Jubiläum 100 Jahre Textilreinigung Trieb

Aufgeben war nie eine Option! Thomas Trieb und Christina Porges sind stolz darauf, gemeinsam das 100-jährige Jubiläum ihres Familienbetriebs feiern zu können. Selbstverständlich ist das nicht, denn im Jahr 2021 mussten sie ihren Standort im Zentrum Stuttgarts nach einem schweren Brand wieder aufbauen. Ihre Kunden sind dankbar, dass sie „beim Trieb“ nach wie vor Meisterleistungen bekommen.

Christina Porges ist Assistentin der Geschäftsleitung und Stütze des Teams.
Christina Porges ist Assistentin der Geschäftsleitung und Stütze des Teams. - © Textilreinigung Trieb / Tom Weller

Natürlich werden sie die Bilder nicht vergessen. Das Erdgeschoss im Stammhaus in der Hindenburgbau-Passage war komplett ausgebrannt, das Untergeschoss durch Ruß und Löschschaum schwer verunreinigt. Christina Porges spontaner Gedanke: „Da ist nichts mehr zu retten.“ Nach dem ersten Schock tun sie und ihr Bruder dann, was sie immer tun: Ärmel hochkrempeln und anfangen. Mit Unterstützung von Kollegenbetrieben und ihrem eigenen zuverlässigen Team können sie Groß- und Lieferkunden drei Tage später wieder versorgen. In den darauffolgenden Wochen finden sie kreative Zwischenlösungen, bis ihr Betrieb wieder im frischen Trieb-Design eröffnet werden kann. R+WTextilservice würdigte diese Leistung mit dem „RWin Sonderpreis 2022“.

Meisterbetrieb mit Familientradition seit 100 Jahren

Heute erinnert nichts mehr an die verheerenden Folgen des Brandes. Thomas Trieb und Christina Porges, Assistentin der Geschäftsleitung, haben alles dafür gegeben, dass der Name Trieb in Stuttgart auch nach 100 Jahren noch für erstklassige Handwerksleistungen steht. Sie können „schaffen“, wie es im Schwäbischen so schön heißt. Und der Meister höchstpersönlich sorgt täglich dafür, dass sein Betrieb in Stuttgart einen Unterschied macht.

„Ich habe immer noch Spaß daran, mein Fachwissen beim Reinigen und in der Detachur einzubringen“, sagt der Inhaber, der 1981 seine Handwerkslehre bei der Reinigung Grühn in Ludwigsburg absolviert. Direkt danach steigt er ins Familiengeschäft ein. Im Jahr 1991 legt er die Meisterprüfung ab, um im Jahr 1995 den Betrieb in dritter Generation weiterzuführen. Solange sie können, arbeiten Horst und Suse Trieb im Betrieb ihres Sohnes mit, der uns verrät, dass er eigentlich Elektriker werden wollte.

Die Entscheidung, den Beruf des Textilreinigers zu erlernen und die Meisterprüfung abzulegen, habe er schließlich mit dem Wunsch getroffen, etwas Eigenes aufzubauen und die Familientradition fortzuführen. Nun führt er ein qualifiziertes Team von 30 Mitarbeitenden, die täglich rund 2.000 Textilien bearbeiten und ausliefern.

Thomas Trieb sorgt persönlich für meisterliche Sauberkeit in ­seinem Betrieb.
Thomas Trieb sorgt persönlich für meisterliche Sauberkeit in ­seinem Betrieb. - © Textilreinigung Trieb / Tom Weller

Textilreinigung bleibt Schwerpunkt

Bis heute ist die klassische Textilreinigung der Schwerpunkt im umfassenden Angebot textiler Dienstleistungen für Privat- und Businesskunden. Gerade in diesem Segment sei es erforderlich, stetig am Leistungsstandard zu arbeiten. „Seit meinem Start sind die Herausforderungen gestiegen. Die Technologie entwickelt sich stetig weiter und die Kunden erwarten ressourcenschonende Lösungen bei konstant hoher Qualität. Gleichzeitig müssen wir in den digitalen Medien aktiv sein“, sagt Thomas Trieb. Ihm ist es wichtig, dass seine Botschaft ankommt: „Trieb bietet Qualität, die nur ein Meisterbetrieb leisten kann.“

