Einweihung der neuen Wäscherei Ellerich GmbH Wäscheprofi trifft Pflegeprofi

In die neue „Wäschereiwelt“ der Ellerich GmbH in Kaiserseschin der Eifel lud die Curanum AG, München, Mitte Oktober ein. In dem erweiterten und mit neuer Technik ausgestatteten Betrieb wird heute Flach- und Bewohnerwäsche aufbereitet. Das Logistiknetz soll ab nächstem Jahr zusätzlich für andere Waren genutzt werden – und dadurch noch effizienter wirtschaften.

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    © Hans-Josef Korz
    Rundgang durch die neu eingerichtete Wäscherei.
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    © Hans-Josef Korz
    Feierliche Eröffnung mitMartin Kannegiesser am Mikrophon.

Wäscheprofi trifft Pflegeprofi

Anfang 2006 kaufte der Betreiber von Senioren- und Pflegeheimen Curanum die Wäscherei Ellerich. Inhaber Thomas Ellerich ist heute Betriebsleiter der eigenständigen GmbH innerhalb der Curanum-Gruppe und sagt:„Ich habe meine Entscheidung zu verkaufen bisher nicht eine Sekunde lang bereut.“ Einen ersten Kontakt gab es im November 2005, als sich Ellerich auf eine Chiffre-Anzeige von Curanum in der ’RWTextilservice‘ bewarb. „Wir hatten eine neue Halle und einen neuen Maschinenpark“, meint der Textilreiniger-Meister rückblickend, „und waren trotzdem nicht ausgelastet.“ Damals wurden rund 9 t pro Tag bearbeitet. Die Lösung: Curanum kaufte den Betrieb. Grundstück und Halle blieben im Besitz von Ellerich, es wurde ein Mietvertrag über 15 Jahre geschlossen und der Maschinenpark ging an die neuen Besitzer über.

Nachem sich die beidenUnternehmen im Dezember handelseinig geworden waren, beschloss Curanum bereits im Januar zweifach in den Betrieb zu investieren:zum einen die Halle zu erweitern und zum anderen den Maschinenpark zu ergänzen, v.a. bei der Bearbeitung der Bewohnerwäsche. Der erste Spatenstich wurde an Ostern 2006 gemacht. Bereits Mitte August konnte die Produktion auf der kompletten neuen Fläche von 3.500 m2 aufgenommen werden. Der Betrieb in der alten Halle musste lediglich zwei Tage lang unterbrochen werden. Heute stehen rund zwei Drittel mehr Fläche zur Verfügung.

Zur neuen Technik gehört ein Sortierstand auf der unreinen Seite, für die Bearbeitung der Bewohnerwäsche eine zweite Waschstraße, eine Waschschleudermaschine, mehrere kleine Trockner für Pullover und ein Tunnelfinisher für Nachthemden; außerdem eine neue Dosieranlage und sechs Patchplätze. „Insgesamt haben wir rund 2,5 Mio. Euro investiert“, sagt Karl-Heinz Linnerer, Projektleiter bei Opticura, der für rechtliche Dienstleistungen zuständigen Curanum-Tochtergesellschaft.

Zur offiziellen Einweihung kamen rund 60 Gäste in die Eifel:Mitarbeiter, Geschäftspartner und Politiker. Unter ihnen waren Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Dr. Dieter Thomae, ehemaliges Mitglied des Bundestages, und Landrat Eckhard Huwer. Im Anschluss an Feierlichkeiten und Grußworte konnten die Gäste live denBetrieb in der Wäscherei miterleben, der dazu extra angefahren wurde. „Viele waren erstaunt, wie viel Technik es hier gibt, wie viel aber auch immer noch in Handarbeit erledigt wird“, sagt Bernd Rothe, Unternehmenssprecher und Finanzvorstand bei Curanum.

Demnächst bearbeitet die Wäscherei nicht nur die Flachwäsche von 60 Senioren- und Pflegeheimen deutschlandweit, sondern als Zentralbetrieb auch deren Bewohnerwäsche. „Das geht nur über Poolware“, sagt Ellerich. Dazu gehörten z.B. Inkontinenzunterlagen und Frottierwäsche, die gelagert und dann in den Wäschekreislauf eingespeist werden. In der Übergangsphase beliefert die Wäscherei jede Woche ein Seniorenheim mehr, bis Mitte nächsten Jahres alle Häuser angeschlossen sind und der Betrieb mit 26 t Leistung pro Tag ausgelastet ist.

Um noch mehr Sicherheit bei der Sortierung zu erreichen, wurde das Sortiersystem neu überdacht:Jetzt leuchtet nicht nur eine Lampe auf, anhand derer die Mitarbeiterin weiß, in welches Fach die Wäsche gehört. Zusätzlich geht eine Lichtschranke an, die erst durchbrochen werden muss, damit ein anderes Fach für weitere Wäsche aufgeht. „Damit erreichen wir eine über 99%igsichere Zuordnung“, sagt Linnerer.

Im Laufe des Jahres 2007 hat die Curanum AGWeiteres mit der Wäscherei Ellerich vor:Am gleichenStandort soll ein Logistikzentrum entstehen, über das die Seniorenheime vom Allgäu bis an die Nordsee auch mit anderen nicht verderblichen Waren (außer Wäsche) versorgt werden. Rothe erklärt das Konzept:Die Zulieferer bringen dann ihre Waren nicht mehr an 60 verschiedene Orte in Deutschland, sondern fahren die Zentrale in Kaisersesch an. Von dort aus beliefert Curanum seine Häuser selbst – in den gleichen LKWs, in denen auch die Wäsche transportiert wird. Damit ließen sich die Kosten für die Einzelanlieferungen sparen. Und zusätzlich wird das Logistiknetz, das für die Wäsche aufgebaut wurde, besser ausgelastet. „Unsere Fahrer kommen mit der Wäsche ja bis in die einzelnen Stationen“, sagtEllerich. Da können Synergieffekte genutzt werden. „Bisher testen wir diese Idee mit zwei Seniorenheimen.“ lin