Engagement Index 2012 Fehlende Mitarbeiterbindung bedroht Unternehmensleistung

Deutsche Arbeitnehmer sind nur wenig an ihren Arbeitgeber gebunden. Zu diesem Ergebnis kam der Engagement Index 2012 des Beratungsunternehmens Gallup. Demnach habe fast ein Viertel der Beschäftigten innerlich bereits gekündigt. Die Folgen: Kosten in Milliardenhöhe.

Fehlende Mitarbeiterbindung bedroht Unternehmensleistung

Einmal im Jahr befragt Gallup Arbeitnehmer zu den Themen emotionale Bindung, Engagement und Motivation bei der Arbeit. Die aktuelle Studie zeigt, dass sich nur wenige an ihren Arbeitgeber gebunden fühlen. Gerade einmal 15 Prozent der Befragten verspüren eine hohe emotionale Bindung. 61 Prozent machen Dienst nach Vorschrift und 24 Prozent der Beschäftigten haben innerlich bereits gekündigt. 2001 gehörten im Vergleich dazu nur 15 Prozent zur Gruppe der "emotional nicht gebundenen Mitarbeiter".


Falsches Führungsverhalten


Grund für eine geringe emotionale Mitarbeiterbindung sind in der Regel Defizite in der Personalführung. Marco Nink, dem Strategic Consultant bei Gallup zufolge fehle es häufig an positivem Feedback sowie konstruktiven Rückmeldungen und dem Interesse an den Mitarbeitern als Menschen. Besonders die Altersgruppe 50 plus fühlt sich vernachlässigt und weist den höchsten Anteil an "Inneren Kündigern" auf.


Große Verluste für Unternehmen


Die Folgen von fehlender Mitarbeiterbindung sind gravierend: Beschäftigte ohne emotionale Bindung hätten mehr Fehlzeiten, was laut Gallup Kosten in Höhe von 18,3 Milliarden nach sich ziehe. Außerdem sorge die innere Kündigung zu Produktivitätseinbußen, selteneren Mitarbeiteranregungen und –ideen sowie häufigere Arbeitsplatzwechsel. Auf bis zu 138 Milliarden Euro beziffert Gallup den jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden durch Produktivitätseinbußen.


"Die Unternehmen müssen sich dringend um mehr Mitarbeiterbindung kümmern – bei allen Beschäftigungsgruppen", warnt Nink, "sonst droht auf breiter Linie ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit".



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