Vor Ort: Beim dänischen Konfektionär Kentaur A/S Jung, wachsend, innovativ

Mit einem neuen Marktauftritt will das junge dänische Konfektionshaus Kentaur zum Markenzeichen für innovative Berufskleidung werden. Für den Gesundheitssektor wurde beispielsweise eine helle Kleidungslinie mit farbigen Besätzen entwickelt. Da manche Branchen sehr kostensensibel sind, bietet das Unternehmen seine Produkte in zwei Preiskategorien an.

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    Christian Beirholm (links) und Bernt Dahl (rechts) zeichnen für die Geschicke von Kentaur verantwortlich.
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    Bereits vor vielen Jahren hat sich der dänische Konfektionär von reinweißer Berufskleidung verabschiedet.
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    Kentaur legt besonderen Wert auf den perfekten Schnitt und eine optimale Passform.
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    Lone Hansen steht vielen deutschen Wäschern mit Rat und Tat zur Seite.

Jung, wachsend, innovativ

Bei dem im dänischen Fredericia beheimateten Konfektionär Kentaur handelt es sich um eine der jüngeren Unternehmensgründungen, die sich ausschließlich der leasingtauglichen Berufskleidung verschrieben hat. Im Jahr 1989 aus einem alten Betrieb hervorgegangen, beschäftigten sich die Dänen zunächst ausschließlich mit dem Vertrieb von weißer Berufskleidung und Kochjacken. Doch als wenige Jahre später Kentaurs größter Kunde von einem Mietservice-Konzern übernommen wurde, der von einem Wettbewerber beliefert wurde, musste das junge Unternehmen umdenken.

Mit dem Einstieg von Christian Beirholm, der vielfältige Erfahrungen aus der Bekleidungsbranche mitbrachte, gelang die Veränderung. Der junge Partner entwickelte nicht nur einen neuen farbigen und modischen Berufskleidungsstil, der anfangs nur für den skandinavischen Markt gedacht war, sondern begann zudem, die Geschäftsbeziehungen mit deutschen, österreichischen, belgischen und holländischen Mietwäschereien aufzubauen. Außerdem machte sich das Unternehmen daran, eine Produktionsstätte in Polen aufzubauen, die eine schnelle und zuverlässige Belieferung innerhalb Europas sicherstellen kann. Was im Kleinen begann, zählt heute 150 Mitarbeiter. Außerdem stehen weitere 400 Schneider in China bereit, die eine vergleichbare Qualität zu günstigeren Preise herstellen können. Denn da manche Branchen sehr kostensensibel sind, bietet Kentaur seine Produkte in zwei Preiskategorien an.

Neben dem finanziellen Aspekt gibt es aber noch weitere wichtige Gründe, die für die unterschiedlichen Produktionsorte sprechen. So erlaubt die Fertigung in Polen schnellere Lieferzeiten: Wenn ein individuelles Sortiment angefertigt werden muss oder das ansonsten gut gefüllte Lager eine große Bestellung nicht hergibt, kann der Wäschereikunde seine Ware innerhalb von sechs Wochen in den Händen halten. Damit lässt sich eine hohe Liefertreue, für die sich Kentaur zu jeder Zeit verbürgt, stets garantieren. Legt der Kunde außerdem Wert auf unter ökologischen Bedingungen gefertigte Textilien, die mit der EU-Blume gekennzeichnet sind, werden Stoffe aus Europa in der polnischen Produktionsstätte verarbeitet.

Aber auch bei den in China gefertigten Artikeln muss der Kunde nicht auf umweltbewusste Stoffe verzichten. Der Großteil der Berufskleidung von Kentaur ist mit dem Öko-Tex Standard 100 ausgezeichnet. Seit der Gründung des Unternehmens hat sich auch auf anderen Gebieten bei den Dänen viel getan. So hat sich das Konfektionshaus schon lange von der Ausschließlichkeit der reinweißen Berufskleidung verabschiedet. Heute bekennen die Kollektionen für das Gesundheitswesen, die Gastronomie und das Cateringwesen vielmehr Farbe. Unis und Streifenmuster in Anthrazit, Bordeaux, Mokkatönen und anderen Farbvarianten zeichnen die modischen Linien der Dänen für den Bereich Horeka (Hotel, Restaurant, Catering) aus. Das gilt auch für das Shirtprogramm, das eine Eigenentwicklung von Kentaur ist und zu Europas größter leasingfähiger Kollektion zählt.

Für den schicken Auftritt im Gesundheitswesen hingegen ist eine helle Kleidungslinie mit farbigen Besätzen entwickelt worden. Nur für die Lebensmittelindustrie wird weiterhin eine klassisch weiße Bekleidung beibehalten.

Gemeinsam ist allen Artikeln ihre hervorragende Passform, denn die spielt bei dem dänischen Konfektionär eine sehr große Rolle. Das Unternehmen hat seine Kollektionen immer wieder hinsichtlich der Schnittführung optimiert, so dass nach Aussagen von Bernt Dahl, Geschäftsführer von Kentaur, selbst Unisexgrößen wie angegossen sitzen. Es ist aber vor allem die Damenkonfektion, die von der langjährigen Entwicklungsarbeit profitiert. Denn fast 80 Prozent der Kollektion ist für weibliche Träger gedacht. Damit sich jede Frau während ihrer Arbeit wohl fühlen kann, bieten die Dänen ihre Kleidung daher seit kurzem in drei Grundformen an, die den Grundmodellen der weiblichen Figur entsprechen: Apfeltyp, Birnentyp und normaler Typ. In dem in diesem Jahr erstmals vorgestellten neuen Kollektionsbuch finden sich die entsprechenden Symbole neben jedem Kleidungsstück. Das gilt auch für die aktuellen, figurbetonten Modelle, um die das Sortiment jüngst ergänzt wurde.

In die neue Darstellung der Kollektion setzt der Exportmanager Beirholm hohe Erwartungen. Denn das Unternehmen ist auf Wachstum aus. „Im Jahr 2006 ist unser Umsatz um 14 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wollen wir gerne fortschreiben. Für die Zukunft erwarten wir daher ein weiteres Wachstum im zweistelligen Bereich. Ein solcher Sprung könnte etwa durch den Kauf beziehungsweise die Zusammenarbeit mit einem weiteren europäischen Berufskleidungsproduzenten vollzogen werden. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Marketingkonzepten, mit denen wir uns im Anbietermarkt für Berufskleidung besonders positionieren wollen.“

Den ersten Schritt in diese Richtung ging Kentaur mit der Entwicklung eines eigenen Logos. Das wie ein T-Shirt mit V-Ausschnitt anmutende Markenzeichen wird fortan auf jedem Kleidungsstück und jedem Knopf zu sehen sein. Damit will das Unternehmen seine Kollektionen, die hinsichtlich ihrer Schnittführung, ihrer Farbwahl und der Stoffauswahl unverwechselbar sind, klar im Markt positionieren und gegen die vielen Nonames – also Bekleidungsteile ohne Namen und Marke – abheben.

In Dänemark ist dies bereits in Anfängen gelungen und eine spezielle Kochjacke wird schon nach ihrem Hersteller benannt. Diese Markenbildung soll sich nach den Vorstellungen des Unternehmens zukünftig auch auf den europäischen Markt ausweiten und den Kunden – den Mietwäschereien – Vorteile bringen. Denn eine starke Marke, sei es in der Mode, sei es in der Berufskleidung, ist attraktiv und zieht neue Kunden an – im wahrsten Sinne des Wortes. Dipl.-Ing. Sabine Anton-Katzenbach