Die ALTENPFLEGE 2025 in Nürnberg lockte 22.000 Fachbesucher an und bot auch der Textilpflegebranche eine Bühne für Innovationen, praxisnahe Lösungen und zukunftsweisende Trends. Von smarter Wäschekennzeichnung über nachhaltige Berufsbekleidung bis hin zur Bedeutung effizienter Bügeltechnik.
Wirtschaftliche Unsicherheiten sowie eine angespannte politische Lage dämpfen die Investitionsbereitschaft vieler Betriebe. Anstelle von Neuanschaffungen setzen sie zunehmend auf Reparatur und Instandhaltung bestehender Ausstattung. Parallel dazu gewinne das Insourcing insbesondere im Bereich der Bewohnerwäsche in Alten- und Pflegeeinrichtungen an Bedeutung. Flachwäsche hingegen werde nach wie vor häufig an externe Dienstleister vergeben, wie wie Ingo Sackmann, Gebietsverkaufsleiter bei Electrolux, bestätigt.
Dennoch zeigten sich die Aussteller der ALTENPFLEGE Messe zufrieden. Die Zahl der technischen Neuerungen im Textilbereich blieb jedoch überschaubar:
- Electrolux stellte einen Chemikalienschrank vor, der im Hinblick auf Arbeitssicherheit entwickelt wurde. Ziel ist die sichere und vorschriftsgemäße Lagerung von Gefahrstoffen.
- Thermotex präsentierte das „Out-SorTexx-System“ – ein Wäschesortiersystem, das auf RFID-Technologie sowie akustische und optische Signale setzt, um das Sortieren und Zuordnen von (Bewohner-)Wäsche zu vereinfachen und Fehler zu minimieren.
- Stahl Wäschereimaschinen zeigte mit der Durchladewaschmaschine „DIVIMAT“ eine Lösung, die durch die hygienische Trennung von reiner und unreiner Seite insbesondere für Pflegeeinrichtungen interessant ist. Stahl Vertriebsleiter Sebastian Hatz betonte: „Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel ist der Wunsch nach robusten, leicht bedienbaren Maschinen enorm. Und das Vertrauen in Technik ‚Made in Germany‘ bleibt hoch.“
Nachhaltigkeit rückt stärker in den Fokus
Ein klarer Trend der Messe war das gestiegene Interesse an nachhaltigen Textillösungen. Unter dem Dach der green workwear GmbH präsentierten Dibella und Reisinger Berufsbekleidung mit „Grüner Knopf“-Zertifizierung. Die Produkte zeichnen sich durch transparente Lieferketten aus, die per QR-Code im Kleidungsstück nachvollzogen werden können. Geschäftsführer Harald Reisinger sieht in der Kombination aus Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Funktionalität ohne Mehrkosten für den Kunden einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Er zieht ein positives Fazit zur Messe: „Die ALTENPFLEGE 2025 hat erneut gezeigt, wie groß das Interesse an nachhaltigen und effizienten Lösungen für die Pflegebranche ist.“ Auch der Hersteller Curabelle setzt auf nachhaltige Textilpflege – mit langlebigen Produkten, EMAS-Zertifizierung und regelmäßiger Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Messerundgang „Der Wäschekreislauf“
Ein besonderes Highlight war der geführte Messerundgang „Der Wäschekreislauf“, initiiert und begleitet von Martina Schäfer, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft. Ziel des Rundgangs war es, den Teilnehmenden praxisnah aufzuzeigen, wie moderne Wäschelösungen entlang des gesamten Kreislaufs – von der Anlieferung bis zur textilen Rückverfolgung – organisiert und optimiert werden können.
- Die erste Station führte zum Wäschereitechnikspezialisten Treysse, der mit seiner kompakten Gewerbemaschine ab 7 kg Füllgewicht insbesondere für kleinere Einrichtungen praxisgerechte Einstiegsmodelle präsentierte. Dabei standen Flexibilität, Energieeffizienz und einfache Bedienbarkeit im Vordergrund.
- Weiter ging es zu Dr. Schnell, wo unterschiedliche Produktlinien für die professionelle Wäschehygiene vorgestellt wurden. Neben „Prima Smart“, das sich besonders für den Einsatz bei Bäckerei- und Gastrowäsche eigne, wurde auch „Ariel Professional“ erläutert.
- Ein besonders lebendiger Programmpunkt war der Besuch bei Veit. Einem Familienunternehmen mit Sitz in Landsberg am Lech, das sich auf Bügeltechnik spezialisiert hat. Johannes Thiel und Matthias Hackinger präsentierten eine Auswahl an Bügeltischen, Hemden- und Hosenfinishern und zeigten auf, wie moderne Finisher nicht nur die Bearbeitungszeiten erheblich verkürzen, sondern auch den Einsatz für ungelerntes Personal effizienter und wirtschaftlich attraktiver machen würden. Ein Hemd etwa lässt sich mit einem Finisher innerhalb von nur 40 Sekunden faltenfrei aufbereiten – beim kompakten „Veit CF 20“ seien sogar bis zu 200 Teile pro Stunde möglich.
- Bei Thermotex drehte sich anschließend alles um die textile Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit. Besonders hervorzuheben war hier die neueste RFID-Transpondertechnik, mit der sich Wäsche lückenlos identifizieren und nachverfolgen lässt. Neben Namenspatches, Barcodes und klassischen Etiketten demonstrierte das Unternehmen, wie moderne Softwarelösungen den Überblick über Bewohnerwäsche verbessern und Verlust oder Verwechslung verhindern können. Dies spare nicht nur Kosten, sondern erhöhe auch die Zufriedenheit in den Einrichtungen.
- Den Abschluss des Rundgangs bildete der Stand von Mewa Textil-Service. Das Traditionsunternehmen präsentierte sein umfassendes Angebot – von Berufsbekleidung über Putztücher bis hin zu maßgeschneiderten Rundum-Services. Die Besucherinnen und Besucher erhielten nicht nur einen Überblick über die Produktwelt, sondern konnten sich auch bei einem frischen Smoothie vom Mewa-Team über nachhaltige Textilkonzepte informieren lassen.
Fachforen und AVENEO-Sonderschau
Großen Anklang fanden die verschiedenen Fachforen zu den Themen Beruf & Karriere, Digital & Innovativ sowie Verpflegung, Hauswirtschaft & Wohnen. Pflegeprofis, Führungskräfte und Institutionen diskutierten hier aktuelle Herausforderungen. Zahlreiche Besucher nutzten zudem die Gelegenheit, an den geführten Messerundgängen teilzunehmen, um sich gezielt zu informieren und Inspiration zu sammeln.
ALTENPFLEGE 2026 in Essen
Die Aussteller zeigten sich mit dem Messerverlauf sehr zufrieden. Die Stände seien durchgehend gut besucht gewesen, mit einem Publikum, das konkretes Interesse und hohe Erwartungen mitbrachte. Nach der erfolgreichen ALTENPFLEGE 2025 blickt die Branche nun nach Essen: Die nächste ALTENPFLEGE findet vom 21. bis 23. April 2026 in der Messe Essen statt. Der Standort im Herzen Nordrhein-Westfalens hält erneut wertvolle Impulse für alle Akteure der Pflege- und Textilservicebranche bereit.
