Durch den Einsatz von Wärmetauschern kann einmal bezahlte Energie mehrfach genutzt werden. Dadurch sowie mit einer eigenen Solaranlage und einem eigenen Brunnen verringert Günter Maurer, Inhaber der Wäscherei Maurer in Zschopau, seinen Energiebedarf um fast zehn Prozent.
Bezahlte Energie mehrfach nutzen
Steigende Energiepreise lassen Günter Maurer kalt. Der Inhaber der Wäscherei Maurer in Zschopau bei Chemnitz schlägt den Versorgern immer wieder ein Schnippchen: „Im vorigen Jahr konnten wir den Energieverbrauch um fast zehn Prozent verringern“, so der Unternehmer. In Zahlen: Betrug 2005 der Energiebedarf für 360 Tage 328.046 kWh, so wurden 2006 an 366 Tagen nur 278.166 kWh verbraucht. Und das, obwohl Aufträge hinzugekommen sind. Die Kostenersparnis verdankt Günter Maurer einer Investition zum „Schmunzelpreis“, die sich schon nach kurzer Zeit rechnete: Die Installation eines Abgaswärmetauschers am Kessel als Energierückgewinnung. Die gewonnene Wärme wird zur Warmwasseraufbereitung in einem Pufferspeicher genutzt.
Nachdem der Diplomingenieur (FH) mit Ehefrau Carmen 1991 den vor 101 Jahren gegründeten Familienbetrieb in vierter Generation übernommen hatte, ließ er zunächst gebrauchte Waschtechnik installieren. Mit Ausnahme des Dampfkessels: „Ich kaufte den modernsten Kessel, der damals auf dem Markt war, nämlich einen Loos DF 500“, berichtet Günter Maurer.
Die Kostensteigerungen für Strom und Gas trübten aber die Freude über die Reprivatisierung: „Seit 1990 bis heute haben sich die Preise für Energie verdoppelt. Kostete 1990 eine Kilowattstunde noch 4 Pfennig, so bezahlen wir heute dafür 4,5 Cent“, rechnet der Unternehmer vor. Deshalb ließ er 2000 auf dem Dach des Betriebsgebäudes eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung installieren, wofür ihm 2002 durch die Handwerkskammer Chemnitz der erste Preis für Umweltschutz und gesundheitsbewusstes Handwerk überreicht wurde.
Weil Energie mehr kostet als Wasser, wurden später durch die Installation eines Wärmetauschers die Waschprogramme optimiert und die Energiekosten gesenkt. Eine weitere Sparmaßnahme war der Kauf einer Luftwärmepumpe für die Klimatisierung der Produktionsräume und die Aufbereitung von Warmwasser.
Vor drei Jahren ließ der Unternehmer auf dem Firmengrundstück einen 45 m tiefen Brunnen bohren. Das daraus gewonnene Wasser wird entmangant, enteisent und enthärtet. „Das Brunnenwasser reicht zwar nicht aus, aber immerhin konnten wir den Frischwasserbedarf halbieren“, so Günter Maurer.
Schließlich überlegte er, wie man die Abgaswärme von 200°C wirtschaftlich nutzen kann, anstatt sie durch den Schornstein abziehen zu lassen. Der Unternehmer: „Vor vier Jahren war in Pobershau, also fast vor unserer Haustür, die Firma Wätas Wärmetauscher Sachsen GmbH gegründet worden.“ Anfang des vorigen Jahres erörterte er mit Geschäftsführer Torsten Enders, welche Lösung für seinen Betrieb sinnvoll sein könnte.
„Wir entwickeln und produzieren Wärmetauscher aus Edelstahl, die auch für Wäschereien gut geeignet sind“, berichtet Torsten Enders. Edelstahl könne Temperaturen bis zu 400°Causgesetzt und bis zu 350 bar belastet werden. Alternativ zur Abwärme des Kessels könne man mit einem Wärmetauscher auch die Abwärme von Maschinen nutzen. Der Geschäftsführer: „Aus 100°C Abwärme gewinnt man 80°C heißes Wasser.“ Das Prinzip ist einfach: Durch kaltes Wasser wird der warmen Abluft Energie entzogen. „So kann Energie, die nur einmal bezahlt werden muss, mehrfach genutzt werden“, erklärt Torsten Enders, dessen Unternehmen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit dem Unternehmerpreis „Gründerchampion Sachsen 2007“ ausgezeichnet worden ist.
Mittlerweile werden die Wärmetauscher aus dem Erzgebirge auch an Kunden aus verschiedenen Branchen in Österreich, Tschechien und der Slowakei, Russland und den Niederlanden geliefert. Die Anlagen werden an den spezifischen Bedarf und die räumlichen Gegebenheiten des Auftraggebers angepasst. Je 335 kWh Leistung ist eine Investition von etwa 2.000 Euro erforderlich.
Neuerdings setzen Torsten Enders und sein Team auch Akzente in der Entwicklung von energiesparenden Luftwärmepumpen: „Sie kühlen Räume und erhitzen gleichzeitig Wasser auf bis zu 55°C. Eine preisgünstige und umweltfreundliche Alternative zur Klimaanlage also.“
Günter Maurer weiß, dass er in puncto Energieersparnis noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hat: „Die nächste Verbesserung wird die Nutzung von Abwärme in der Finishingabteilung sein“, verrät er seine Pläne. Reinhard Wylegalla