Wer näht die Arbeitskleidung – und unter welchen Bedingungen? Kübler will mit der Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation genau darauf überprüfbare Antworten liefern. Der Workwear-Hersteller öffnet seine Lieferkette für externe Kontrollen – mit Audits, Beschwerdesystemen und öffentlicher Berichterstattung.

Der Arbeits- und Schutzbekleidungshersteller Kübler aus Plüderhausen tritt der Fair Wear Foundation (FWF) bei. Das Unternehmen will damit faire Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette stärker sichern.
Der Beitritt ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Kübler produziert seit 70 Jahren Arbeits- und Schutzkleidung. Mit der Mitgliedschaft will das Unternehmen Menschen- und Arbeitnehmerrechte entlang der gesamten Lieferkette besser absichern.
Kerstin Janßen, verantwortlich für Einkauf, Produktion und Nachhaltigkeit, nennt den Schritt „ein klares Statement für faire Arbeitsbedingungen, Transparenz und kontinuierliche Verbesserung in unserer Lieferkette“.
Was die Fair Wear Foundation verlangt
Die Fair Wear Foundation gehört zu den bekanntesten Organisationen, die sich für Menschenrechte in textilen Lieferketten einsetzen. Ihr Regelwerk basiert auf dem „Code of Labour Practices“. Darin sind acht Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) festgelegt.
Die FWF prüft Fabriken regelmäßig durch Audits. Sie schult Beschäftigte und betreibt Beschwerdesysteme. Über diese Kanäle können Arbeiterinnen und Arbeiter Missstände melden.
Erwartungen von Kübler
Kübler erwartet von der Zusammenarbeit konkrete Effekte. Das Unternehmen will Risiken in seiner Lieferkette früher erkennen und schneller reagieren. Zugleich soll die Kooperation mit Produktionspartnern enger werden. Auch die eigenen Nachhaltigkeitsziele will Kübler direkt in den Fabriken messen. Die externe Kontrolle und die öffentlichen Berichte der FWF sollen zusätzlich Vertrauen schaffen – bei Kunden und anderen Anspruchsgruppen. Kübler will hohe Standards nicht nur ankündigen, sondern nach eigenen Angaben auch umsetzen.
„Durch die externe Überwachung und öffentliche Berichterstattung können unsere Kunden und Stakeholder darauf vertrauen, dass wir nicht nur hohe Standards setzen, sondern auch konsequent daran arbeiten, diese zu erfüllen und zu übertreffen“
Kerstin Janßen, Kübler Workwear
Das Unternehmen
Kübler hat seinen Sitz in Plüderhausen bei Stuttgart. Das Unternehmen zählt zu den bekannten deutschen Herstellern von Arbeitskleidung und persönlicher Schutzausrüstung. Kübler produziert teilweise im eigenen Betrieb und arbeitet zugleich mit Partnerfabriken. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfung ab – vom Design bis zur Logistik. Bei der Produktentwicklung arbeitet der Workwear-Hersteller eng mit Anwendern aus verschiedenen Branchen zusammen.