Branchentreffen Good Cashmere Conference in Hamburg

In Hamburg kam für zwei Tage die globale Kaschmirindustrie zusammen, um über die Zukunft der Branche, Fortschritte, Herausforderungen und zu diskutieren. Leitthemen der Konferenz waren innovative Technologien, Maßnahmen zum Schutz des Tierwohls und der Biodiversität sowie die transparente Gestaltung der Lieferketten.

Kaschmirziegen in der Steppe der Inneren Mongolei mit Jurten im Hintergrund.
Kaschmirziegen in der Steppe der Inneren Mongolei - © Schilo - stock.adobe.com

Seit 2019 setzt sich The Good Cashmere Standard (GCS) für eine nachhaltige Kaschmirproduktion und transparente Lieferkette ein. Heute zählt GCS zu den weltweit führenden Standards in diesem Bereich. Mehr als 50 internationale Modemarken und Unternehmen, darunter H&M, Marc O’Polo und The White Company, setzten auf GCS-verifizierte Kaschmirfasern. Damit stieg die Zahl der gelabelten Textilien von 2023 auf 2024 um 30 Prozent.

Tierwohl und Nachhaltigkeit im Fokus

Die artgerechte Haltung der Kaschmirziegen steht im Mittelpunkt des Standards. Internationale Tierwohlexperten betonten die Bedeutung von Tierwohlkonzepte für eine artgerechte und wirtschaftliche Haltung von Ziegen. Der Standard übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis und setzt auf Schulungen, digitale Technologien und Modellfarmen. Laut den aktuellen GCS-Verifizierungsergebnisse werden alle Kernindikatoren und Umweltanforderungen zu 100 % erfüllt. Soziale und tierwohlbezogene Aspekte erreichen eine Umsetzungsrate von mehr als 90 Prozent

Schutz des Graslandes in der Inneren Mongolei

Die nachhaltige Produktion von GCS-Kaschmir findet in einer der fragilsten Naturlandschaften der Welt statt: dem Grasland der Inneren Mongolei in China. Der Schutz der Biodiversität ist daher ein weiterer zentraler Punkt. Wie lässt sich das biologische Gleichgewicht und die Lebensgrundlage von zwei Millionen Kaschmirziegen vor Dürre und anderen, vom Klimawandel hervorgerufenen Wetterextremen schützen? Dafür sind Kollaborationen entlang der textilen Lieferkette sowie modernes Weide- und Wissensmanagement wichtig.

Gemeinsam für eine verantwortungsvolle Kaschmirproduktion

Auf der Good Cashmere Conference 2025 betonte Prof. Dr. Michael Otto, Gründer der Aid by Trade Foundation: "Nachhaltigkeit ist eine Lizenz zum Handeln. The Good Cashmere Standard ist nicht nur eine Reihe von Regeln und Kriterien, sondern eine Verpflichtung für eine bessere Zukunft für die Kaschmirindustrie."

Alex Barnett, Ethics & Sustainability Manager bei The White Company, ergänzt: "Es war großartig, auf der diesjährigen Konferenz mit Experten auf dem Gebiet der verantwortungsvollen Kaschmirproduktion zusammenzukommen. Auf der Konferenz wurden Themen wie Tier- und Umweltschutz, Transparenz und Innovation miteinander verbunden und wertvolle Einblicke in die Zukunft der Kaschmirproduktion gewährt."

Über den The Good Cashmere Standard:

The Good Cashmere Standard arbeitet mit mehr als 200 Partnern in 12 Textilproduktionsmärkten weltweit zusammen. Der GCS deckt mit seinen Kriterien die wichtigsten Bereiche der Kaschmirproduktion ab. Er wurde unter Mitwirkung von Tierschutz- und Branchenexpertinnen entwickelt, um das Wohlergehen der Kaschmirziegen und die Arbeitsbedingungen der Hirten und Hirtinnen zu verbessern sowie die Umwelt zu schützen.