Vending-Automaten Süße Wartezeit per Knopfdruck

Ob Wasserspender, Kaffeemaschine oder Automaten mit einer Auswahl an Schokoriegeln – Vending-Automaten sind vielerorts unverzichtbar. Die Automaten stellen einen attraktiven Zusatzverdienst dar, zudem sehen viele Kunden im Angebot an Getränken oder Snacks einen guten Service.

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    Vending integriert: Hier im Waschsalon bubblepoint in Innsbruck.
    © bubblepoint
    Vending integriert: Hier im Waschsalon bubblepoint in Innsbruck.
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    Für den Durst zwischendurch: POU-Systeme.
    © Stelter
    Für den Durst zwischendurch: POU-Systeme.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, in welcher Verfassung Ihre Kunden sind, wenn sie am Abend ihre Sakkos und Blusen bei Ihnen in der Reinigung abholen? Einige unter ihnen haben regelrechte "Einkaufs- und Erledigungstouren" hinter sich und hetzen von einer Ladentür zur nächsten oder kommen gestresst vom Arbeitsplatz – dann noch in die Reinigung ... und hier werden sie in der Warteschlange ungeduldig, weil sie vor lauter Stress vergessen haben, zwischendurch etwas zu essen oder zu trinken.

Wie praktisch, wenn in Ihrem Verkaufsraum ein Wasserspender steht oder gar ein Automat mit allerlei süßen Entfrustern. Der Kunde atmet auf. Er kramt voller Vorfreude 70 Cent aus seiner Tasche, wirft sie in das blecherne Ungetüm, das – wie nicht selten – eine Münze nach der anderen wieder ausspuckt. Der Frust ist groß, der Kunde sauer, womöglich noch auf Sie. Schließlich haben Sie dieses Monster im Verkaufsraum stehen. Ebenso schrecklich für das Nervenkostüm Ihrer Kunden sind überholte Kaffeeautomaten. Erst brummen und rattern sie minutenlang und schließlich tröpfelt eine wässrig, braune Brühe in einen wenig ansehnlichen Plastikbecher, zu dem man sich dann zur Entnahme fast auf Kniehöhe bücken muss. Von Geschmack keine Rede.

Horrorszenario ist auch der ständig leere Wasserspender. Ihre durstenden Kunden sind enttäuscht und stecken ihre Becherchen wieder zurück auf den Stapel ...

Automaten ändern sich

Aber die Automatengeneration 2008 ist nicht mehr globig, riesig, ohrenbetäubend und münzverschmähend. Im Gegenteil: der Kaffee schmeckt, das Wasser fließt, Kunden und Schokoriegel trennt keine schwere Entnahmeklappe mehr. Die Vending-Branche hat einige Innovationen auf den Markt gebracht, um Kundenwünschen zu entsprechen, aber vor allem die Geschäftsinhaber entlastet. Zweimal täglich checken, ob noch genug Schokolade oder Kaffeepulver vorhanden ist, gehört der Vergangenheit an und das Schleppen von Wasserkanistern ist auch tabu.

Warten und Wasser zapfen

Möglich macht dies das sogenannte Point-of-use-System (POU) – ein Wasserspender, der vom Trinkwassernetz gespeist wird, und dies wird in Deutschland streng kontrolliert. Aber dabei stellt der Dienstleister nicht einfach das Becherchen unter den Wasserhahn und zapft ab. POU ist ausgerüstet mit High-Tech. So sind Variaten möglich, die nicht nur stilles, sondern auch mit Kohlensäure versetztes Wasser spenden. Es gibt die Maschinen mit Aktivkohlefilter, integrierter Membrantechnik oder Umkehr-Osmose-Prinzip.

Die Waterlogic GmbH aus Bietigheim-Bissingen beispielsweise bietet vier verschiedene Größen eines POU an. Die Variante WL 3000 in den Ausführungen C/HC/CS/HCS verfügt über eine Kühlleistung von 24 l pro Stunde bei drei bis neun Grad. Ein zweistufiges Filtrationssystem sorgt dabei für Hygiene. Der Aktivkohlefilter entziehen dabei dem Wasser mögliche Schwebeteilchen, Ablegerungen sowie Chlor. Mineralien und Spurenelemente blieben jedoch erhalten, so der Anbieter. Eine UV-Lichtfiltration verhindert dazu die Bildung von Bakterien. Nach dem „West Europe Point of Use Report 2008“ von Zenith International wurden im vergangenen Jahr deutschlandweit in Unternehmen 3570 Wasserspender in POU umgewandelt und 6.630 neu eingerichtet.

Der Report hat auch erhoben, welche die beliebtesten Varianten der Deutschen sind. So kann man an 86 Prozent der POU mit Kohlensäure versetztes Wasser zapfen, neun Prozent liefern kaltes bzw. Wasser in Raumtemperatur und nur ein Prozent der Geräte sind mit einer Heiß-Kalt-Funktion ausgestattet.

Wasserspender beleben das Geschäft

Neumodischer Schnickschnack? Wohl kaum, denn eine Forsa-Umfrage hat letztes Jahr ergeben, dass die Wasserspender das Geschäft beleben. Demnach empfinden knapp 70 Prozent der Verbraucher in Deutschland einen Wasserspender als besonderen Kundenservice. Dem Trend folgen immer mehr Betriebe. Nach Zenith International stieg die Zahl der aufgestellten Wasserspender zwischen 1997 und 2007 um 3,7 Millionen Stück in Europa.

