Der Mattenservice bedeutet für die Reinigung Negnal ein attraktives, wenn auch anspruchsvolles Geschäftsfeld: Immer mehr Kunden möchten mit Logos bedruckte Schmutzfangmatten nutzen, um schon auf den ersten Blick ein sauberes und individuelles Bild zu präsentieren. Doch bevor sich der Kunde entscheidet, müssen die Geschäftsführer Ulrich und Peter Roscher aktiv vor Ort beraten.
Für den sauberen Auftritt
Die Gemeinde Störnstein liegt im Norden des hügeligen und grünen Oberpfälzer Waldes. Täglich kommen hier gebrauchte Schmutzfangmatten aus Hotels, Krankenhäusern und Unternehmen aus dem Raum Regensburg bis Hof an. Ziel ist das Betriebsgebäude der Reinigung Negnal. Hier werden Teppiche sowie Matten gewaschen. In der rund 15 km entfernten Weidener Innenstadt unterhalten die beiden Geschäftsführer Ulrich und Peter Roscher den Zentralbetrieb mit Reinigung und Annahmestelle.
Die Reinigung Negnal existiert bereits seit 1845. Die Brüder Roscher führen das Unternehmen mittlerweile in vierter Generation. Zu den klassischen Bereichen der Reinigung sind nach und nach weitere Geschäftsfelder hinzugekommen. Seit den 70ern werden Teppiche gewaschen und seit 1989 ist auch der Mattenservice Teil des Leistungsangebotes. „Der Mattenservice ist ein attraktives Geschäftsfeld, das zwar hart umkämpft ist, aber auch Chancen bietet“, erzählt Textilreinigermeister Ulrich Roscher. Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, einen sauberen und gepflegten Eingangsbereich zu haben, der ins Gesamtbild des Unternehmens passt, so die Erfahrungen in der Wäscherei Negnal. Davor müssen die Unternehmen und Einrichtungen allerdings erst einmal auf das Angebot aufmerksam gemacht werden. „Eine Matte verkauft sich nicht einfach über den Ladentisch. Wir müssen raus zum Kunden und vor Ort beraten“, berichtet Roscher. „Wir überlassen ihm eine Matte kostenfrei für zwei Wochen – dann kann er überlegen, ob das für ihn eine Lösung ist“, erklärt der Unternehmer. Entscheidet sich das Unternehmen für die Anschaffung einer oder mehrerer Matten, sieht sich Roscher die Gegebenheiten vor Ort genau an und erörtert die Anforderungen mit dem Kunden. Je nach dem, welchem Schmutz die Matte trotzen muss, welche Farben die Einrichtung des Unternehmens dominieren und wie sehr die Matte beansprucht wird, wählt er den passenden Mattentyp mit dem Kunden aus. „Ist ein Geschäft zum Beispiel in einer Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster gelegen, muss die Matte besonders gut in der Lage sein, kleine Steinchen aufzunehmen“, sagt der Geschäftsführer.
