Guter Schlaf ist mehr als Erholung – er ist Grundvoraussetzung für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag von Textilpflegekräften. Welche Risiken Schlafmangel birgt, warum gerade Wäschereien und Textilreinigungen auf gesunden Schlaf achten sollten und wie Sie mit fünf einfachen Tipps sofort etwas verbessern können, erfahren Sie hier.
Müdigkeit ist ein unterschätztes Risiko. Wer nachts nicht ausreichend schläft, arbeitet am nächsten Tag unkonzentrierter, reagiert langsamer und macht schneller Fehler. In Wäschereien, Textilreinigungen und Betrieben der Textilpflege ist die Gefahr besonders groß: Hier arbeiten Beschäftigte oft an Maschinen, mit Gefahrstoffen oder im Schichtdienst. Ein Moment der Unaufmerksamkeit kann schnell zu Unfällen oder fehlerhaften Arbeitsabläufen führen. Auch im Kundenkontakt oder bei der Qualitätskontrolle sind Konzentration und ein klarer Kopf unerlässlich.
Studien zeigen: Wer regelmäßig schlecht schläft, ist nicht nur weniger aufmerksam, sondern riskiert auf Dauer auch schwerwiegende Gesundheitsprobleme. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine verkürzte Lebenserwartung und ein gesteigertes Unfallrisiko sind die Folge.
Nach einer erholsamen Nacht hingegen steigt die Leistungsfähigkeit. Die Reaktionszeit verbessert sich, Fehler werden seltener und das allgemeine Wohlbefinden nimmt zu. Für Wäschereien und Textilreinigungen bedeutet das: Gesunder Schlaf ist ein entscheidender Baustein für Qualität und Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) gibt fünf einfache Tipps, wie Sie sofort Ihren Schlaf verbessern können.
Arbeitgeber können guten Schlaf fördern
Auch wenn Schlafgewohnheiten individuell sind, können Sie als Arbeitgeber einer Wäscherei oder Textilreinigungen einen wichtigen Beitrag leisten. Die BG ETEM empfiehlt, dass Betriebe ihre Textilpflegekräfte für das Thema sensibilisieren und die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz optimieren.
Eine wichtige Stellschraube ist die Arbeitszeitgestaltung. Besonders im Schichtbetrieb hilft ein durchdachtes Schichtmodell dabei, die innere Uhr der Beschäftigten weniger aus dem Gleichgewicht zu bringen. Schnell rotierende Schichten – also häufige Wechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtdiensten – unterstützen einen gesünderen Schlafrhythmus. Außerdem sollten Sie ausreichend Pausen einplanen und Überstunden vermeiden, um eine zu starke Belastung zu verhindern.
Wichtig ist eine offene Kommunikation im Betrieb. Wenn Mitarbeitende regelmäßig unter Schlafproblemen leiden, sollte das Gespräch gesucht werden. Oft können bereits kleine Veränderungen im Arbeitsalltag helfen, die Situation zu verbessern.
Konkrete Tipps für besseren Schlaf im Arbeitsalltag
- Regelmäßigkeit schaffen:
Gehen Sie möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf – auch an Wochenenden. Diese Konstanz hilft dem Körper, einen stabilen Schlafrhythmus zu entwickeln. - Kein Tagesschlaf bei Schlafproblemen:
Wer nachts schlecht schläft, sollte tagsüber auf Nickerchen verzichten. So baut sich genügend „Schlafdruck“ auf, der nachts das Durchschlafen erleichtert. - Entspannung vor dem Zubettgehen:
Zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen sollten keine aufregenden Tätigkeiten oder anstrengender Sport mehr auf dem Programm stehen. Besser sind ruhige Routinen, Lesen oder leichte Entspannungsübungen. - Genussmittel und Mahlzeiten im Blick behalten:
Alkohol erleichtert zwar das Einschlafen, verschlechtert aber die Schlafqualität deutlich. Auch Nikotin und späte, schwere Mahlzeiten können den Schlaf stören. - Schlafumgebung und Schlafdauer beachten:
Ein ruhiges, dunkles Schlafzimmer und eine ausreichende Schlafdauer (idealerweise sieben bis acht Stunden) sind wichtig. Wer dauerhaft weniger als fünf oder mehr als neun Stunden schläft, riskiert gesundheitliche Probleme.
Gute Schlafgewohnheiten als Teil der betrieblichen Prävention in der Textilpflege
Für Wäschereien und Textilreinigungen lohnt es sich, das Thema Schlaf gezielt in die betriebliche Gesundheitsförderung einzubinden. Regelmäßige Schulungen, Informationsmaterialien oder kurze Workshops können Textilpflegekräfte sensibilisieren und praktische Hilfestellung bieten.
Im Schichtbetrieb zahlt sich eine vorausschauende Planung der Arbeitszeiten aus: Wer die individuellen Bedürfnisse der Belegschaft beachtet, erhöht die Zufriedenheit und unterstützt die Leistungsfähigkeit. Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen und darauf achten, dass sie selbst und ihre Mitarbeitenden ausreichend Ruhephasen haben.
Auch die Ausstattung des Arbeitsplatzes kann eine Rolle spielen: Helle, freundliche Aufenthaltsräume, Möglichkeiten zur kurzen Entspannung in den Pausen und ein wertschätzender Umgang miteinander helfen, Stress zu reduzieren.
Podcast-Tipp: Mehr Wissen rund um Schlaf und Sicherheit
Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet im Podcast der BG ETEM viele hilfreiche Informationen. In der Folge „Arbeitsschutzzz…: Was Schlaf mit Sicherheit zu tun hat“ spricht Moderatorin Katrin Degenhardt mit dem Schlafmediziner Dr. Riccardo Stoohs darüber, wie Schlafmangel die Sicherheit am Arbeitsplatz beeinflusst, wie man Schlafstörungen erkennt und was wirklich hilft.
Der Podcast ist auf der Webseite der BG ETEM (www.bgetem.de/ganzsicher) sowie auf allen gängigen Plattformen wie Spotify, YouTube Music, Deezer, RTL+, Pocket Casts und Apple Podcasts kostenlos abrufbar.