Die POU-Systeme, die das Gallonenprinzip nach und nach abzulösen scheinen, reduzieren für die Anbieter vor allem die Kosten für das Wasser, das vorher kostenintensiv z.B. in Flaschen angeliefert werden musste. "Lagerung, Logistik und Handling von Flaschen und Gallonen entfällt ebenfalls", so Olaf Wilhelm, Geschäftsführer der Waterlogig GmbH. Auch der Hygieneaspekt, der bei den bisheringen Systemen oft diskutiert wurde, kann durch Verfahren und Ausstattungen wie UV-Bestrahlung, Thermobehandlung, Nanobeschichtung oder Silber-Verkeimungsschutz bei den POU-Systemen positiv bedacht werden.

Vending-Automaten: Was Kunden noch überzeugt

Nicht nur der Wasserspender überzeugt die Kunden, sondern auch moderne, einladende Automaten, an denen sie die kleinen Köstlichkeiten "ziehen" können. Der Robimat, eine Innovation von Sielaff Vending Machines in Herriedden, ist kaum mehr mit den lautstarken Blechmonstern zu vergleichen, deren Ausgabeklappe die Hände einklemmt. Die Technik hatte es bislang verhindert, den Ausgabeschacht für die Artikel auf Augenhöhe des Benutzers anzubringen. Die Ware plumpste unsanft in das untere Drittel der Maschine.

Der Robimat ist ausgestattet mir einem Greifarm, der das Problem löst und dem wartenden Kunden eine regelrechte Show liefert, bis dieser sein Getränk erhält. Im Stehen kann das Getränk bequem aus einer Tür entnommen werden, ganz ohne Gefahr, die Hand zu quetschen. Vorteilig ist das besonders bei Getränken, die mit Kohlesäure versetzt sind, denn der Robimat sorgt nach Herstellerangaben für einen schüttelfreien Transport. Ermöglicht wird das durch ein elektronisches Liftsystem mit Greifarm. Generell gilt für die aktuelle Generation an Vending-Automaten, dass sie weniger bedrohlich wirken, kompakter sind, bedienerfreundlicher und einladender gestaltet werden.

Aber nicht nur der Kunde soll von den neuen Entwicklungen profitieren, sondern auch die Unternehmer, die einen solchen Automaten aufstellen. Ständige Funktionsüberwachung, Kontakte mit dem Kundenservice: die reinsten Zeitfresser. Und dem hilft M2M (Machine to Machine) ab – die drahtlose Kommunikation von Maschine zu Maschine. So können Kunden ohne Kleingeld bargeldlos per Handy zahlen, Happy-Hour-Angebote sind möglich und die Störungsmeldung erfolgt vollautomatisch.

Aus der Ferne Füllstatus des Vending-Automaten prüfen

Per Datenfernübertragung (DFÜ) können die Verkaufsaktivitäten optimiert werden. Gesamtumsätze können überwacht werden und der Wartungs- bzw Füllstatus kann (z.B. über Bluetooth, ISDN, DSL, GPRS) ohne Umwege direkt an den Aufsteller gesendet werden. Diese Technologie ermöglicht eine bedarfsgerechte Befüllung – weniger lukrative Produkte können ausgetauscht werden. Im Fall einer Störungsmeldung müssen Sie sich nicht um einen Termin mit dem Techniker kümmern, denn das macht der Automat ganz alleine, dank M2M. Bei Störungen ist sogar eine Art "erste Hilfe" durch ein sogenanntes Fern-Reset möglich.

Trend: Bioprodukte aus dem Vending-Automaten

Ein neuer Trend sind Bioprodukte in den Automaten. Die Vending-Sparte ist die der "Zwischenverpflegung", und mittleweile achten immer mehr Verbraucher auch da auf Gesundheit. "Unbestritten ist, dass die Textilreinigungsbranche einen entscheidenden Strukturwandel vollzogen hat", so Friedrich Eberhard, Vizepräsident des Deutschen Textilreinigungs-Verbandes (DTV), "modern, leistungsstark und umweltbewusst" präsentieren sich nach Eberhard die Unternehmen der Branche.

Nun bietet sich die Gelegenheit, Ihren Kunden zu zeigen, dass Sie sich auch im Bereich der Zusatzangebote den veränderten Erfordernissen der Kunden anpassen können. Sprechen Sie doch mal mit dem Automatenaufsteller, ob er ein Bioprodukt bei Ihnen anbieten möchte. Eine Kontaktaufnahme bietet sich vielleicht auch an, geht es um die überholte farbliche Gestaltung der Automaten.

Norbert Monßen, Geschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e.V., verweist dabei auf die Möglichkeit, den Automaten farblich anzupassen, durch eine entsprechende Lackierung oder eine nachträgliche Beklebung mit einer geeigneten Folie. Die dem Verband angehörenden Operating-Unternehmen können hierzu beraten. Bei Neuaufstellung bietet sich von vornherein ein Abstimmen mit der Innenarchitektur an. Der Verband warnt auch vor dem Gebrauch privater Kaffeemaschinen im Betrieb, die nicht nur Stromfresser seien, sondern auch eine nicht zu unterschätzende Brandgefahr darstellen, so Monßen.

Welche Innovationen und Möglichkeiten es im Bereich der Vending-Automaten gibt, erfahren Sie beispielsweise auf der Seite des Bundesverbands der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e.V. oder auf der Eu’ Vend, der Messe für diesen Bereich, die Ideen, Trends und Entwicklungen vorstellt. Nächster Termin ist der 24. bis 26. September 2009 auf der Messe Köln.

Infos: www.bdv-online.de