stören, sowie Eisen- und Manganionen, die die Bleiche stören, werden durch Ionenaustausch an Schichtsilicate gebunden und in der Waschlauge verteilt (dispergiert). In der nun enthärteten Waschlauge wirkt der Überschuss der Schichtsilicate als Alkalispender für einen optimalen pH-Wert und liefert durch Peptisation das Gerüstsystem für eine deutlich verbesserte Waschleistung.“ Das Produkt ist dermatologisch getestet und wird vom Hersteller besonders für den Problembereich der Krankenhaus- und Altenheimwäsche empfohlen.
Für die Wäschedesinfektion kommt bei Kampschulte Ottalin PA CONC zum Einsatz. „Das Produkt beruht auf der Wirkung von Aktivsauerstoff, ist hochkonzentriert und wird bereits ab 40°C aktiv“, erklärt Rudolf Kreckel. „Die Peressigsäure ist besonders faserschonend und als Bleichzusatz für alle Waschverfahren geeignet. In Verbindung mit Trebon SI ermöglicht das Ottalin-PA-CONC-Verfahren eine verlässliche Wäschedesinfektion mit zehn Minuten Einwirkzeit, 60 °C und geringsten Einsatzmengen, nämlich 1,2 g/l Trebon SI und 0,9 g/l Ottalin PA CONC.“
Derzeit befindet sich das Niedrigtemperaturverfahren in der Einstellungsphase. Ziel ist es, konkrete Vorgaben für die Mitarbeiter bezüglich Zeit, Temperatur und Einsatzmenge zu ermitteln, um Verfahrenssicherheit zu gewährleisten. „Um eine hohe Qualität zu erreichen, müssen wir korrekt arbeiten“, sagt Dittmar. Bereits seit 29 Jahren ist er bei Kampschulte. Während dieser Zeit hat sich vieles getan: Neue Erkenntnisse und innovative Maschinentechnik haben dazu beigetragen, dass der Arbeitsablauf in der Wäscherei immer wirtschaftlicher gestaltet werden konnte. Zahlreiche technische Lösungen haben verschiedene Hersteller in den vergangenen Jahren nach den Vorstellungen des technischen Leiters realisiert. Die Effizienz der Arbeitsschritte und die Ergonomie für die Mitarbeiter stehen an erster Stelle, wenn Dittmar an Optimierung denkt. Das zeigt sich auch in der Finishabteilung. Über einen Touchscreen geben die Mitarbeiter per Knopfdruck ein, um welche Textilart es sich handelt. Das Display zeigt dabei keinen Klartext, sondern Fotos von den verschiedenen Textilien. „Damit haben wir Fehlbedienungen minimiert“, freut sich Dittmar. „Zudem haben die Mitarbeiter die Chance, durch leistungsfähige Maschinen einen guten Leistungslohn zu erwirtschaften.“
In jedem einzelnen Bereich der Wäscherei sucht Dittmar nach der für den Betrieb optimalen Lösung. In puncto Dosierung hat er sich statt für eine Pulvermühle für den Stammansatz entschieden. „Für uns ist das einfach die wirtschaftlichere Lösung. Zudem kann genauer dosiert werden“, sagt er. Die Stammlaugenanlage versorgt zwei Waschstraßen des Betriebes. Mit Hilfe von Druckluftmebranpumpen wird die Lauge dosiert. Die Leitfähigkeitsmessung gibt Aufschluss über die Konzentration der Lösung. Somit kann geprüft werden, ob die Dosierung stimmt.
Seine Erfahrung gibt Dittmar auch an den Nachwuchs weiter. Derzeit beschäftigt Kampschulte zwei Auszubildende. Eine Auszubildende ist gehörlos. Für sie wurde eigens eine Klasse eingerichtet, in der die theoretischen Kenntnisse des Berufes vermittelt werden. Und auch im Arbeitsalltag im Betrieb muss sie sich keine Sorgen machen.
Die Mitarbeiter der Wäscherei haben großes Engagement gezeigt und an Wochenendseminaren die Gebärdensprache erlernt. Das zeigt: Nicht nur die Kommunikation mit den Kunden stimmt hier, sondern auch die unter den Menschen, die dieses Unternehmen ausmachen.Vanessa Ebert