Der Preisvergleich zeigt als interessante Entwicklung in der Welt-Wasserindustrie steigende Preise in 12von 14 untersuchten Ländern. Obwohl der Preis in Dänemark um 4,6 % im letzten Jahr gesenkt wurde, ist es nach wie vor das teuerste Land. Deutschland liegt mit fast gleichem Preisniveau auf Platz 2 und hat bei leichter Preissteigerung im 5-Jahres-Trend eine Reduzierung um 2,7 % erfahren.
Weltweit hohe Wasserpreise
EEDer durchschnittliche Wasserpreis in Dänemark ist von Juli 2005 bis Juli 2006 um 4,6 % gesunken und liegt nun bei 1,75Euro/m3. Seit Juli 2001 sind die Wasserpreise um 1,9% gestiegen. Obwohl die Wasserpreise in den vergangen zwölf Monaten gesunken sind, hat das Land immer noch die höchsten durchschnittlichen Wasserpreise aller beobachteten Länder. Die Wasserversorgung ist in hohem Grade dezentralisiert mit sowohl großen wie kleinen Versorgern überall im Land.
Da Wasser von der Regierung als öffentliches Gut betrachtet wird, ist es den Versorgern nicht erlaubt, mit dem Verkauf von Wasser Gewinn zu erwirtschaften. Seit 1990 haben die Preiserhöhungen in Verbindung mit einem Bewusstseinswandel in der Bevölkerung dazu geführt, dass der Wasserverbrauch im Land um ungefähr 24 % gesunken ist. Im kommenden Jahr werden die Wasserpreise wahrscheinlich im Einklang mit der allgemeinen Inflationsrate steigen.
Die durchschnittlichen Kosten für Wasser stiegen in Deutschland im Zeitraum Juli 2005 bis Juli 2006 um 1,6 %. Seit Juli 2001 sind die Wasserpreise in Deutschland um 2,7 % gesunken. Am teuersten ist Wasser mit 2,25 Euro pro Kubikmeter in Dresden, am niedrigsten ist der Wasserpreis mit 1,52 Euro pro Kubikmeter in der Region an der Ruhr. Die Debatte um Liberalisierung der Wasserversorgung ist ziemlich eingeschlafen, da auf den Strom- und Gasmärkten jetzt die Schattenseiten der Liberalisierung zu erkennen sind. Wasserverteilung und -verkauf werden im Wesentlichen durch die Kommunen kontrolliert. Dabei liegt die Vermutung nahe, dass mit den hohen Wasserpreisen andere öffentliche Projekte finanziert werden, um so die Erhöhung lokaler Steuern und Abgaben zu vermeiden. Die Wasserpreise sollten im nächsten Jahr stabil bleiben.
Die französischen Wasserpreise stiegen seit Juli 2005 um beinahe 3,5 % auf nun 1,23 Euro je Kubikmeter. Seit Juli 2001 erreicht der Preisanstieg 11,8 %. Da das Land häufigere Hitzewellen erlebt und Dürreperioden drohen, konzentriert sich die Regierung stärker denn je auf Programme zum Wassersparen. Da es weiteren Bedarf an Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die Wasserversorgung gibt, rechnen wir im kommenden Jahr mit weiterenPreissteigerungen beim Wasser.
Die italienischen Wasserpreise sind seit Juli 2005 um moderate 2,0% gestiegen; sie liegen damit heute durchschnittlich bei rund 0,90 Euro je Kubikmeter. Seit Juli 2001 wurden die Wassertarife in Italien um 23,2% erhöht. Zwar hat es Debatten über eine Deregulierung der italienischen Wasserversorgung gegeben, doch konnten die weder große öffentliche Aufmerksamkeit erregen noch große Investoren anziehen, die für ein solches Vorhaben notwendig wären. Die Wasserpreise dürften in den kommenden zwölf Monaten ebenfalls nur mäßig steigen. F
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