Ob Daunendecke oder Kuscheldecke – große Decken zu reinigen, ist oft eine echte Herausforderung. Nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Textilreinigungsprofis. Wer sie richtig pflegt, kann die Lebensdauer deutlich verlängern und dafür sorgen, dass sie lange weich, hygienisch und formstabil bleiben. Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Waschen großer Decken achten müssen – zu Hause und im professionellen Textilservice.

Wer als Textilpflegekraft mit großformatigen Decken arbeitet, kennt die Tücken: Die Decke passt nicht in die Haushaltsmaschine, das Material ist empfindlich und der Kunde erwartet höchste Sauberkeit und Frische. Mit der richtigen Herangehensweise und fachlichem Know-how lassen sich auch große Decken sicher und gründlich reinigen.
Warum große Decken besondere Pflege brauchen
Große Decken bieten viel Oberfläche, speichern Wärme und Feuchtigkeit. Mit der Zeit nehmen sie nicht nur Schmutz, Schweiß und Staub auf, sondern auch Hautschuppen und Gerüche. Das macht eine gründliche Reinigung notwendig. Genau hier entstehen jedoch die Schwierigkeiten:
Viele Haushaltswaschmaschinen sind für das Gewicht und Volumen großer Decken nicht ausgelegt. Die Trommel ist schnell überladen, das Waschmittel verteilt sich ungleichmäßig und die Decke kann nicht richtig durchgespült werden. Im schlimmsten Fall nimmt das Material Schaden – oder sogar die Maschine.
Wer dennoch zu Hause waschen möchte, sollte unbedingt prüfen, ob die Trommel groß genug ist. Die Decke muss sich frei bewegen können. Ist das nicht gewährleistet, fällt das Waschergebnis schlecht aus und die Maschine kann beschädigt werden. Dann heißt es: Ab damit in die Wäscherei oder Reinigung.
Für Textilreinigungen und Wäschereien ist es wichtig, Kunden bei der Deckenpflege entsprechend zu beraten. Nicht jede Decke verträgt dieselbe Reinigungsmethode, und „mit Gewalt“ geht im Zweifel mehr kaputt, als sauber wird. Also: Bieten Sie als Reiniger gezielt an, große Kuscheldecken professionell aufzubereiten.
Die richtige Vorbereitung: Was vor dem Waschen zu beachten ist
Bevor eine große Decke in die Waschmaschine wandert, lohnt sich ein genauer Blick auf das Pflegeetikett. Hier finden sich Hinweise zu Temperatur, Waschgang und Trocknung. Viele Decken bestehen aus empfindlichen Materialien wie Wolle, Daune oder speziellen Kunstfasern. Diese reagieren sensibel auf Hitze oder starke mechanische Belastung. Einige Hersteller erlauben ausdrücklich nur eine Trockenreinigung (gekennzeichnet mit einem "P" oder "F" im Kreis).
Lesetipp: Das bedeuten die Waschsymbole
Durchgestrichenes Dreieck? Ein "P" im Kreis? Ein Viereck mit Punkt? Ein Waschbottich mit zwei Strichen? Und was bedeutet "dry clean only"? Waschsymbole und Pflegekennzeichnung sind für viele ein Buch mit sieben Siegeln. R+WTextilservice hilft mit einer Übersicht über die Wäschezeichen und ihre Bedeutung.
Lose Verschmutzungen wie Haare, Staub oder Krümel lassen sich am besten vorab ausschütteln oder mit einer weichen Bürste entfernen. Auch eine kurze Kontrolle auf Flecken ist sinnvoll. Einzelne Verschmutzungen können vorsichtig vorbehandelt werden – etwa mit einem sanften Fleckenmittel.
Wenn unklar ist, um welchen Fleck es sich handelt oder welches Mittel helfen könnte, lohnt sich der Gang zum Textilreinigungsprofi: Er erkennt Fleck und Faser sofort, wählt das passende Verfahren – und kann selbst bei hartnäckigen Verfleckungen oft noch Wunder bewirken.
Für Textilreiniger selbst gilt: Dieses Know-how ist Ihr größtes Kapital – setzen Sie es bereits bei der Beratung gezielt ein. Empfehlen Sie Ihren Kundinnen und Kunden, sich bei Unsicherheiten an einen Fachbetrieb zu wenden. Schon ein kurzer Blick auf das Etikett liefert wichtige Hinweise: Ist Maschinenwäsche erlaubt? Ist eine chemische Reinigung vorgeschrieben? Welche Temperatur ist möglich? Fachkundige Textilpflegekräfte können diese Informationen schnell bewerten und die optimale Methode auswählen.
Die richtige Trocknung von großen Decken
Sollten Endverbraucher ihre große Decke doch selbst reinigen wollen, empfiehlt sich die Handwäsche in der Badewanne. Die Decke sollte im warmen Wasser mit mildem Flüssigwaschmittel bewegt und eingeweicht werden. Anschließend gründlich ausspülen, so lange, bis keine Waschmittelrückstände mehr zu sehen sind.
Feuchte Decken bieten einen idealen Nährboden für Bakterien und Schimmel. Viele Modelle dürfen nicht in den Trockner, sondern müssen an der Luft trocknen. Das kann mehrere Tage dauern und ist in kleinen Wohnungen oft schwer möglich. Anschließend die Decke flach ausbreiten und vollständig durchtrocknen lassen. Planen Sie genügend Zeit mit ein, denn das Trocknen kann einige Tage dauern. Oft ist es einfacher, die Arbeit einer Wäscherei oder Reinigung zu überlassen.
Professionelle Textilpflegekräfte achten neben der richtigen Reinigung auch auf eine gleichmäßige, schonende Trocknung. So verklumpt eine eventuell vorhandene Füllung nicht, es entstehen keine Stockflecken und die Decke behält ihre Form. Als Textilreinigungsbetrieb sollten Sie Ihre Kunden darauf hinweisen, dass eine fachgerechte Trocknung ebenso wichtig ist wie die richtige Wäsche. Ihr Betrieb bietet die Sicherheit, dass das Lieblingsstück optimal gereinigt und gepflegt wird – ohne Risiko für das Material.