Wäscheservice Blåkläder übernimmt WaschMal

Der schwedische Workwear-Hersteller Blåkläder verkündet die Mehrheitsübernahme des Kölner Wäscheservice-Anbieters WaschMal. Das steckt hinter der Partnerschaft.

Der schwedische Workwear-Hersteller Blåkläder beteiligt sich mehrheitlich an der WaschMal GmbH, einem deutschlandweit tätigen
Wäscheservice für Geschäftskunden. Mit dem Einstieg Ende Dezember 2025 will Blåkläder seine Servicekompetenz entlang des gesamten Lebenszyklus von Arbeitskleidung stärken: von der Auswahl hochwertiger Workwear bis hin zu Reinigung, Pflege und Wiederverwendung im laufenden Betrieb.

WaschMal mit Sitz in Köln wurde 2016 gegründet und ist auf die effektive Lohnwäsche von Berufsbekleidung spezialisiert. Das Unternehmen betreut aktuell rund 1.000 Geschäftskunden aus ganz Deutschland und arbeitet mit einem Netzwerk von etwa 400
regionalen, mittelständischen Wäschereien und Textilreinigungen zusammen. Mit seinem deutschlandweiten Abhol- und Lieferservice möchte WaschMal Unternehmen eine flexible, bedarfsorientierte Komplettlösung ermöglichen, unabhängig von Hersteller oder Kollektion.

R+WTextilservice berichtete von Anfang an über das Start-up in der Textilpflegebranche.

Arbeitskleidung und Wäscheservice

Blåkläder und WaschMal verbindet laut Pressemitteilung bereits eine langjährige Zusammenarbeit. Die Mehrheitsbeteiligung sei der nächste logische Schritt, um Kunden künftig noch umfassender im Bereich Workwear zu unterstützen. Während Blåkläder für langlebige, funktionale Arbeitskleidung steht, ergänzt WaschMal das Angebot um den passenden regionalen Wäscheservice. Dabei zähle man seit Jahren Unternehmen zum Kundenstamm, die bewusst auf Kaufmodelle statt klassischer Mietwäsche setzen.

„Unsere Kunden erwarten heute mehr als nur hochwertige Arbeitskleidung. Sie suchen Lösungen, die im Alltag funktionieren, Prozesse vereinfachen und wirtschaftlich sinnvoll sind“, sagt Jan Gundermann, Managing Director von Blåkläder Deutschland. „WaschMal hat ein Modell etabliert, das genau hier ansetzt. Mit der Mehrheitsbeteiligung schaffen wir die Grundlage, um Workwear und Service noch enger zu verzahnen, ohne die
unternehmerische Eigenständigkeit von WaschMal aufzugeben.“

WaschMal bleibt eigenständig

Auch nach dem Einstieg von Blåkläder soll WaschMal als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen am Markt aktiv bleiben. Die Marke, das operative Modell sowie die bestehenden Partnerschaften mit regionalen Wäschereien und auch anderen Textilhersteller werden fortgeführt und sollen weiter ausgebaut werden. Ziel der Beteiligung ist es laut der Unternehmen vielmehr, das Wachstum von WaschMal gezielt zu beschleunigen und das Serviceangebot im Zusammenspiel mit Herstellern, Fachhändlern und Großkunden gemeinsam weiterzuentwickeln.

„Blåkläder versteht unsere Rolle als Enabler und Value Maximizer im Markt sehr genau. Wir verbinden den regionalen Mittelstand mit regionalen Wäschereien, setzen standardisierte aber auch individuelle Waschkonzepte um und schaffen es durch Digitalisierung und Automatisierung, die Kosten für den Kunden zu senken. Mit Blåkläder als Mehrheitseigner gewinnen wir einen starken strategischen Partner, der unsere Vision
teilt und uns hilft, unser Modell deutschlandweit weiter zu skalieren“, sagt Stefan Bahrs, Geschäftsführer der WaschMal GmbH.