Der Kunde kann die Matten entweder kaufen oder leasen. Zur Logomatte greifen die Kunden immer häufiger und nutzen diese Art der Präsentation. Zum Teil entwirft Ulrich Roscher die Matten selbst. „Meist erreichen wir mit zwei oder drei Entwürfen die Idealvorstellung des Kunden“, sagt er. Bei der Auswahl achtet Roscher auf widerstandsfähiges Material. „Nitrilgummi hält wesentlich länger als PVC-haltiges Material, in dem sich schnell Risse bilden“, verrät der Textilreinigermeister. Außerdem sollte die Schmutzfangmatte aus gedrehten Fasern, sogenannten High-Twist-Nylon bestehen. „So wird der Schmutz gut aufgenommen und ganz nach unten transportiert. Bei geraden Fasern bleibt der Schmutz nicht in der Matte eingeschlossen, sondern wird wieder heraustransportiert“, erklärt Roscher. Schließlich soll die Matte eine Funktion erfüllen und möglichst viel Schmutz und Feuchtigkeit aufnehmen, um den Boden zu schützen und sauber zu halten. Um diese Funktion zu erhalten, muss die Matte regelmäßig gepflegt werden. „Eine Matte nimmt Schmutz auf wie ein Schwamm Flüssigkeit. Irgendwann ist die maximale Aufnahmekapazität erreicht und zusätzlicher Schmutz kann nicht mehr eingeschlossen werden“, sagt der Unternehmer. Daher ist es wichtig, dem Kunden die Funktion einer Matte zu erklären. Um die Gebrauchsspuren deutlich zu machen, legt der Geschäftsführer gerne vor Ort eine saubere Matte neben die verschmutze. „Dann wird den Kunden oft erst bewusst, welche Dienste die Matte bereits geleistet hat“, berichtet er. Ein Hol- und Bringservice sorgt dafür, dass Matten und Teppiche ohne Aufwand für den Kunden in die Betriebsstätte gelangen.
Im Betrieb werden die ankommenden Matten und Teppiche zuerst auf Schäden geprüft. Die Mitarbeiter untersuchen die Teppiche genau auf Unregelmäßigkeiten und vermessen sie. Eine Klopfmaschine befreit Teppiche und Matten von grobem Staub und Sand. Anschließend werden die Matten in der Maschine gewaschen. „Eine Temperatur von 30 Grad ist dabei in den meisten Fällen ausreichend“, berichtet Roscher. Teppiche werden dagegen in einem Sauerstoff-Schaumbad vorgewaschen. Hartnäckigem Schmutz soll so zu Leibe gerückt werden. Danach shampoonieren die Wäscher den Teppich mit einer Dreischeibenmaschine und entfernen so hartnäckige Flecken. In mehreren Spülgängen werden Schmutz und Staub anschließend ausgewaschen. Zwei Schleuderröhren stehen der Wäscherei zur Verfügung. Hier können die Teppiche im Vergleich zum Schleudern in Zentrifugen schonender entwässert werden. Sowohl Matten als auch Teppiche trocknet die Reinigung Negnal hängend in einem separatem Trockenraum bei niedrigen Temperaturen von rund 55 Grad Celsius. „So können wir den Kunden die Werterhaltung garantieren. Wird ein Teppich oder eine Matte zu schnell und zu heiß getrocknet, nimmt der Floor schaden“, sagt Roscher. Der Trockenraum ist mit Ventilatoren und Heizlüftern ausgestattet. Ein Steuerungssystem erkennt, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum den Wert von 55 Prozent unterschreitet, dann wird nicht mehr weiter aufgeheizt. Den Strom erzeugt die Wäscherei selbst. Dazu wird die Wasserkraft eines Baches, der neben dem Gebäude verläuft, genutzt. Getrocknet wird über Nacht, sonst würde das Aufhängen der Teppiche durch die Wärme für die Mitarbeiter erschwert.
Anschließend bürstet ein Mitarbeiter die Teppiche nochmals, kämmt die Fransen und kontrolliert jedes Stück. Vielen Kunden sei gar nicht bewusst, dass ein Teppich auch gewaschen werden muss. Auch hier setzt Roscher auf Demonstration. In der Reinigung in der Innenstadt legt er regelmäßig einen Berberteppich aus, um so auf Teppichaktionen hinzuweisen. Damit die Mitarbeiter vor Ort optimal zur Teppichwäsche beraten können, veranstalten die Geschäftsführer regelmäßig Aktionstage, an denen die Mitarbeiter die Schritte der Teppichreinigung am Standort Störnstein selbst miterleben können. „Dazu bringen die Mitarbeiter ihre eigenen Teppiche mit“, erzählt Roscher. „Denn nur wer selbst vom Ergebnis überzeugt ist, kann auch Kunden überzeugen.“ ve