Die täglich anfallenden 13 t Wäsche im Nürnberger Klinikum werden überwiegend in zwei Takt-Waschanlagen von Jensen bearbeitet. Sowohl die Waschanlage, als auch die Entwässerungspresse kommen ohne Rückgewinnungstanks aus. Durch den Wegfall der Tanks wurde ein hohes Hygieneniveau erreicht.
◆◆ Das Klinikum in Nürnberg zählt zu Europas größten kommunalen Krankenhäusern. An zwei Standorten stehen rund 2.200 Betten zur Verfügung. Die 5.850 Mitarbeiter des modernen Klinikums versorgen im Jahr 85.000 stationäre und 68.500 ambulante Patienten. Allein 68 Mitarbeiter kümmern sich in der hauseigenen Wäscherei um Bettwäsche, Frotteeware und Berufskleidung.
Bearbeitet werden die täglich anfallenden 13 Tonnen Wäsche überwiegend in zwei Takt-Waschanlagen von Jensen. Es handelt sich hierbei um zwei Anlagen der SL-Reihe, bei der sowohl die Takt-Waschanlage als auch die Entwässerungspresse ganz ohne Rückgewinnungstanks auskommen. „In den Tanks herrscht ständig ein feuchtwarmes Klima, das einen guten Nährboden für Keime aller Art bereitet“, erklärt Rainer Massalski, Sales Manager bei Jensen. Durch den Wegfall der Tanks werde ein hohes Hygieneniveau erreicht. „Wir haben mit der SL-Technik bereits gute Erfahrungen gemacht. Für uns garantiert die MediLine eine zukunftsorientierte Lösung. Außerdem können wir mit dieser Anlage noch hygienischer und zeitsparender arbeiten“, begründet Thomas Jungwirth, zuständig für Technik und Ausstattung in der Wäscherei des Nürnberger Klinikums, die Entscheidung.
Die Universal MediLine ist laut Unternehmen eine Anlage der bewährten Reihe Universal SL, die mit zusätzlichen technologischen Merkmalen zur besseren Bearbeitung von Krankenhaustextilien ausgestattet ist. Damit entspreche die Anlage den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes, der Medical Device Directive und der EG-Richtlinie 93/42. So verfügt die Anlage beispielsweise über Sonderprogramme zur Einhaltung der Hygienerichtlinien. „Das automatische Desinfektionsprogramm erleichtert uns die Arbeit sehr. Bisher mussten wir die Ventile von Hand leeren und die letzte Kammer auskochen. Mit dem Desinfektionsprogramm geschieht dies automatisch“, erläutert Norbert Fuchs, stellvertretender Wäschereileiter. Eine weitere technische Zusatzausrüstung ist auf den ersten Blick erkennbar. Der Eingabetrichter der MediLine ist mit einem automatischem Verschlussschieber aus Edelstahl ausgestattet. Damit wird, zum Beispiel bei der thermischen Desinfektion, der Eingabetrichter verschlossen. Auf diese Weise werden der Austritt von Wrasen und hohe Wärmeverluste verhindert. „Überzeugt hat uns auch die einfache Wartung der Takt-Waschanlage“, sagt Thomas Jungwirth. Alle Ablassventile sind mit Clampverschlüssen versehen, die sich einfach öffnen und schließen lassen. Außerdem kann das Ablassen des Wassers durch zusätzliche Schaugläser beobachtet werden. „Alle wasserführenden Leitungen, Ventile und Pumpgehäuse können komplett entleert werden. So wird Keimen kein Nährboden gegeben“, führt Rainer Massalski aus. Außerdem können an verschiedenen Stellen – auch aus der drehenden Trommel – Proben entnommen werden. Die speziell konstruierten Überlaufkästen ermöglichen eine einfache Reinigung, einen wirksamen Flusenabtrag und eine weitere Möglichkeit der Sichtkontrolle durch das Schauglas.
Für eine weitere bauliche Besonderheit an der Anlage sorgte das Nürnberger Klinikum selbst. Ein intelligenter Wärmetauscher macht es möglich, Frischwasser mit unterschiedlichen Temperaturen einzuspeisen – so wie es das Waschprogramm gerade erfordert. „Das liegt daran, dass unsere Anlagen mit dem hauseigenen Wärmetauscher verbunden sind, dort können wir das Wasser nach Bedarf in der gewünschten Temperatur abrufen. Dadurch sparen wir Energie, die für das Erhitzen des Frischwassers oder auch Abkühlen des Abwassers nötig wäre“, erklärt Thomas Jungwirth.
Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gelang es Jensen, den Anforderungen und Gegebenheiten des Klinikums durch das wirtschaftlichste Angebot gerecht zu werden. „Das ist das Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen unserem Team und den Ansprechpartnern im Klinikum“, sagt Rainer Massalski. Diese gute Zusammenarbeit reicht von der Planungsphase bis hin zur Einbringung der Anlage. Bis die Takt-Waschanlage mit ihren 13 Kammern ihren endgültigen Standort erreicht hatte, musste sie weite und enge Wege durch das unterirdische Tunnelsystem des Klinikums zurücklegen. „Das war Millimeterarbeit“, erinnert sich Abteilungsleiterin Margarethe Wagenhäuser. ◁
Claudia Warneboldt