Karl Lagerfeld zählt zu den bedeutendsten Modemachern weltweit. Die Bonner Bundeskunsthalle widmet ihm nun eine Ausstellung unter dem Titel „Karl Lagerfeld. Modemethode“. Mit 126 Looks gibt sie einen Einblick in Lagerfelds mehr als 60-jährige Schaffensperiode und zeigt einen Ausschnitt der von ihm verarbeiteten Materialien. Für Chanel verarbeitet er Woll-Tweed, für Fendi zählen Pelze, Felle und Leder zu den bevorzugten Materialien. Paillettenstickereien zieren
die Exponate für Chloé und seine Haute-Couture-Kreationen sind mit Federn, Spitze, Strass, Brokat oder Blumenornamenten geschmückt. Mit dieser Vielfalt bietet die Ausstellung spannendes Anschauungsmaterial für spezialisierte Reinigungsbetriebe und Ausbildungsstätten, die die richtige Bearbeitung am Objekt diskutieren wollen.
Die Erfolgsgeschichte von Karl Lagerfeld begann im Jahr 1954, als er mit einem unkonventionellen Mantelentwurf den ersten Preis beim Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats (IWS) Bremen gewann. Kurze Zeit später bekam er eine Lehrstelle beim französischen Modeschöpfer Pierre Balmain, bei dem er drei Jahre blieb. Von da an ging es stetig bergauf. Er wurde Art Director bei Jean Patou, machte sich aber schon Anfang der 1960er Jahre als unabhängiger Modedesigner selbstständig. Binnen kurzer Zeit wurde er von Chloé, dann von Fendi engagiert und prägte im Laufe der Jahrzehnte, in denen
er für die beiden Häuser tätig war, deren Design entscheidend mit. 1983 wurde er zum Art Director von Chanel ernannt, 1984 gründete er sein eigenes Label. In der jüngeren Vergangenheit machte er durch die Kampagne „Karl Lagerfeld for H&M“ von sich reden.
Von den Looks, die im Laufe von 60 Jahren aus Karl Lagerfelds Atelier kamen, hat die Bundeskunsthalle neben den insgesamt 126 Kreationen auch zahlreiche Schuhe und Handtaschen in der Ausstellung inszeniert. In einzelnen Themenbereichen, die in Fendi, Chloé, Lagerfeld, Haute Couture aufgeteilt sind, ist es den Kuratoren Lady Amanda Harlech und Rein Wolfs gelungen, die spezielle Handschrift der jeweiligen Label herauszustellen. Mit zusätzlichen Themenrichtungen wie „Dress as Uniform“ zeigt die Ausstellung Aspekte der Mode, die sich durch eine zunehmende Berufstätigkeit der Frau ab den 1960er Jahren ergaben. Der Gang durch 60 Jahre Modegeschichte ist auch eine Begegnung mit einer ebenso langen Textiltradition und der Aufgabe, diese fachgerecht zu pflegen. Wolle, Brokat, Seide, Samt, Spitze, gecrashter Chiffon, Tüll, Pelze, Felle, Leder sind wichtige Elemente in den Lagerfeld-Kreationen. Er ergänzt sie um Stickereien, Kunststoff- und Metallpailletten, Federn und florale Applikationen. Der Erhalt, also die fachgerechte Pflege solcher Kunstwerke erfordert ein hohes Maß an Know-how. Für eine theoretische Auseinandersetzung bietet die Ausstellung jede Menge Anschauungsmaterial.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. September 2015. Sie wird durch Events wie Speed- und Themenführungen, einem Quizabend oder so genannten Kunstpausen begleitet, bei denen eine kurze Führung mit einem Lunch verbunden wird.
Infos: www.bundeskunsthalle.de