Social Media Im Gespräch mit Niklas.on.fire: Bei PSA viel Luft nach oben

Ein Influcencer, der Schutzausrüstung testet: Niklas Röder ist aktiver Feuerwehrmann und betreibt ­einen ­erfolgreichen Instagram-Account. Im Interview im Vorfeld zur A+A 2025 erzählt er, wie das zustande kam und welche Trends, aber auch welche Schwachstellen er bei Feuerwehr-PSA sieht.

Niklas Röder, auf Social Media bekannt als „Niklas.on.fire“
Niklas Röder, auf Social Media bekannt als „Niklas.on.fire“ - © Screenshot: Instagram @Niklas.on.fire

Niklas Röder, auf Social Media bekannt als Niklas.on.fire, ist Berufsfeuerwehrmann in Dresden und einer der profiliertesten deutschen Influencer im Bereich Einsatzdienst, PSA und Outdoor. Seine Community auf Instagram zählt rund 140.000 Follower – mit einer außergewöhnlich hohen Engagementrate von über 13 %.

Was ihn auszeichnet: Er verbindet Fachwissen und Alltagserfahrung mit ehrlichem, authentischem Storytelling – ob bei Einsätzen im Feuerwehrdienst, im Jagdrevier mit seiner Dackeldame Lotti oder beim Testen von Schutzausrüstung und Outdoor-Equipment. Seine Themen reichen von taktischer Kleidung über Jagdethik bis hin zu Krisenvorsorge und funktionalem Gear.

Zur Messe A+A 2025 wird Niklas erstmals als offizieller Influencer teilnehmen. Im Vorfeld haben wir mit ihm über seinen Weg in die Content-Welt, seine Haltung zur Zusammenarbeit mit Unternehmen – und seine Erwartungen an die Messe gesprochen.

Niklas, du kommst aus dem Einsatzdienst und bist zugleich Content Creator. Wie kam es dazu?

Niklas Röder: Ich habe angefangen, aus dem Arbeitsalltag kleine Videos zu machen – informativ, ehrlich, ohne Hochglanz. Eigentlich war das für Kolleginnen und Kollegen gedacht, aber plötzlich wollten auch Außenstehende wissen, wie es im Einsatz wirklich aussieht, welche Ausrüstung genutzt wird und worauf es im Ernstfall ankommt. Das Interesse war riesig, und so ist die Community gewachsen.

Du bist als Einsatzkraft mit realen Ge­fahren konfrontiert – warum hast du dich entschieden, genau diese Welt auch ­öffentlich zu zeigen?

Mir war wichtig, ein realistisches Bild zu vermitteln. Viele wissen gar nicht, wie komplex und verantwortungsvoll der Job ist – sei es im Einsatz oder draußen bei der Jagd. Ich will zeigen, wie viel Technik, Training und Wissen dahinterstecken – und dass es nicht nur Action ist, sondern auch Prävention, Planung und Teamarbeit. Das hat auch mit Wertschätzung für den Beruf zu tun.

Du beschäftigst dich intensiv mit persönlicher Schutzausrüstung. Welche Entwicklungen oder Trends beobachtest du derzeit in dem Bereich?

Man sieht schon, dass das Thema Komfort stärker in den Fokus rückt. Früher ging’s nur um Funktionalität – heute merken viele Hersteller, dass Schutzkleidung auch tragbar sein muss: leichter, flexibler, atmungsaktiver. Was aber oft noch fehlt, ist die Alltagstauglichkeit. Manche Sachen sehen auf dem Papier gut aus, funktionieren aber im Einsatz nicht. Deshalb teste ich auch so viel selbst – im echten Einsatz zeigt sich, was hält und was nicht.

Was sind aus deiner Sicht die größten Schwachstellen bei der Schutzkleidung, die aktuell vielerorts im Einsatz ist?

In der Praxis sieht man leider oft, dass die Ausstattung nicht optimal zur Einsatzrealität passt. Gerade bei Passformen gibt es noch viel Luft nach oben – besonders bei kleinen und sehr großen Größen. Ich kenne Situationen, in denen Kolleg:innen mit schlecht sitzender Kleidung arbeiten müssen, einfach weil nicht alle Größen verfügbar oder praxisgerecht geschnitten sind. Vor allem im Rettungsdienstbereich ist auch eine sinnvolle Taschenanordnung ein Thema. Auch das Thema Materialqualität ist nicht zu unterschätzen: Wenn Schutzkleidung unbequem ist oder die Beweglichkeit einschränkt, wird sie im Zweifel weniger konsequent getragen. Ich denke, hier braucht es langfristig mehr Bewusstsein dafür, dass gute PSA nicht nur schützt, sondern auch gute Passformen letztlich die Sicherheit im Einsatz verbessern.

Du deckst auf deinem Kanal zwei Schwerpunkte ab: Feuerwehr und Jagd. Wie passen diese Themen zusammen?

Ich sehe da viele Parallelen – beides erfordert Verantwortung, gute Ausrüstung und fundiertes Wissen. Und viele in meiner Community bewegen sich in beiden Welten. Die Schnittmenge ist größer, als viele denken.

Du hast eine außergewöhnlich hohe Engagementrate. Was glaubst du, warum deine Community so aktiv ist?

Ich glaube, es liegt daran, dass ich versuche, ehrlich zu bleiben. Ich erstelle keinen Content um der Werbung willen. Wenn ich Produkte teste oder empfehle, dann mit Substanz – auch mit Kritik, wenn nötig. Und ich bin in den Kommentaren und DMs (Anmerkung der Redaktion: DMs = „direct messages“ = Direktnachrichten auf Instagram) präsent. Diese Nähe ist mir wichtig, und das spüren die Leute.

Wie wichtig ist dir Glaubwürdigkeit bei Kooperationen?

Für mich ist Glaubwürdigkeit kein einzelner Aspekt – sie ist die Basis von allem, was ich online mache. Ich sehe mich nicht als Werbefläche, sondern als jemand, der Verantwortung trägt für das, was er kommuniziert. Gerade im Bereich Einsatzdienst oder Jagd geht es nicht um Lifestyle – da geht es um Vertrauen, um Sicherheit, um Substanz. Wenn ich etwas zeige, dann steht da ein echter Praxistest dahinter. Und wenn ich zu etwas nicht stehen kann, kommt es auch nicht in meinen Feed – ganz einfach.

Im November bist du das erste Mal bei der A+A dabei. Was erwartest du dir vom Influencer-Rundgang?

Ich freue mich riesig. Für mich ist es eine tolle Gelegenheit, Innovationen im Bereich PSA und Arbeitssicherheit direkt zu sehen, mit den Herstellern zu sprechen und meinen Followern echte Insights zu geben. Außerdem bin ich gespannt auf den Austausch mit anderen Creators und den Ausstellern.

Instagram: @niklas.on.fire

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