„Unsere Leistungen beruhen auf viel Fachwissen und einem Handwerk, das auf Präzision und Sorgfalt basiert“, betont der traditionsbewusste Unternehmer, der laut seiner Schwester in Sachen digitale Kommunikation der innovativere Part in der Doppelspitze ist. Auf die Frage, warum sich junge Menschen noch für eine Ausbildung im Textilreinigerhandwerk entscheiden sollten, sagt dieser: „Weil unser Beruf abwechslungsreich und zukunftsorientiert ist. Eine Meisterausbildung bietet zudem die Chance, Verantwortung zu übernehmen und das Handwerk weiterzuentwickeln.“

Stetig besser zu werden, sei sein persönliches Erfolgsmotto. „Ich hoffe, dass wir die hohe Qualität unserer Arbeit in Zukunft aufrechterhalten können und uns gleichzeitig als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit und Technologie weiterentwickeln.“ Mehr Anerkennung für die Branche sei wünschenswert und würde allen Betrieben helfen, Nachwuchs für das Textilreinigerhandwerk zu gewinnen.

Was die Nachfolge in seinem Unternehmen betrifft, stehen die Zeichen gut. Dominik Trieb hat die Ausbildung zum Textilreiniger im väterlichen Betrieb bereits erfolgreich abgeschlossen und möchte die Meisterausbildung starten. „Ich freue mich, dass mein Sohn den Weg in die Firma gefunden hat, um gemeinsam die Zukunft der Textilreinigung Trieb zu gestalten. Ich bin zuversichtlich, dass er den Betrieb mit genauso viel Engagement weiterführen wird, wie wir es getan haben.“

Wir-Gefühl: Teamgeist im Familienbetrieb

So bequem wie möglich: das Wäsche-Taxi der Textilreinigung Trieb für den Lieferservice von Haus zu Haus.
So bequem wie möglich: das Wäsche-Taxi der Textilreinigung Trieb für den Lieferservice von Haus zu Haus. - © Textilreinigung Trieb / Tom Weller

Die Zukunft und Handwerksqualität des Familienunternehmens zu sichern, liegt Christina Porges ebenfalls am Herzen. Auch sie ist erst zufrieden, wenn die Kunden es sind. Bereits als Schülerin arbeitet auch sie im Familienbetrieb mit und wird mit den Abläufen in der Textilreinigung vertraut. Den Einstieg ins Berufsleben findet sie über eine dreijährige Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel im Fachbereich Mode, Bekleidung und Wäsche bei der Firma C.F.Braun. Ihr Arbeitgeber erkennt ihr Potenzial und fördert sie. So wird sie schon als junge Frau Substitutin. Hochmotiviert schließt sie im Jahr 1995 eine zweijährige Vollzeitausbildung zur Betriebswirtin ab.

„Der Schritt, im Familienunternehmen mitzuarbeiten, war für mich selbstverständlich“, sagt Christina Porges. So ist sie an der Seite ihres Bruders, als dieser im Jahr 1995 den Betrieb übernimmt. Sie bringt die idealen Qualifikationen mit, um sämtliche administrativen Aufgaben zu übernehmen. Tiefere branchenspezifische Kenntnisse erwirbt sie unter anderem durch die Zusatzqualifikation zur Fachfrau für Textil, Detachur und Umwelt in Hohenstein.

Handwerkstradition: Die Flamme weitergeben

Als Führungsfrau im Handwerk teilt sie die unternehmerische Vision ihres Bruders. Das Zitat, Tradition nicht als Asche zu bewahren, sondern die Flamme weiterzugeben, spreche ihr aus der Seele. Abgesehen davon sei schöne und gepflegte Kleidung ihr Hobby, was sehr viel mit Respekt zu tun habe, sich selbst und anderen gegenüber. Diese Haltung fließe Tag für Tag in ihre Arbeit ein, als Verantwortliche im Personalmanagement und als Koordinatorin aller organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Prozesse.

„Wenn Du Spaß und Lust daran hast, was Du tust, ist es keine Arbeit. Dieses Gefühl vermitteln wir auch unseren Kunden. Ihr Service-Erlebnis beginnt mit einer freundlichen, kompetenten Beratung und endet mit der Gewissheit, dass ihre Kleidung in unserem Meisterbetrieb in besten Händen ist.“

Nun sei es Zeit, einen hundertjährigen Erfolg zu feiern! Die Unternehmensstrategie habe sich bewährt, nicht zuletzt dank wertschätzender Mitarbeiterführung und zeitgemäßer Kommunikation sowie der Bereitstellung des Trieb-Taxis und einer Trieb-App. „Neben meisterlicher Sauberkeit machen wir es unseren Kunden so einfach und bequem wie möglich. Darum heißt es in Stuttgart, ‚wir gehen zum Trieb‘, wenn von Textilreinigung die Rede ist.“