Hintergrund zu den Unternehmen

Über Blåkläder: Das 1959 in Svenljunga, Schweden, gegründete Unternehmen Blåkläder entwickelt, produziert und vertreibt Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe und Handschuhe für Fachleute aus den Bereichen Bau, Transport, Logistik und Industrie. Blåkläder steht für Qualität, Langlebigkeit und Funktionalität und ist in mehr als 20 Ländern aktiv. Mit eigenen Produktionsstätten und über 7.000 Mitarbeitenden zählt Blåkläder zu den führenden Herstellern hochwertiger Arbeitskleidung weltweit.

www.blaklader.de

Über WaschMal: Die WaschMal GmbH, gegründet im Jahr 2016 mit Sitz in Köln, ist ein deutschlandweit tätiger Wäscheservice für Geschäftskunden. Das Unternehmen bietet einen mobilen, standortunabhängigen Service für nahezu alle Arten von Textilien an. Mit einem Netzwerk aus über 400 Wäschereien und Textilreinigungen sowie weiteren spezialisierten Partnern stellt WaschMal eine offene, flexible All-in-One-Lösung für Unternehmen unterschiedlichster Branchen bereit. Durch digitale Prozesse, regionale Strukturen und eine zentrale Steuerung gewährleistet WaschMal nach eigenen Angaben Effizienz, Transparenz und hohe Servicequalität.

www.waschmal.de

Interview mit Jan Gundermann, Managing Director Blåkläder Deutschland

Jan Gundermann, Managing Director Blåkläder Deutschland.
Jan Gundermann, Managing Director Blåkläder Deutschland. - © Blåkläder

Warum integrieren sich Hersteller stärker in Service-Modelle?

Wir beobachten, dass sich der Workwear-Markt zunehmend vom reinen Produktgeschäft hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung entwickelt. Unternehmen denken heute stärker in Prozessen, Lebenszyklen und Gesamtkosten pro Tragetag. Für Hersteller bedeutet das, Verantwortung über den Verkaufszeitpunkt hinaus zu denken. Service-Modelle wie professionelle Lohnwäsche sind dabei ein logischer Bestandteil, weil sie Qualität, Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit direkt beeinflussen. Die Integration solcher Modelle ist aus unserer Sicht eine strategische Weiterentwicklung entlang der Wertschöpfungskette.

Welche Rolle spielen Kauf- versus Mietmodelle künftig?

Wir sehen im Markt eine differenziertere Betrachtung. Mietmodelle bieten Planungssicherheit, sind aber häufig langfristig vertraglich gebunden. Gleichzeitig wächst bei vielen Unternehmen der Wunsch nach mehr Transparenz, Flexibilität und stärker nutzungsabhängigen Kostenstrukturen. Kaufmodelle in Kombination mit professioneller Lohnwäsche können insbesondere dort sinnvoll sein, wo Waschquoten schwanken oder Personalstrukturen dynamisch sind. Entscheidend ist aus unserer Sicht weniger das „Entweder-oder“, sondern dass Unternehmen das Modell wählen, das wirtschaftlich und organisatorisch zu ihrer Struktur passt.

Wie verändert sich der Workwear-Markt strukturell?

Der Markt professionalisiert sich deutlich. Auf Herstellerseite steigen die Anforderungen an Lieferfähigkeit, Transparenz in der Produktion und nachhaltige Wertschöpfung. Gleichzeitig sehen wir im Textilservice eine zunehmende Konsolidierung und Industrialisierung, aber auch starke regionale Strukturen. Kunden erwarten heute verlässliche Partner, die nicht nur Produkte liefern, sondern Prozesse verstehen. Workwear wird stärker als Teil einer betrieblichen Infrastruktur betrachtet, mit Auswirkungen auf Kosten, Nachhaltigkeit und Mitarbeiterzufriedenheit. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken.